Städtepartnerschaft

Neuer Anlauf für eine Partnerstadt für Hattingen

Mit Postkarten „Auf gute Partnerschaft“ werben die Jusos für die Gründung einer Städtepartnerschaft. Von dem kulturellen und Wissensaustausch könne Hattingen

Mit Postkarten „Auf gute Partnerschaft“ werben die Jusos für die Gründung einer Städtepartnerschaft. Von dem kulturellen und Wissensaustausch könne Hattingen

Hattingen.   Die Jusos setzen sich für eine Städtepartnerschaft ein. Sie bekommen dabei prominente Unterstützung und eine italienische Stadt hat Interesse.

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Hattingen soll eine Partnerstadt bekommen. Das wünschen sich nicht nur Bürger, der Vorsitzende des Heimatvereins und der Bürgermeister, sondern auch die Jung­sozialisten (Jusos), die jetzt einen entsprechenden Vorstoß starten und sogar schon ein Städtchen vorschlagen, mit dem es gelingen könnte: Calvello.

Immer wieder war in Hattingen versucht worden, eine Städtepartnerschaft zu initiieren – und immer wieder scheiterte die Idee. Nun versuchen die Jungsozialisten ihr Glück. 1000 Postkarten haben sie verteilt, um für eine Städtepartnerschaft zu werben. Auf die Nachricht bei Facebook habe sich auch direkt ein ehemaliger Hattinger gemeldet, der jetzt in Italien lebt. ­Seine Gemeinde, der kleine Ort Calvello in Süditalien, kann sich eine Partnerschaft mit Hattingen vorstellen, freut sich Leon Reinecke, Vorsitzender der Jusos.

Chance zum kulturellen Austausch

Er sieht in einer Städtepartnerschaft eine große Chance zum kulturellen Austausch. Unterstützung erhalten die Jungpolitiker auch von Bürgermeister Dirk Glaser, der bereits Anfang des Jahres die Idee einer Städtepartnerschaft aufgebracht hat. Die Hattinger Politik stand dem, wie schon in der Vergangenheit, ablehnend gegenüber.

Auch die Jusos wollen zunächst Überzeugungsarbeit in der eigenen Partei leisten. „Viele Leute sind für uns, aber es gibt auch Zweifler“, sagt Reinecke. Er sei aber optimistisch, dass die Idee in Hattingen mehrheitsfähig ist.

Wichtig sei, den „Ein-Europa-Gedanken“ weiterzutragen, sind sich Reinecke, Glaser und auch Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins einig. Das Argument, Hattingen sei bisher auch gut ohne Partnerstadt ausgekommen, will der Bürgermeister nicht gelten lassen: „Ich sehe alle Städte in der Verpflichtung, etwas für den europäischen Gedanken zu tun. Gerade in der heutigen Zeit“, betont er.

Die größte Friedensbewegung der Welt

Auch Friedrich sieht in einer Partnerschaft „die größte Friedensbewegung der Welt“. Er wünscht sich eine „Bürgerpartnerschaft, die von unten wächst, gelebt wird und die Jugend erreicht“. Vorbildhaft seien da die vielen Kontakte, die Hattinger Schulen ins Ausland pflegen. Dann „Es wäre schön, dem einen offiziellen Anstrich geben zu können.“

Glaser betont, es ginge nicht darum, „dass der Bürgermeister sich mit zwei drei Honoratioren schöne Tage macht, sondern darum, unser Demokratieverständnis zu vertreten“. Dafür könne man einen Austausch individuell gestalten, um ihn auch bei leeren Kassen zu ermöglichen.

>>> Initiative Thema beim Tag des offenen Denkmals

Hattingen ist neben Schermbeck die einzige Ruhrgebietsstadt ohne Partnerstadt. Bereits 1960 hatte der Heimatverein eine Partnerschaft, damals mit einer DDR-Stadt, angeregt.

Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, wird die Initiative der Jusos, passend zum Motto „Entdecken, was uns verbindet“, im Bügeleisenhaus Thema sein. Leon Reinecke stellt sie im Anschluss an eine Führung durch das Haus (16 Uhr) gegen 16.30 Uhr vor.

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