Großbrand

Polizei: Es war Brandstiftung auf der Gethe in Sprockhövel

Georg Dölger steht am Montag vor den noch schwellenden Strohballen, die nur noch ein Haufen Asche sind.

Georg Dölger steht am Montag vor den noch schwellenden Strohballen, die nur noch ein Haufen Asche sind.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Nach dem Brand auf der Gethe in Sprockhövel ermittelt die Kriminalpolizei. Eine Selbstentzündung der 400 Heuballen hält sie für unwahrscheinlich.

Noch über den gesamten Sonntag war die Freiwillige Feuerwehr Sprockhövel damit beschäftigt, die rund 400 brennenden Heuballen – die Zahl berichtigte jetzt die Polizei – auf der Wiese des Zucht-, Reit- und Fahrvereins Auf der Gethe auseinander zu ziehen und die Brandnester zu löschen. Erst am Montagvormittag wurde über die Warn-App NINA Entwarnung für Rauch- und Geruchsbelästigung gegeben. Zu diesem Zeitpunkt war es nur noch der Vereinsvorsitzende Georg Dölger, der draußen die qualmenden Reste seines Heus beobachtete.

Vernehmung durch die Kriminalpolizei

„Es ist die Arbeit von einem ganzen Jahr, die da von den Flammen verschlungen worden ist“, sagt Dölger bitter; Heu und Stroh, das sein Betrieb auf einer Fläche von rund 45 Hektar erwirtschaftet hatte. Und das als Futter für die 70 Pferde des Vereins auf dem Hof dienen sollte. Im Laufe des Sonntags hat Georg Dölger Gespräche mit der Kriminalpolizei geführt. „Hintergrund ist natürlich, dass sich 400 Ballen bei dieser moderaten Witterung nicht einfach von selbst entzünden“, so Dölger. So stand der Verdacht von Brandstiftung ziemlich schnell im Raum.

Spürhund brachte keine Spur

Die Polizei berichtet, sie habe einen Brandmittelspürhund eingesetzt, eine Suche sei jedoch ergebnislos verlaufen. Georg Dölger stellt klar, dass er oder seine Familie von niemandem weiß, der wegen irgendeinem Vorkommnis um Mitternacht von Samstag auf Sonntag so etwas getan haben könnte. „Ich möchte aber nichts Näheres über meinen Austausch mit den Ermittlern bekannt geben“, wendet Dölger ein. Er persönlich hält es aber durchaus für möglich, dass eine psychisch gestörte Person hier zugeschlagen haben könnte, „ähnliche Fälle gab es ja schon in Witten, Bochum und im Kreis Mettmann.“

Schaden liegt bei 20.000 Euro

Rund 20.000 Euro Schaden sind ihm und dem Verein entstanden, wegen der durchweg zu trockenen Witterung in diesem Jahr war die Heuernte deutlich geringer ausgefallen als sonst; entsprechend hoch sind die Preise am Markt gestiegen. Aber es gibt auch Zeichen der Solidarität. „Noch in der Brandnacht kam ein Nachbar zu mir und bot mir Hilfe an“, sagt Dölger. Andere seien gefolgt, auch der Beigeordnete Volker Hoven habe am Sonntagmorgen vorbeigeschaut und seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die landwirtschaftlichen Betriebe rund um Sprockhövel dem Verein hilfreich zur Seite stehen.

Alle Freiwilligen alarmiert

Das Großfeuer nahe der Autobahn A43 war kurz nach Mitternacht zum Sonntag ausgebrochen, Menschen, Tiere und Gebäude waren dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Von der Kreisleitstelle wurde dann innerhalb von drei Minuten der so genannte Stadtalarm ausgelöst, in dessen Folge alle freiwilligen Kräfte mobilisiert wurden. Unter Leitung des Sprockhöveler Chefs der Feuerwehr, Christian Zittlau, waren dann 57 ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner bis zum Morgengrauen im Einsatz, die, in Schichten eingeteilt, über den ganzen Sonntag das mächtige Strohfeuer bekämpften.

Großes Lob für Feuerwehrleute

Georg Dölger spricht der Feuerwehr ein großes Lob aus. Sie hätten mit großem Einsatz gegen die weithin sichtbare Feuersbrunst gekämpft.

„Unter den Einsatzkräften in Sprockhövel sind auch einige Landwirte“, sagt er. Auch sie hätten ihm Mut zugesprochen und Hilfe angeboten.

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