Am Ende der Woche

Politisch handeln und rauchfrei Ostern in Hattingen feiern

Ulrich Laibacher, Leiter der WAZ-Redaktion Hattingen

Ulrich Laibacher, Leiter der WAZ-Redaktion Hattingen

Foto: Volker Speckenwirth

Hattingen.  Hier lebende EU-Ausländer stimmen bei der Europawahl mit. Hattinger zeigen Flagge zum Kanalnetz-Geschäft. Politikverdrossenheit sieht anders aus.

Im Jahr 1992 hat die Gesellschaft für deutsche Sprache „Politik­verdrossenheit“ zum Wort des Jahres erklärt. Zwei Jahre später wurde es in den Duden aufgenommen. Seitdem dient der Hinweis auf die bedrohliche Abkehr der Bürgerinnen und Bürger von politischen Fragen immer wieder als aktuelle Zustandsbeschreibung der Gesellschaft.

Wie schön, dass es Ausnahmen gibt. Am Mittwoch haben wir darüber berichtet, das rund 1500 Hattingerinnen und Hattinger Staatsbürger eines anderen EU-Landes sind. Und viele bei der Europawahl am 26. Mai unbedingt mitstimmen wollen. So wie der Pole Laurentius Ta­cica, der sagt: „Es ist doch meine Pflicht mitzubestimmen.“

Nicht weniger wichtig als das Mitbestimmen ist das Mitmachen. Womit wir beim Kanalnetz wären. Hatte schon im März die Bürgerinformationsveranstaltung der Stadtverwaltung mit 60 Besuchern das rege und fundierte Interesse der Bevölkerung gezeigt, so lässt das Einmischen auch nach der Entscheidung im Rat der Stadt nicht nach.

Hattinger Bürger fordern Schuldenbremse

„Bürger fordern Schuldenbremse“ hat die Redaktion über ein Meinungsforum geschrieben, in dem Pro und Contra zum Kanalnetz-Geschäft am Mittwoch noch einmal abgebildet wurden. Moderat im Ton, aber hart in der Sache machen die Bürgerinnen und Bürger ihren Standpunkt klar. Von Politikverdrossenheit keine Spur. So muss es sein.

Da wir gerade bei Standpunkten sind. Verschiedene Meinungen gehören zu einer Stadtgesellschaft ebenso wie feste Regeln. Die gelten seit ein paar Jahren für die Hattinger Osterfeuer. Nur noch öffentliche Traditionsveranstaltungen sind zugelassen, nachdem die Feiern 2007 mit 553 angemeldeten Osterfeuern völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Da lag der Qualm noch Ostermontag über der Stadt. Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, rauchfreie und besinnliche Ostertage.

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