Verkaufsoffen

Nicht alle Händler machen bei verkaufsoffenen Sonntagen mit

Heike Schmale (58) und Nina Herminghaus-Röll (31) stöberten Seyock Wohnaccessoires und Geschenkartikel nach Osterdeko. Für die Inhaber des Geschäfts ist eine Kombination mit gastronomischen Angeboten sinnvoll.

Heike Schmale (58) und Nina Herminghaus-Röll (31) stöberten Seyock Wohnaccessoires und Geschenkartikel nach Osterdeko. Für die Inhaber des Geschäfts ist eine Kombination mit gastronomischen Angeboten sinnvoll.

Foto: Svenja Hanusch

Hattingen.   Es war der erste verkaufsoffene Sonntag in diesem Jahr in Hattingen. Drei weitere folgen noch. Warum nicht alle Einzelhändler mitmachen.

Auch wenn nicht alle Einzelhändler mitgemacht haben, der vergangene verkaufsoffene Sonntag war ein voller Erfolg.

Herrenausstatter Markus Lesmeister ist mehr als zufrieden mit dem Sonntag: „Wir haben unseren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht.“ Vor allem Sommerware – Polo-Shirts und andere Oberteile – habe er verkauft. Für ihn sei der Termin optimal gewesen, denn: „Männer kaufen ihre Sommermode später als Frauen.“

Auch das Ehepaar Peter und Susanne Seyock, die ihre Kaminfachkenntnisse sowie Deko- und Geschenkartikel seit Dezember 2018 in der Sankt-Georg-Straße anbieten, beobachteten am Wochenende einen deutlich geschlechtsspezifischen Trend. Während die Männer die Currywurst-Bude neben dem Ladengeschäft aufsuchten, zog es die Frauen zu den Oster- und Frühjahrsdekorationen in den Laden. „Essen ist wichtig für die Leute, die sonntags in die Stadt kommen. Deshalb halte ich die Kopplung von verkaufsoffenen Sonntagen und gastronomischen Angeboten für sinnvoll“, meint Susanne Seyock. Für das Ehepaar war es erst der zweite Sonntag, den es geöffnet hatte. Denn das Ladengeschäft lag vorher an der Bredenscheider Straße und damit bislang außerhalb des Bereichs, in dem der verkaufoffene Sonntag gilt.

Mehr Laufkundschaft aus anderen Städten

Auch wenn es am Samstag nicht so viele Menschen in die Stadt zog – „vermutlich wegen der Kälte“, glaubt das Ehepaar – entschädigte dafür der Sonntag. „Viele kamen von außerhalb. Sogar Kaminberatungen habe ich spontan angeboten“, erzählt Peter Seyock.

Auch Claudia Schindler, Inhaberin des Geschäfts „Blickfang“, ist sehr zufrieden mit dem Wochenende. „Vor allem treue Touristen kaufen gerne in Hattingen ein. Manche haben extra vorher angerufen und gefragt, ob ich am Sonntag aufmache.“ An der Heggerstraße bietet sie seit 17 Jahren Deko- und Porzellanartikel an. Die verkaufsoffenen Sonntage locken mehr Laufkundschaft in ihren Laden, beobachtet Schindler. Den nächsten Sonntag, der mit dem Kulinarischen Altstadtmarkt am 23. Juni verbunden ist, wird sie indes nicht öffnen. „Da kommen die Leute ja wegen der Gastronomie und nicht wegen dem, was ich anbiete.“

Kleinen Weil­straße bleibt außen vor

Loredana Ferrigno öffnet ihr Geschäft „Showroom“ an Sonntagen nicht mehr. An der Kleinen Weil­straße betreibt sie eine Modeboutique und meint: „Wir haben durch die Feste nicht mehr Laufkundschaft. Wirtschaftlich lohnt es sich für mich nicht, an einem Sonntag das Personal zu bezahlen, wenn eh keine zusätzlichen Kunden kommen.“ Am Samstag konnte sie von ihrem Ladenlokal aus beobachten, wie die Leute vom Blumenmarkt aus wieder in Richtung Heggerstraße liefen, anstatt den Weg vorbei an ihrem Laden zu nehmen. „Die Straße wirkt einfach nicht einladend“, so Ferrigno. Sie bietet ihren Stammkunden stattdessen eigene Events an; das sei profitabler.

>>> Verkaufsoffene Sonntage in Hattingen 2019

Zum Kulinarischen Altstadtmarkt vom 20. bis zum 23. Juni werden die Innenstadt-Geschäfte am Sonntag öffnen.

Zum Herbstmarkt und Panhasfest vom 3. bis zum 6. Oktober wird der dritte verkaufsoffene Sonntag des Jahres angeboten.

Und schließlich zur Adventszeit und dem Weihnachtsmarkt am 15. Dezember.

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