Lesemarathon

Neuer Blick auf Gut gegen Böse

Gut behütet beim vierten Lesemarathon in der Altstadt: Tina Becker liest aus dem Buch „Der Stalker von Nebenan“ aus der Feder von Dieter Kleffner.

Gut behütet beim vierten Lesemarathon in der Altstadt: Tina Becker liest aus dem Buch „Der Stalker von Nebenan“ aus der Feder von Dieter Kleffner.

Foto: Funke Foto Services

Hattingen.  Lars Albrecht (27) hat ein Fantasy-Buch geschrieben: „Die letzte Stundeder Menschheit“. Beim Lesemarathon hat er sich und sein Werk vorgestellt

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Literatur, Musik, köstliches Essen – und fast kein Regen. Schöner kann ein Sommerabend nicht sein. Ein kuscheliges Eckchen in der Keilstraße 4 hatte sich Verlegerin Manuela Klumpjan für ihren vierten Lesemarathon am Wochenende ausgesucht. Aufmerksame Zuhörer genossen sichtlich den Literaturnachmittag.

120 Bücher hat der Edition Paashaas Verlag mittlerweile auf den Markt gebracht. „40 bis 50 Einsendungen bekomme ich pro Woche, aber maximal ein bis zwei schaffen es in die ganz enge Auswahl“, sagt die Verlegerin, die selbst Autorin ist. Dabei gibt es ganz klare Regeln. „Politik, Religion und Porno bleiben bei uns außen vor.“

Zwei Jahre Arbeit an einem Buch

Krimis, Liebesromane und Satire sind überwiegend zu finden. Aber auch Fantasy, Koch- und Kinderbücher, sowie Kurzgeschichten. „Erbeuten“ konnte man auch schon ein Buch, das eigentlich noch gar nicht auf dem Markt ist. „Das Kochbuch der Hattinger Wirte. Sieben Freunde & ein paar Anekdoten“ kommt im nächsten Monat auf den Markt. „Das kulinarische Altstadtfest für daheim.“

Die Autoren, die bei Manuela Klumpjan unter Vertrag sind, kommen nicht nur aus der Region. Münchner, Schweizer, Holländer und Österreicher sind mit ihren Büchern zu finden. Gute Literatur kennt keine Grenzen. Jungen Schriftstellern wird eine Plattform geboten, sich mit ihren Werken vorzustellen, 20 Minuten dürfen sie jeweils aus ihren Büchern lesen.

Aber auch die „alten Hasen“ kann man bei dem Lesemarathon genießen. „Wir sind eine große Familie, man kennt sich untereinander, Eifersüchteleien, Neid, Missgunst gibt es nicht“, betont die Verlegerin. Sie achtet auf respektvollen Umgang, es scheint zu klappen.

Ein ganz junges Talent darf sich an diesem Tag vorstellen: Lars Albrecht (27) hat ein Fantasy-Buch geschrieben. „Die letzte Stunde der Menschheit“. Gut gegen Böse. Seit beinahe zwei Jahrtausenden fechten Kämpfer auf Erden mit übernatürlichen Fähigkeiten einen Krieg aus, von dem die gewöhnlichen Menschen nichts wissen.

Zwei Jahre hat der Student an dem Werk geschrieben. Man mag es kaum glauben, aber er studiert Mathe und Physik und findet, dass sich das nicht widerspricht. „In meinem Zimmer habe ich Chaos, aber nicht in meinem Kopf“, beschreibt er sich. Wie in der Mathematik müsse man auch beim Schreiben einen Raum definieren, strukturiert arbeiten.

Schriftstellerische Talente zu haben, hat nichts mit dem Beruf zu tun, weiß Klumpjan. Was man brauche, sei eine gewisse Grundintelligenz. „Leute, die mitten im Leben stehen, schreiben besonders gut.“ Ein Satz, der Mut macht.

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