Ausstellung

Patienten aus der Forensik zeigen in Hattingen Kunstwerke

Im Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen werden Kunstwerke von forensischen Patienten zu sehen sein. Anlass ist die Fachtagung „4. Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege“.

Im Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen werden Kunstwerke von forensischen Patienten zu sehen sein. Anlass ist die Fachtagung „4. Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege“.

Foto: Walter Fischer

Hattingen.  Im Industriemuseum Hattingen wird das Zimmer eines forensischen Patienten aufgebaut und begehbar sein. Es ist Teil einer Ausstellung.

Liliane Zuuring

Maßregelvollzugspatienten aus dem ganzen Bundesgebiet haben sich künstlerisch betätigt: Die Ergebnisse sind im Industriemuseum an der Werksstraße 31-33 zu sehen – und zwar am kommenden Samstag und Sonntag, 15. und 16. Juni, sowie am Dienstag, 18. Juni.

Insgesamt werden 22 Kunstwerke von 14 Künstlern zu sehen sein. Sie sind oder waren überwiegend Maßregelvollzugspatienten sowie einige Untergebrachte aus der Sicherheitsverwahrung, die sich mittels ihrer Werke kreativ mit ihrer Unterbringung hinter Gittern auseinandergesetzt haben.

In Hattingen zu sehende Kunstwerke forensischer Patienten entstanden in sieben Jahren

Ein nachgebautes und begehbares Patientenzimmer, das mit unzähligen Strichlisten versehen ist, verdeutlicht die langjährige Unterbringung eines forensischen Patienten. Die Kunstwerke sind alle in den vergangenen sieben Jahren entstanden. Die Ausstellung ist Teil einer Fachtagung, der vierten Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege, am Montag und Dienstag im Industriemuseum. 230 Teilnehmer werden kommen. Fachleute werden dann über den Einsatz von Genesungsbegleitern in der Forensischen Psychiatrie reden. Der Name der Tagung, die von den Pflegedirektionen der sechs Maßregelvollzugskliniken und der Akademie für Forensische Psychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe organisiert wird, ist „Ich spreche forensisch. Und du?“

Erfahrungsreisen sind geplant

Was in der Allgemeinen Psychiatrie seit Jahren erfolgreich erprobt wird, wollen Teilnehmer in Workshops, in Erfahrungsreisen und Diskussionsrunden auch für den Maßregelvollzug besprechen, so heißt es in der Ankündigung der Tagung. Diskutiert wird, inwieweit so genannte Genesungsbegleiter, also Psychiatrieerfahrene, die ihre psychische Erkrankung hinter sich gebracht haben, in die Behandlung von Maßregelvollzugspatienten einbezogen werden können.

Interessierte können die Ausstellung besuchen an den Öffnungstagen je von 10 bis 18 Uhr in der historischen Gebläsehalle. Sie zahlen den Museumseintritt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben