Mein Arbeitsplatz

Schreibtisch statt Säge

Sylvia Blaeser arbeitet bei der Firma Avola im Einkauf.  Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

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Hattingen. Sylvia Blaeser arbeitet bei Avola im Einkauf. Die Firma produziert Baukreissägen und feiert ihr 175-jähriges Bestehen.

Es war, als ob Sylvia Blaeser (43) zu ihrer alten Familie zurückkehrt: Seit dem Jahr 2007 arbeitet die Industriefachwirtin wieder bei Avola in Holthausen. Die Firma, die in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen feiert, fertigt Baukreissägen, Steintrennsägen und Zimmereimaschinen.

Für Sylvia Blaeser ist ein Wiedersehen, weil sie nun zum zweiten Mal dort arbeitet, wie sie erzählt. 1994 hat sie dort angefangen zu arbeiten im Einkauf. „Ich habe mich so gefreut, dass ich wieder hier arbeiten konnte“, sagt sie. Die Firma habe sich an sie erinnert, obwohl sie in der Zwischenzeit bei der Theresia-Albers-Stiftung tätig war. Der Wunsch ein Haus zu bauen, brachte sie dazu eine Vollzeitstelle zu suchen. Die war bei Avola zu dieser Zeit nicht möglich, die Sylvia Blaeser aber eben im sozialen Bereich fand. Was ihr auch gut gefallen habe. Aber das Technische, die Materialkunde, das bei Avola als Maschinenproduzent im Vordergrund stehe, gefalle ihr noch mehr.

„Ich schätze die Firma sehr, kenne die Menschen, die hier arbeiten. Hier kann man alt werden“, sagt sie. Sie spricht von geringer Fluktuation und eine festen Stamm beim Personal. Das zeichne die Firma aus. Die wiederum hat zugleich die Geschichte eine konstanten Veränderung: Anfangs produziert Avola in Langenberg Maschinen für die Textilindustrie, erweitert ihr Angebot Ende des 19. Jahrhunderts auf landwirtschaftliche Maschinen, um ab dem Jahr 1934 Kreissägen zu bauen. Nach 1945 konzentriert sich die Firma komplett auf die Bauwirtschaft und

Auch wenn Sylvia Blaeser ein Händchen fürs Technische hat, wie sie selbst sagt – ihr Arbeitsplatz ist der Schreibtisch, nicht an der Säge. „Ich bin für den kompletten Einkauf zuständig“, erläutert sie. Ihr Tisch ist voll: Akten, Schreiben, Aufträge liegen dort. Sie kauft die Materialien für die Produktion ein, wie Bleche, Sägeblätter oder Farben. Denn Avola lackiert auch selbst. Aber auch die Materialien für das Büro kauft sie ein sowie Werbemittel, gibt Anzeigen auf. Eng ist ihr Kontakt mit den Lieferanten. „Der persönliche Kontakt ist wichtig“, sagt sie. Nur am Telefon sei es manchmal zu trocken.

Die Arbeit gefällt ihr. „Die Organisation und der Einkauf machen mir Spaß.“ Dabei achtet sie auf Qualität: „Wir kaufen nicht in China ein.“ Aber sie hat auch ein Auge auf den Preis der Produkte. Das sei natürlich wichtig. Für ihr Urteil hilft ihr das Fachwissen. Es sei eine verantwortungsvolle Aufgabe, sagt sie und denkt an die Just-In-Time-Lieferung. „Die Produktion darf nicht stillstehen – das wäre ja nicht auszudenken.“

In fünfter Generation

Von Langenberg nach Hattingen, von der Landwirtschaft zum Baugewerbe. Zwei wichtige Punkte aus der 175-jährigen Geschichte der Avola Maschinenfabrik, die Arnold Volkenborn I im Jahr 1836 in Langenberg gründete. „Mein Ur-Ur-Großvater hat alles gemacht“, sagt Geschäftsführerin Barbara Volkenborn-Gehrmann. Sowohl für die Tuchindustrie, als auch für die Eisenbahn. „Ein Riesenvolumen.“

Die zweite Generation konzentrierte sich auf die Landwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg führt ihr Vater die Firma und richtet sie auf die Bauwirtschaft aus. 1993 zieht Avola nach Holthausen: „Hattingen hat uns mit offenen Armen empfangen“, sagt Volkenborn-Gehrmann. Der Grund: In Langenberg wurde der Raum eng und es habe kein geeignetes, neues Grundstück gegeben. „Wir haben in den alten Gebäuden über drei Etagen produziert.“

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