Geschichte

Projekt erinnert an die Toten in dem Ersten Weltkrieg

Applaus für die Präsentation des Projekts der Gesamtschüler aus Hattingen. Im Hintergrund ein Kunstwerk von Bottroper Gesamtschülern.

Foto: Fischer

Applaus für die Präsentation des Projekts der Gesamtschüler aus Hattingen. Im Hintergrund ein Kunstwerk von Bottroper Gesamtschülern. Foto: Fischer

Hattingen.   Schüler der Gesamtschule Hattingen recherchieren zu 70 Hattingern, die 1914 in einem Gefecht starben. Beteiligung an internationalem Wettbewerb.

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„Dass wir jetzt in Deutschland Fuß fassen mit dem Wettbewerb ist für uns wichtiger als unsere Veranstaltung in Großbritannien, auf der die Premierministerin Theresa May sprach“, sagt Lady Lucy French, Gründerin der Organisation „Never Such Innocence“, die das Erinnern an den Ersten Weltkrieg (1914-1917) bei jungen Menschen wach halten will, um so den Frieden zu stärken. Sie war gestern in der Gesamtschule Hattingen zu Gast, um über den internationalen Wettbewerb zu informieren, an dem Gesamtschüler teilnehmen.

Sogar ein britischer, in Deutschland stationierter Oberst war angereist, ebenso der Leiter einer Schule für Kinder von britischen Militärangehörigen in Gütersloh.

Beeindruckende Präsentation der Schüler

Die Schüler des Geschichts-Kurses stellten am gestrigen Mittwoch in der Aula an der Marxstraße vor, was sie bereits erarbeitet haben: Sie befassen sich mit 70 Hattingern, die alle „in weniger als 30 Minuten“ am 10. November 1914 in einem Gefecht auf dem Schlachtfeld bei Poelkapelle in Belgien fielen, so Moritz Vierhuff. Die Schüler waren bereits im Stadtarchiv bei Stadtarchivar Thomas Weiß.

Bei der Veranstaltung zeigen sie Fotos von begeistert in den Krieg ziehenden Soldaten. Sie zitieren Zeitungsartikel, die die Kriegsbegeisterung der Menschen damals offenbaren, und siegessichere Parolen an Hattinger Eisenbahnwaggons. Sie lesen 24 Namen mit Alter und Stadtteil vor von Hattinger Soldaten, die nicht wiederkehrten. Zudem werden die Schüler vom 9. bis 12. November nach Ypern reisen und vor Ort den Soldatenfriedhof Langemark besuchen.

Lehrer Veysel Hezer engagiert sich stark

Der Kontakt zu „Never Such Innocence“ entstand über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. „Der Verein arbeitet bereits seit vier Jahren mit der Schule an solchen Projekten zusammen. Wir hatten Kontakt zu der Organisation, die bislang vergeblich Kontakt nach Deutschland suchte“, erklärt Verena Effgen. Federführend betreut das Projekt an der Gesamtschule Lehrer Veysel Hezer.

Bei der Wettbewerbs-Auftaktveranstaltung sind auch Gesamtschüler aus Bottrop dabei mit beispielsweise einem Bild, das nach einer Vorlage von Otto Dix entstand. Denn darum geht es in dem Wettbewerb: Neun- bis 16-Jährige sollen das Kriegsthema literarisch, musikalisch, künstlerisch bearbeiten.

Erinnerungen an Schicksale eigener Vorfahren

„Wie kurz sind 100 Jahre?! Ein Onkel bereitet seinen 100. Geburtstag vor. Die Ereignisse des Ersten Weltkrieges sind durch die schrecklichen Geschehen im Zweiten Weltkrieg in den Hintergrund geraten“, sagt Gesamtschul-Leiterin Dr. Elke Neumann. Bürgermeister Dirk Glaser berichtet von seinem Großvater, der „an der Westfront mit einem Bauchschuss verwundet wurde und von der Torheit damals erzählt hat. Stadtarchivar Thomas Weiß sagte, dass kein Fall bekannt ist, wo an einem Tag so viele Hattinger in einem Gefecht ihr Leben verloren.“

Einsendefrist für den Wettbewerb von „Never Such Innocence“ ist der 16. März 2018. Auch andere Schulen können sich beteiligen. Info: www.neversuchinnocence.com. Es gibt Geldpreise zu gewinnen. Jeder Teilnehmer erhält ein Zertifikat, das unterschrieben ist vom englischen Vizeadmiral Tim Laurence, dem zweiten Mann von Prinzessin Anne.

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