Gericht

Polizei kommt wegen Ruhestörung und findet Drogenhändler

Ein Hattinger versuchte noch, seine Drogen loszuwerden, als die Polizei klingelte.

Ein Hattinger versuchte noch, seine Drogen loszuwerden, als die Polizei klingelte.

Foto: Sven Hoppe / picture alliance/dpa

Hattingen.  Ein Mann aus Hattingen handelte mit Marihuana. Sein Versuch, die Drogen vor der Polizei zu entsorgen, scheiterte. Jetzt stand er vor Gericht.

Zusammen mit einem Freund betrieb ein 20-jähriger Hattinger Handel mit Marihuana. Für diese Straftat muss er nun 300 Euro Strafe zahlen und ein Wochenende in Arrest verbringen.

Der Angeklagte und sein Komplize saßen Anfang Mai mit vier weiteren Personen in einer Wohnung in Hattingen, als plötzlich die Polizei vor der Tür stand.

Marihuana aus dem Fenster geworfen

Sie wurde von einem Nachbarn wegen Ruhestörung gerufen. „Aus Angst, dass man uns erwischt, haben wir das Marihuana aus dem Fenster geworfen“, sagte der Angeklagte. Die Polizeibeamten merkten das und fanden neben den weggeworfenen Drogen, die in Zwei-Gramm-Portionen in vier kleine Päckchen verpackt waren, auch eine Feinwaage.

„Die ganze Sache war eine dumme Idee und das werde ich auch nicht noch einmal machen“, zeigte sich der 20-Jährige geständig. Allerdings nahm er nicht zum ersten Mal auf der Anklagebank Platz. Wegen Diebstahl, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung wurde er schon dreimal zu Sozialstunden verurteilt.

Sozialstunden führten nichts zur Besserung

Bis er diese dann auch endlich ableistete, habe es aber sehr lange gebraucht, sagte die Jugendgerichtshilfe.

„Es wurde ja schon einiges aus dem Sanktionskatalog ausprobiert. Jetzt werden wir versuchen, ihnen mit einem kurzen Freiheitsentzug zu helfen, zur Einsicht zu kommen“, sagte Richter Christian Amann.

Jugendstrafrecht und Führungszeugnis

In seinem Schlusswort gab der Richter dem Angeklagten noch eine letzte Warnung mit auf den Weg: „Die schöne Zeit, in der bei Ihnen das Jugendstrafrecht angewendet wird, ist bald vorbei. Bei weiteren Straftaten wird das in ihrem Führungszeugnis aufgeführt. Und das ist für ihre berufliche Zukunft überhaupt nicht förderlich. Besser für Sie wäre es also, wenn wir beide uns nicht wiedersehen.“

Wegen seines eigenen Drogenkonsums muss der Angeklagte außerdem noch ein halbes Jahr lang die Suchthilfestelle der Caritas Hattingen aufsuchen.

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