Ruhrtal

Neue Nostalgie-Züge fahren bald auch durch Hattingen

Die Lok der Baureihe V60 (1960 von der Firma Henschel gebaut) am Haltepunkt Haus Kemnade im Ruhrtal. Sie  könnte auf der Ruhrtalbahn-Strecke von Railflex zum Einsatz kommen und in Wengern-Ost wenden.

Die Lok der Baureihe V60 (1960 von der Firma Henschel gebaut) am Haltepunkt Haus Kemnade im Ruhrtal. Sie könnte auf der Ruhrtalbahn-Strecke von Railflex zum Einsatz kommen und in Wengern-Ost wenden.

Foto: Railflex

Hattingen.  Eine Ratinger Firma belebt nach dem Aus der Ruhrtalbahn die Nostalgie-Fahrten über Hattingen. Der erste Testlauf startet am 15. September.

Einige Englischkenntnisse schaden nicht, um einen neuen Ausflugsanbieter auf der Ruhrtalbahn-Strecke einschätzen zu können. Railflex heißt die GmbH, die zwischen dem 15. September und 27. Oktober an jedem Sonntag – mit Ausnahme des 6. Oktobers – zweimal nostalgische Züge vom Eisenbahnmuseum Bochum über Hattingen bis nach Wengern-Ost und zurück rollen lässt. Ob es sich dabei um einen einmaligen Aktionszeitraum in diesem Jahr handelt, wollen die Verantwortlichen nach der Auswertung der Premiere entscheiden.

Freundschaftliche Bindungen zum Eisenbahnmuseum

„Wir sind eine Firma wie die Deutsche Bahn – nur in klein“, sagt David Uhr. Nach Angaben des Geschäftsführers bietet Railflex mit Sitz in Ratingen in ganz Deutschland hauptsächlich Gütertransporte auf Schienen (englisch: rail) an, und das flexibel. „Wir haben aber auch eine Konzession für den Personenverkehr“, sagt der Unternehmens-Chef. Er persönlich, aber auch einige der insgesamt 35 Mitarbeiter unterhalten vielfältige und mitunter freundschaftliche Bindungen zum Eisenbahnmuseum Bochum, das ebenfalls noch auf der Strecke unterwegs ist, in diesem Jahr aber nur noch viermal. Fürs Museum stelle Railflex schon mal eine der sechs Lokomotiven aus dem Fuhrpark zur Verfügung.

Über diesen Kanal erfuhr die Ratinger Firma auch, dass die Ruhrtalbahn GmbH 2019 ihren Betrieb einstellte. Und da Railflex bereits andernorts Ausflugsfahrten anbot und über verschiedene Aufträge die Strecke am hiesigen Fluss entlang kennt, reifte der Entschluss zu einem neuen Angebot in diesem Herbst. Wahrscheinlich komme eine der beiden alten Loks, entweder die V100 oder V60, zum Einsatz. Dazu bringt das Unternehmen einen Theken-Waggon mit. Weitere Abteils stellt das kooperierende Eisenbahnmuseum per Miet-Regelung. Die bieten Platz für insgesamt 150 Fahrgäste. Sollte sich beim laufenden Vorverkauf eine höhere Nachfrage abzeichnen, ließen sich weitere Plätze organisieren.

Kein großer Gewinn zu erwarten

„Wir wollen das jetzt mal probeweise anbieten und die entstandene Lücke schließen, auch um die Strecke attraktiv zu halten“, sagt Uhr. Die Fahrpläne seien bei der DB Netz genehmigt worden und die Touristik-Eisenbahn Ruhrgebiet als Tochtergesellschaft des Regionalverbands Ruhr habe grünes Licht für ihre Gleise gegeben. „Das Risiko liegt bei uns. Wir gehen auch von keinen großen finanziellen Gewinnen aus, eine Schwarze Null wäre schön. Wir bringen nun erst mal Geld mit“, so der Geschäftsführer. Vier Mitarbeiter sollen dafür mindestens eingesetzt werden.

Da Railflex ohnehin vielerorts Loks zur Verfügung stelle, könne die Firma auch hohe Organisationsanforderungen an Museumszüge bewältigen. Dennoch will Uhr nicht zu weit vorausschauen. „Wir warten erst mal unsere erste Saison ab, sprechen danach mit dem Eisenbahnmuseum und entscheiden dann, ob es 2020 eine Fortsetzung gibt.“ Zumal womöglich Zuschüsse des EN-Kreises oder der Stadt Hagen möglich seien.

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