Wohnen

Schimmel: Mieterin sorgt sich um Gesundheit der Familie

Petra Thümmler mit einer verschimmelten Fußleiste aus dem Kinderzimmer.

Petra Thümmler mit einer verschimmelten Fußleiste aus dem Kinderzimmer.

Foto: Bastian Haumann

hattingen.   Vermieter stellt keine Baumängel, sondern falsches Heizen und Lüften fest.  Für Mieterverein ist die Ursache nicht eindeutig.

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Die Rückwand ihrer Nachtkästen ist verschimmelt, deshalb stehen sie jetzt im Keller. Das Bett ihres Sohnes hat ihr Mann inzwischen versetzt, weil der Bereich dahinter ebenfalls betroffen war. Wie auch ein Paar Schuhe schimmelten unter ihrem Boxspringbett.

Dreimal täglich Stoßlüften

Petra Thümmler als Mieterin einer HWG-Wohnung ist sich keiner Schuld bewusst, zu dem Schaden durch falsches Heiz- und Lüftungsverhalten beigetragen zu haben.

Doch genau das attestieren ihr Techniker des Vermieters. Sie stellten keinen Bauschaden am Gebäude fest, sondern Schimmel als Folge eines Kondensschadens, der durch falsches Heiz- und Lüftungsverhalten entstanden sei. Über den Mieterverein hat die Hattingerin einen Gutachter bestellt. Für Rechtsberater Rainer Klatt vom Mieterverein, der es sich angesehen hat, ist die Ursache nicht eindeutig. Er würde gern mit der Wohnungsgenossenschaft über Nachbesserungen sprechen.

Aichard Hoffmann, Pressesprecher des Mietervereins, bestätigt, dass Wohnungsmängel häufig Anlass für eine Beratung sind und Schimmel im Zusammenhang mit Feuchtigkeit sehr oft Anlass ist, Rat zu suchen. Das grundsätzliche Problem bestehe darin festzustellen, ob Baumangel oder falsches Heizen und Lüften vorliegen. Beides komme je zur Hälfte vor nach Erfahrungswerten des Vereins.

Die Rechtsprechung sei nicht einheitlich, wie richtig gelüftet wird, sagt Aichard Hoffmann. Er rät zum dreimaligen Stoßlüften am Tag für jeweils zehn Minuten. Wobei die Fenster nicht gekippt, sondern aufgerissen und möglichst Durchzug hergestellt werden sollte. Stundenlang das Fenster im Winter zu kippen, sei nicht sinnvoll. Eine Rolle spielten aber auch Bausubstanz und Isolierung. So verzeihe manche Wohnung fast alles wie die von ihm bewohnte. Andere würden falsches Verhalten schnell übel nehmen.

„Da das Gebäude in dieser Form schon seit 1963 so besteht, kann von einem Schaden im Sinne einer fehlenden Wärmedämmung nicht gesprochen werden.“ Zu diesem Schluss waren Techniker der HWG gekommen. Sie hatten ungünstig stehende Möbel bemängelt, Oberflächentemperaturen gemessen und angeboten, aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht bei der Beseitigung von Schimmelschäden auf Wänden im Schlafzimmer und Kinderzimmer zu helfen.

Petra Thümmler, die erst vor kurzem eine Bauchoperation hatte und sich um ihre und die Gesundheit ihrer Familie sorgt, stimmt ihr Vorgehen mit dem Mieterverein ab.

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