Volksbank-klassisch

Rhein Ruhr-Philharmonie begeistert 700 Besucher in Hattingen

Volksbank Klassisch - die Rhein Ruhr-Philharmonie trat am Samstag mit Solisten in der Gebläsehalle auf.

Volksbank Klassisch - die Rhein Ruhr-Philharmonie trat am Samstag mit Solisten in der Gebläsehalle auf.

Foto: Biene Hagel / Funke Foto Services

Hattingen.  Volksbank klassisch zog in Hattingen 700 Zuschauer in die Gebläsehalle zum Konzert der Rhein Ruhr-Philharmonie. Es gab Werke aus einigen Epochen.

Volksbank klassisch – in einem fulminanten Konzert mit Werken aus Klassik und Romantik, dem 20. und 21. Jahrhundert begeisterte die Rhein Ruhr-Philharmonie unter Leitung von Thomas Schlerka am Samstagabend fast 700 Besucher in der Gebläsehalle.

Orchester wird 30 Jahre alt

Das Orchester feierte dabei ein Jubiläum: Auf 30 Jahre gemeinsamen Musizierens können die Musikerinnen und Musiker inzwischen zurückblicken. Zum Auftakt ihres Herbstkonzertes spielt die Rhein Ruhr Philharmonie den bekannten Bolero von Maurice Ravel (1875-1937), eines der populärsten Orchesterwerke des 20. Jahrhunderts. Der satte Glanz und die Geschmeidigkeit des Klangbildes fesseln in dieser Interpretation ebenso wie die absolute rhythmische Sicherheit.

Lieder von Richard Strauss und Bernd Johannes Wolf

Die in Hattingen aufgewachsene junge Sopranistin Inga Balzer gestaltet Lieder von Richard Strauss (1864-1949) und eine Uraufführung des Hattinger Musikpädagogen Bernd Johannes Wolf (*1957). Nach Gedichten von Edna St. Vincent Millay (1892-1950) sind die „Three Songs of Shattering“ für Sopran und Orchester entstanden. „Ich habe dieses Werk 2016 ursprünglich für Streichquartett und Sopran geschrieben und in der St. Georgs-Kirche uraufgeführt. Dann habe ich gedacht, es wäre schön, das zu instrumentalisieren und so noch weitere klangliche Aspekte zur Geltung zu bringen,“ erzählt der Komponist.

Inga Balzer überzeugt mit reifer Textausdeutung

Um tonale Ankerpunkte strukturiert Wolf die linear geführte Gesangsstimme in dieser polytonalen, fragmentarisch aufgebauten Komposition, das Orchester schattiert dabei wie ein Kommentator Seelenzustände aus. Inga Balzer lotet diese atmosphärisch dichten Lieder, die Verlust, Erinnerung und Resignation thematisieren, in feinen Nuancen aus; auffallend ist dabei die Reife ihrer Textausdeutung. Diese stellt die junge Sopranistin auch in den Liedern für Sopran und Orchester von Richard Strauss überzeugend unter Beweis.

Sopranistin im Dialog mit dem Orchester

In die weich flutenden, satten Klänge der Rhein Ruhr Philharmonie fädelt sich die Stimme der Sängerin unmerklich ein, in einer verhaltenen Erzählung, die sie wie einen Dialog mit dem Orchester gestaltet. Zu machtvoller Fülle schwingt sich ihre schlank geführte Stimme über den vollen Orchesterklängen in „Heilige Nacht“ auf. In Ludwig van Beethovens (1770-1827) Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op.37 brilliert Gastpianist Bernhard Bücker. Sein kristallines Spiel voll unprätentiöser Virtuosität findet sich mit der federnden Eleganz und den geschmeidigen Klängen der Rhein Ruhr Philharmonie zu einer rundum stimmigen Interpretation zusammen. Mit der Akademischen Festouvertüre in c-Moll op.80 von Johannes Brahms (1833-1897) ließ die Rhein Ruhr Philharmonie ihr Jubiläumskonzert stimmungsvoll ausklingen.

INFO

Bernd Johannes Wolf, Jahrgang 1957, war nach dem Studium in Bochum und Köln als Musik- und Englischlehrer in Bochum und Hattingen tätig, seit 1990 am Gymnasium Waldstraße in Hattingen.

Neben seiner Tätigkeit als Schulmusiker ist Bernd Wolf als Gitarrist und Kontrabassist bis heute in Konzerten und auf Konzertreisen (innerhalb und außerhalb Europas) verschiedener Orchester sowie diverser Ensembles der Bereiche Kammermusik und Jazz in Erscheinung getreten.

Weiterhin ist er als Komponist sowie als Bearbeiter tätig. Wolf ist auch Mitglied der Rhein Ruhr- Philharmonie sowie der Landes-Lehrer-Big Band NRW.

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