Konzert

Schlagzeuger spielen ungewöhnliches Konzert in Hattingen

Salome Amend und Pavel Beliaev spielen beim St. Georgs-Konzert „Barock trifft Minimal“.

Salome Amend und Pavel Beliaev spielen beim St. Georgs-Konzert „Barock trifft Minimal“.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.   Die Gruppe „PS:Percussion“ war zu Gast bei den St.-Georgs-Konzerten in Hattingen. In der Kirche zeigten die Percussionisten ihr Können.

Barock trifft Minimal, nennt die Gruppe „PS:Percussion“ ihr Konzertprogramm, in dem die beiden Musiker am Samstagabend in St. Georg Werke von zeitgenössischen Komponisten wie Philip Glass, Steve Reich und Gene Koshinski mit ihren Bearbeitungen der Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach verbanden.

„PS:Percussion“, das sind die Schlagzeuger Salome Amend und Pavel Beliaev. Und sie spielen neben der klassischen Percussion Instrumente wie Marimbaphon und Vibraphon. Zusammen mit Bongos, Kongas und Trommeln gestalten sie die „Glassworks“ des US-amerikanischen Komponisten Philip Glass in einem magisch vor sich hin strömenden, dabei in subtilen Variationen in sich kreisenden Fluss.

Musik im Rhythmus von Schreibmaschinen

Einen harschen Kontrast dazu bildet die „Typing Music“ von Steve Reich, eine vom Rhythmus der Schreibmaschinen inspirierte Musik, die durch ihren hölzern-trockenen Klang und den unerbittlich klappernden Duktus geprägt ist. Seine „Music for pieces of wood“ gestalten die beiden jungen Schlagzeuger hoch virtuos, absolut sicher fügen sich ihre rhythmischen Patterns in den schnell durchlaufenden Grundschlag ein und konstituieren ein klares, sehr präzises Klangbild.

Im Gegensatz dazu verbindet „As One“ von Gene Koshinski rhythmische und melodische Elemente in einem zauberhaften experimentellen Klangerlebnis. Markante helle Beckenschläge und tiefe Trommelwirbel setzen Akzente in dem Klangrausch, den ein prägnant-kurzes, immer wieder repetiertes Motiv erzeugt. Die Interpretation der Schlagzeuger ist dabei so aufeinander abgestimmt, dass es sich wie von einem einzigen Musiker gespielt anhört.

Goldberg-Variationen von Bach

In diese Klangwelten fügen sich Bachs „Goldberg-Variationen“ bruchlos ein. Durch die ungewohnte Instrumentation mit Marimbaphon und Vibraphon lassen Salome Amend und Pavel Beliaev einen atmosphärisch dichten, unwirklich-entrückten Klangkosmos entstehen. Die Zuschauer applaudieren begeistert nach diesem ungewöhnlichen Konzerterlebnis und stellen den Musikern viele Fragen zu ihren Instrumenten und ihren Arrangements.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben