Tierschutz

Paasmühle Hattingen: Neue Ideen sollen Finanzierung sichern

Thorsten Kestner, erster Vorsitzender des Vereins Paasmühle, Pflegestation für Eulen, Greifvögel und Wasservögel in Hattingen, zeigt einen schon gereinigten Waldkauz, der in einem Kamin des Hauses einer Hattinger Familie festsaß und mit Ruß und Öl verdreckt war.

Thorsten Kestner, erster Vorsitzender des Vereins Paasmühle, Pflegestation für Eulen, Greifvögel und Wasservögel in Hattingen, zeigt einen schon gereinigten Waldkauz, der in einem Kamin des Hauses einer Hattinger Familie festsaß und mit Ruß und Öl verdreckt war.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Mit neuen Ideen will die Vogelpflegestation Paasmühle Hattingen ihre Finanzierung sichern. Geplant sind Foto-Seminare, Hochzeiten und mehr.

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Ein neues Jahrzehnt, neue Ideen: Denn die müssen her, damit die Finanzierung der Pflegestation für Eulen, Greifvögel und Wasservögel Paasmühle in Hattingen weiterhin gestemmt werden kann, sagt Thorsten Kestner vom Verein Paasmühle.

Schwanensee am Kemnader See

Aufmerksam machen auf die Paasmühle mit derzeit 400 tierischen Gästen wird er Ende März auf jeden Fall, wenn er bei der Saisoneröffnung am Kemnader See nicht nur zahlreiche Schwäne freilassen – sondern dazu auch Tänzer „Schwanensee“ tanzen lassen wird. „Schwanensee am Schwanensee“, nennt Thorsten Kestner (55) das.

Außerdem soll es mehr Fotoseminare und Fotoshooting-Möglichkeiten in der Paasmühle geben. „Eine Fotografin macht hier schon beispielsweise Porträts von Kindern mit Schwänen. Einige Schwäne sind sehr zutraulich. Das klappt gut. Auch mit manchem Greifvogel ist das möglich“, sagt der Wildvogelretter.

Location für Hochzeiten und Feiern

Und Menschen, die mit ihrer Kamera den Paasmühlen-Tieren nahekommen möchten, sollen dazu Gelegenheit bekommen. Auch Kindern würde das Spaß machen, sagt Kestner. „Wir müssen sehen, wie wir Geld zusammenbekommen.“ Dazu soll auch beitragen, die „Eventlocation“ auf dem Gelände weiter auszugestalten und vermehrt für Hochzeiten und Feiern zu vermieten.

„Außerdem planen wir auch ein Eulen-Dinner. Wir halten öfter Vorträge über Eulen. Bei dem Dinner möchten wir mit ,Zum Hackstück’ kooperieren. Da soll es einen Vortrag mit Essen geben, wir könnten auch, weil das in der Nähe ist, eine Eule mitbringen“, blickt Kestner in die Zukunft.

Kamine werden zur Falle für Waldkäuze

In der Gegenwart beschäftigen ihn derzeit nicht nur die Planungen für das Jahr 2020, sondern immer wieder Waldkäuze, die in Kaminen landen und sich nicht alleine befreien können, beispielsweise, weil sie am Edelstahl abrutschen. „Manche haben schon kaum noch Krallen, weil sie so oft versucht haben, wieder nach oben zu kommen.“

Eben erst hat er bei einer Hattinger Familie einen Kauz abgeholt, der im Kamin saß. „Viele Kamine haben ja eine Glasscheibe, da sitzt er dann plötzlich hinter“, berichtet Kestner. Die Familie hatte den Kauz bereits rausgelassen – und einen Wäschekorb über ihn gestülpt. „Es gibt Dreck, wenn er dann rausgelassen oder rausgeholt wird, denn der Kauz schlägt ja mit den Flügeln, die ganz schwarz sind.“

Fotografen mit Drohnen stören Vögel

Kestner nimmt die Käuze mit zur Pflegestation, hier müssen sie gewaschen werden. „Denn sie sind ganz schwarz und ölig.“ Ein bis zwei Tage – sind die Krallen zu kurz, dann auch länger – bleiben die „Kamin-Käuze“, wie Kestner sie nennt, dann in der Paasmühle. Anschließend fährt der Vogelschützer sie in die Nähe ihres Fundortes, um sie in die Freiheit zu entlassen. „Momentan ist Balz. Es kann sein, dass der Kauz schon jemanden gefunden hat, der auf ihn wartet.“ In die Kamine fliegen Käuze übrigens zumeist, weil sie sie für eine mögliche Brut- oder Schutzhöhle halten. Teils wöchentlich rettet Kestner einen der Vögel. Dabei ist es so einfach für Hausbesitzer, Käuzen zu helfen. „Einfach ein Dohlengitter auf dem Kamin anbringen“, empfiehlt Kestner.

Ein Problem für die Wildvögel stellen übrigens oft Hobby-Naturfotografen mit Drohnen dar. „Sie meinen es nicht böse, fliegen aber ganz nah über Nester von Freibrütern wie Störchen oder Eulen – und stören so das Brüten“, sagt Kestner.

Naturschutz am Fischteichen

Eine Neuigkeit hat er verrät er noch: Gepachtet hat er neuerdings zwei Fischteiche in der Nähe. Nicht etwa, weil er dort Raum für Vögel schaffen will, sondern weil er gerne möchte, dass sich dort Amphibien und Co. ansiedeln. „Wir möchten dort einfach etwas für den Naturschutz tun und Raum für Tiere schaffen, mal sehen, was so kommt.“ Es gibt eine Hütte in Teichnähe. Auch von dort aus, so Kestners Idee, könnten Fotoseminare starten. Und so mit das Überleben des Vereins mit Pflegestation sichern.

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