Musikschule

Musikschule Hattingen musiziert im Schulzentrum wieder

Orchesterprobe der Musikschule Hattingen. Musiklehrerin Sandra von der Elst, auf der Bühne links, dirigiert ihr Orchester mit ausladenden Gesten.

Orchesterprobe der Musikschule Hattingen. Musiklehrerin Sandra von der Elst, auf der Bühne links, dirigiert ihr Orchester mit ausladenden Gesten.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Die Musikschule Hattingen hat die Proben wieder aufgenommen – mit Abstand selbstverständlich. Schüler freuen sich auf die Weihnachtskonzerte.

Volle Konzentration: Auf ein Zeichen von Musikschullehrerin Sandra van der Elst tritt Elias (11) das Pedal der Bassdrum und schlägt danach mit den Trommelstöcken auf unterschiedliche Trommeln. Das hört sich schon super rhythmisch an. In deutlichem Abstand vor ihm ist auch Luca ganz bei der Sache.

Schülerinnen und Schüler sitzen mit weitem Abstand zueinander

Die anderen Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse des Gymnasiums Holthausen sitzen mit weitem Abstand zueinander an ihren Instrumenten. „Wenn nicht so viele an einem Strang gezogen hätten, könnten wir in diesen Coronazeiten den Musikunterricht gar nicht stattfinden lassen“, betont Musikschulleiter Peter Brand, der absolut glücklich ist über die Situation. So können 250 Musikschüler pro Jahr weiter unterrichtet werden.

Die Stadt, der Förderverein, Schulleiter Thorsten Köhne und einige Handwerker, die für Plexiglas-Aufbauten sorgten, machen in diesen Coronazeiten auch Musikunterricht möglich. Denn es habe sich herausgestellt, dass vor allem die Bläser für ein Herumwirbeln der Aerosole sorgen, in denen sich möglicherweise auch Coronaviren befinden. „Ich bin so dankbar, dass die Stadt hier in der Aula ein neues Lüftungssystem installiert hat, das frische Luft nach innen leitet“, sagt Brand. „Das sorgt in diesem sehr hohen Raum für Sicherheit.“

So können die Bläserklassen jetzt wieder proben. Außerdem hat Schulleiter Köhne viele Räume zur Verfügung gestellt, in denen Einzelunterricht stattfinden kann, oder nur zwei bis drei Schüler unterrichtet werden. Die mehr als 20 Schülerinnen und Schüler sind mit Spaß bei der Sache. Selbst die Proben finden sie „ganz toll“, schließlich werden sie schon beim Weihnachtskonzert mitmachen, auch wenn sie alle erst seit diesem Schuljahr in der Bläserklasse sind.

Durch den Abstand kann man die Griffe nicht mehr so gut abgucken

So strahlt Silas, die in Richtung einer Plexiglasscheibe auf ihrer Klarinette spielt. „Mich hat man nicht gedrängt, ich bin selbst ganz fasziniert von Musik“, sagt sie überzeugend. „Das einzig Blöde sei an dem Abstand, dass man beim Nachbarn die Griffe nicht mehr so gut abgucken kann, wenn man gerade nicht so ganz sicher ist“, gibt Magnus zu, der ebenfalls das Klarinettenspiel „ganz toll“ findet.

Luca liebt das Schlagzeug und ist froh, dass er jetzt systematisch und auch mit theoretischem Wissen sein Lieblingsinstrument lernen kann. „Ich hab zu Hause, schon seitdem ich neun Jahre bin, ein Schlagzeug. Aber ich kam nicht so richtig weiter, weil wir auch keinen passenden Lehrer gefunden haben“, sagt er und freut sich, dass die Eltern seine Leidenschaft mittragen und hinter ihm stehen. Warum ihm – genauso wie allen anderen – selbst das Proben und Üben so gut gefällt: „Weil auch die Lehrer so viel Spaß haben und so viel Lust auf Musik.“

Trotz Mund-Nasen-Maske strahlen die kleinen Lachfältchen

Das sieht man auch Musiklehrer Jens Maron an. Trotz Mund-Nasen-Maske strahlen die kleinen Lachfältchen um die Augen des 48-Jährigen. Er spielt Klavier und ist für die Gesamtkoordination zuständig. „Die Schüler sollen hier durch die Praxis die Theorie kennenlernen. Wichtig ist, dass alle zum Spielen kommen“, sagt er. Das Konzept geht offenbar gut auf. Gegen das Üben hat niemand etwas einzuwenden, denn es wird auch immer im gesamten Orchester gespielt.

Dann wiederum nimmt ein Lehrer nur die Saxofonspieler mit in einen eigenen Raum. Auch da stehen sie hinter Plexiglas-Gestellen und proben schon für das Weihnachtskonzert „Jingle Bells“. Dass die Musikschüler mit so viel Herzblut dabei sind, liegt offenbar an der Art des Unterrichts. „Was zum Beispiel eine Synkope ist, eine Betonungsverschiebung, wird nicht nur theoretisch vermittelt. Bei uns lernen sie, wie sich das anfühlt“, sagt Jens Maron, der seit 2002 an der Schule unterrichtet und immer noch mit Begeisterung dabei ist.

Mehr Nachrichten aus Hattingen und Sprockhövel

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben