Schulen

Politik in Hattingen macht Druck bei Betreuung von Kindern

Die Sache kommt ins Rollen: Grundschulkinder sollen auch in den Ferien vormittags verlässlich betreut werden. Welche Rolle der Ferienspaß mit seinen Angeboten wie Skaten (hier aus 2019) dabei spielt, ist offen.

Die Sache kommt ins Rollen: Grundschulkinder sollen auch in den Ferien vormittags verlässlich betreut werden. Welche Rolle der Ferienspaß mit seinen Angeboten wie Skaten (hier aus 2019) dabei spielt, ist offen.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Grundschüler sollen in den Ferien vormittags verlässlich betreut werden. Ein Konzept soll her, aber auch eine Übergangslösung ist möglich.

Eltern mit Kindern im Grundschulter sollen auch für die Ferienzeiten mit einer verlässlichen Vormittagsbetreuung planen können. Das ist der erklärte Wille aller sechs im Rat der Stadt vertretenen Parteien.

Mit großer Mehrheit hat die Stadtverordnetenversammlung einen Vorstoß der CDU zu diesem Thema gebilligt. Unterschiedlicher Meinung ist die Politik, was die Zeitschiene zur Umsetzung und die Einbeziehung des Ferienspaßes in eine Lösung des Problems angeht.

Im Rahmen der „Verlässlichen Vormittagsbetreuung“ werden in Hattingen aktuell 328 Erst- bis Viertklässler von 8 bis 13.20 Uhr betreut – das gilt allerdings nur für die Schultage, nicht für die Ferienzeit. Das sei für viele Familien ein Problem, hat die CDU erkannt – und vorgeschlagen, den Ferienspaß in eine Lösung einzubeziehen.

Der SPD geht das nicht weit genug

Die Idee: Würde der Anmeldetermin für die beliebten Aktionen jener Reihe vom April auf den Dezember des Vorjahres vorverlegt, könnten Familien die Betreuungstage in ihre Urlaubsplanungen für das nächste Jahr einbeziehen.

Der SPD geht das nicht weit genug. „Der Ferienspaß ist ein erlebnispädagogisches Angebot und keine Betreuung“, stellt Thorsten Spittank fest. „Die vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen leisten hervorragende Arbeit. Für eine verlässliche Vormittagsbetreuung sollte unserer Ansicht nach allerdings auch speziell geschultes Personal zur Verfügung stehen.“

Womit die Diskussion beim Geld angelangt ist – und bei der Zeitschiene. Hat die CDU noch vorgeschlagen, die Verwaltung solle bis zu den Osterferien 2020 einen Lösungsvorschlag oder zumindest eine Idee für eine Übergangslösung vorlegen, drückt die SPD aufs Tempo.

Finanzielle Folgen in den Etat einstellen

„Wir wünschen uns eine Lösung bereits für das Jahr 2020“, erklärt Spittank. Und weil die über den Ferienspaß hinausgehen müsse, rede man vermutlich über eine Gruppe für zwölf Wochen mit jeweils zwei Betreuern.

Die Folge: „Das kostet Geld.“ Daher wollen die Sozialdemokraten das zusätzliche Angebot so schnell wie möglich auf dem Tisch haben, um die finanziellen Konsequenzen noch in den Haushalt 2020 einstellen zu können.

Was die Verwaltung unter Zugzwang bringt. Sie müsste eine beschlussreife Vorlage am 19. November dem Schulausschuss vorlegen, damit der Rat der Stadt darüber am 3. Dezember im Rahmen der Etatverabschiedung entscheiden kann.

Schuldezernent Matthias Tacke soll darin auch alle Möglichkeiten der Organisation abwägen. So könnte die Stadt für eine solche Maßnahme eigenes Personal einsetzen oder die Leistung bei einem freien Träger einkaufen. „Der Zeitplan ist sportlich, wir werden es versuchen“, verspricht Tacke.

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