Soziale Medien

Petfluencer: Wie ein Hund aus Hattingen Instagram erobert

Toffee ist posen gewohnt. Auf seinem Instagram-Kanal lädt Frauchen Melissa Kugel-Atanaz fast täglich Bilder ihrer gemeinsamen Fotoshootings hoch.

Toffee ist posen gewohnt. Auf seinem Instagram-Kanal lädt Frauchen Melissa Kugel-Atanaz fast täglich Bilder ihrer gemeinsamen Fotoshootings hoch.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Hund Toffee aus Hattingen hat seinen eigenen Instagram-Kanal. Mittlerweile hat er schon 13.000 Fans auf der Plattform.

Kupferfarben leuchten die Haare in der Oktobersonne, das Halstuch in herbstlichen Farben sitzt perfekt und mit treuen, braunen Kulleraugen schaut das Model mal in die Kamera, mal verträumt in die Ferne. Mit seinen dreieinhalb Jahren ist Toffee mittlerweile ein richtiger Profi im Posieren. Sein Frauchen Melissa Kugel-Atanaz sitzt mit der Kamera vor ihm, motiviert ihren Hund mit liebevollen Worten – und mit Leckerchen. Im Hintergrund verleiht die Industriekulisse der Henrichshütte der Szenerie einen modern-nostalgischen Charme.

Mehr als 13.000 Fans auf Instagram

Die Bilder, die auf ihren gemeinsamen Touren durch Hattingen und manchmal auch weiter weg entstehen, werden auf der ganzen Welt gesehen. Melissa befüllt damit den Account „toffee.on.tour“ – Toffees eigenes Profil im sozialen Netzwerk Instagram. Das ist erst einmal nichts Ungewöhnliches, viele Haustiere haben eigene Seiten auf Facebook, Instagram und Co. Doch in den seltensten Fällen werden sie damit berühmt.

Toffee allerdings ist auf dem besten Weg dorthin. Mehr als 13.000 Fans hat der Bernhardiner-Berner Sennenhund-Mischling schon bei Instagram. „Wir haben gar nichts Besonderes gemacht“, wundert die Hundebesitzerin noch heute darüber. Vor drei Jahren hatte sie den Account ohne große Ambitionen gestartet. Damals war sie als Hobbyfotografin oft auf Konzerten unterwegs, irgendwann durfte dann auch ihr Haustier Modell stehen.

„Unser Account ist ehrlich“

Wieso die Bilder so erfolgreich wurden, weiß Melissa Kugel-Atanaz nicht, hat aber eine Vermutung: „Unser Account ist ehrlich!“ Bei den richtig bekannten Vierbeinern werde auch viel beschönigt, erläutert die 27-Jährige. Bei ihr und Toffee ist das nicht der Fall.

So gibt es auf dem Kanal auch Bilder von Toffee mit Maulkorb, weil er manchmal schnappt, wenn er unsicher ist. Und auch, dass er sich mit anderen Rüden oftmals nicht versteht, verheimlichen die beiden nicht: „Wir zeigen halt auch unsere Macken.“ Ihre und Toffees Fans honorieren es mit Herzchen und Kommentaren.

Eine Zeit lang haben Melissa und Toffee als richtige „Petfluencer“ gearbeitet – also mit ihren Bildern Werbung für Hundeartikel, wie zum Beispiel Halsbänder, gemacht. Das habe zwar Spaß gemacht, sagt Melissa Kugel-Atana heute, sei ihr jedoch irgendwann zu stressig geworden. Auch sei es einigen der Fans zu viel geworden, sie verabschiedeten sich. Heute unterstützen Frau und Hund nur noch Shops oder Dienstleister, die ihnen persönlich gefallen – ohne Bezahlung, ohne Druck.

Toffee wird immer berühmter

Trotzdem – oder deswegen – wird Toffee immer berühmter. Er war sogar schon einmal im Fernsehen, in einem Beitrag des WDR mit dem Titel: „Fünf Dinge, die sich ändern, wenn ein Hund einzieht“. Außerdem hat ein Online-Shop für Leckerchen einen Knochen nach ihm benannt. Und auch daheim in Hattingen wurde der pelzige Medienstar schon erkannt: „In der Altstadt hat ihn eine Frau begrüßt, die ich nicht kannte“, erzählt Melissa. „Ich dachte, es könnte vielleicht eine Bekannte meiner Mutter sein. Doch sie sagte: ,Nein, ich folge euch auf Instagram!’“

Auf Toffees Instagram-Profil überwiegen Aufnahmen in den unterschiedlichsten Alltags-Situationen. Mal sitzt er ganz entspannt vor der Fachwerk-Kulisse in der Altstadt, mal beißt er genüsslich in ein Stück Melone oder schüttelt sich Wasser aus dem weiß-roten Fell. „Ich hab so ein paar Locations, die ich immer wieder abklappere“, erzählt Melissa Kugel-Atanaz. Dazu gehören das Gelände an der Henrichshütte, aber auch die Hattinger Altstadt („Vor allem sonntags, wenn nichts los ist“) oder der Schulenberg Wald. „Da frage ich auch meine Community, was sie lieber sehen wollen – in der Stadt, auf dem Land oder im Wasser.“

Obwohl das alles nach viel Spaß klingt, steckt auch viel Arbeit in der Pflege eines Instagram-Accounts. Ziehen Toffee und Frauchen los zum Shooting, nimmt das – inklusive Nachbearbeiten der Bilder – schon mal einen halben Tag in Anspruch. Und obwohl Toffee einige Tricks – wie Männchen machen, Verbeugen oder Winken – beherrscht, klappt bei den Fotoshootings selten alles reibungslos. So mag sein Frauchen es am liebsten, wenn Toffee das Maul geschlossen und die Ohren vorn hat. „Meistens hängt aber die Zunge auf halb acht und die Ohren sind hinten“, erzählt sie lachend.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben