Innenstadt

Politik weitet die Fahrrad-Freigabe in Hattingen noch aus

Bald dürfen sie in Teilbereichen auch mit dem Rad fahren. Foto:Speckenwirth/Archiv

Bald dürfen sie in Teilbereichen auch mit dem Rad fahren. Foto:Speckenwirth/Archiv

Hattingen.  In den Randbereichen der Hattinger Fußgängerzone ist das Radfahren künftig auch tagsüber erlaubt. Zum Beispiel auf der Kleinen Weilstraße.

Die Hattinger Fußgängerzone wird umfangreicher für Fahrradfahrer freigegeben als von der Verwaltung geplant: In der Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt und Verkehr beschlossen die Mitglieder mehrheitlich mit Stimmen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und den Linken-Piraten, dass Randbereiche auch tagsüber von Radlern genutzt werden dürfen – probeweise erst einmal auf ein Jahr beschränkt.

Konkret wurde der Verwaltungsvorlage, den Radverkehr in der Fußgängerzone zwischen 19 und 9 Uhr freizugeben, zugestimmt. Darüber hinaus sind auch die Verkehrsflächen in der Altstadt, auf denen bereits Autos fahren (unter anderem Talstraße, Emschestraße, Johannisstraße und Horst) für Fahrräder frei – das sind sie bislang zwar auch schon, es wurde aber noch einmal durch den Beschluss verdeutlicht.

Initiative Pro Rad wirkte mit

Neu hinzu kommen die Verbindung zwischen der Bahnhofstraße über die Kleine Weilstraße bis ins Krämersdorf beziehungsweise bis auf den Obermarkt sowie die obere Heggerstraße. Hier dürfen Fahrrad­fahrer zwischen Blankensteiner Straße und der Roonstraße sowie im Bereich der Moltkestraße fahren. Vorbereitet wurde der Beschluss von SPD und Grünen in Zusammenarbeit mit der Initiative Pro Rad.

Bedenken äußerten Ralf Sommer (SPD), der bei der Polizei arbeitet, sowie Gilbert Gratzel (FDP): „Wenn ich die Wahl zwischen dem Sicherheitsinteresse der Fußgänger und dem Mobilitätsinteresse der Rad­fahrer habe, entscheide ich mich für die Sicherheit.“

Dezernent Jens Hendrix erklärte, die Stadtverwaltung werde die Situation im Probelauf gemeinsam mit der Polizei beobachten. „Das gilt für die Fahrräder wie auch für die Wegebahn. Wenn etwas passiert, müssen wir nachweisen können, den notwendigen Sicherheitsaspekten Rechnung getragen zu haben.“ Rücksicht nehmen müssten alle.

Sollte die Freigabe auf Dauer kommen, „werden wir die Straßen umwidmen müssen“, so Jens Hendrix. „Denn dann haben wir keine Fußgängerzone mehr.“

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