Umwelt & Parken

Politik kämpft gegen Steingärten – aber für mehr Parkplätze

An der Ecke Schulstraße/ Talstraße soll ein großer Neubau entstehen. Um die Parkplätze gibt es Diskussionen und nun einen einen neuen Vorschlag.

An der Ecke Schulstraße/ Talstraße soll ein großer Neubau entstehen. Um die Parkplätze gibt es Diskussionen und nun einen einen neuen Vorschlag.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  In Hattingen setzt sich die Politik einerseits für mehr Stellplätze für Autos an der Talstraße ein. Andererseits fordert sie mehr Umweltschutz.

Zwei Welten prallen im Stadtentwicklungsausschuss aufeinander. Da wird einerseits dem wachsenden Umweltbewusstsein Rechnung getragen. Anderseits aber um jeden zusätzlichen Stellplatz für Autos gefeilscht. Und mittendrin kommen auch die Personalprobleme in der Bauverwaltung auf den Tisch.

Zu wenig Parkplätze an der Talstraße

Verschiedene Vorhaben standen auf der Tagesordnung des Ausschusses. Darunter auch ein Objekt, um das es immer wieder Diskussionen gegeben hatte: der geplante Skiba-Bau an der Ecke Schulstraße/ Talstraße. An der Frage nach den Stellplätzen scheiden sich die Geister.

Die Politik hatte eine Nachbesserung der Planung gefordert, nachdem mit den ursprünglich vorgesehenen 17 rechtwinklig angeordneten Stellplätzen die öffentlichen Parkplätze am Straßenrand wegfielen. Die Lösung stellt Marc Schulte Mesum aus dem Fachbereich Stadtplanung und Stadtentwicklung nun vor: Mit 13 schräg angeordneten Stellplätzen bliebe unter Berücksichtigung der Rangierwege auf der gegenüberliegenden Straßenseite genug Platz für fünf Autos.

Parkverbot für Mitarbeiter

Stefan Bahr (CDU) wünscht sich mehr und bringt ins Spiel, ob nicht die rechtwinkligen Stellplätze und dennoch das Parken gegenüber realisierbar seien. Schulte Mesum stellt klar: Das funktioniert nicht. Die Abstände seien dafür zu zu gering.

Sascha Kursawe (Linke-Piraten) gibt zu bedenken, dass die Stellplätze für die geplanten 39 Wohnungen, Bäckerei und Arztpraxis zu wenig seien. Er schlägt vor, die künftigen Mitarbeiter zu verpflichten, im Altstadtparkhaus zu parken. „Die Plätze reichen aus“, ist Dezernent Jens Hendrix überzeugt. Kundenparkplätze könne zudem nur der Eigentümer ausweisen.

Politik will mehr Umweltschutz

Eines ist klar, betont der Baudezernent: „Wir reden über mehr Grün, aber wir können den Kreis nicht zum Quadrat machen: Wenn wir mehr Grün in der Stadt haben wollen, müssen wir den Raum für Autos einschränken.“ Dafür will man ein richtiges Maß finden.

Denn mehr Grün, das wollen alle Fraktionen, wie die Diskussion um den nächsten Tagesordnungspunkt zeigt – ein Antrag der Grünen zur Verhinderung von Steingärten. Sie regen an zu prüfen, wie Renaturierungen gefördert werden können.

Informationen kommen mit dem Steuerbescheid

Die Stadtverwaltung verweist auf ihre Maßnahme: Mit dem Grundsteuerbescheid werden alle Hattinger einen Informationsflyer erhalten, der mit der Natur- und Umweltschutzakademie des Landes erstellt wurde. Er enthält Argumente gegen Stein- und für bepflanzte Gärten und Tipps, welche Pflanzen geeignet sind.

Finanzielle Förderungen hält Hendrix dagegen für schwierig. Es stelle sich schon allein die Frage, bei wieviel Schotteranteil ein Steingarten anfange. „Uns sind da rein personell die Hände gebunden. Ein Mann kümmert sich um sämtliche Ordnungswidrigkeiten. Der kann nicht auch noch Schotter kontrollieren“, betont Hendrix.

Für Bußgeldverfahren fehlt Personal

Schon zuvor hatte die Personalnot eine Rolle gespielt. Denn laut Etatentwurf soll vorerst auf Bußgeldverfahren verzichtet werden. Das bestätigt Hendrix für den Bauordnungsbereich: „Wir schreiten ein, wo Gefahr in Verzug ist. Aber wir können nicht alles verfolgen – zum Beispiel eine Garagenfehlnutzung. Die Kollegen sollen Baugenehmigungen machen“, betont er.

Entsprechend gibt es auch vorerst keine Kapazitäten im Kampf gegen Steingärten. Die Stadt hofft auf die Einsicht der Bürger. Die Politik übrigens hatte sie bei den Stellplätzen: Dem neuen Entwurf wurde bei einer Enthaltung (Linke-Piraten) zugestimmt.

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