Zisterzienser

Mönch stellt im Zisterzienserkloster Gin her

In seinem Gewächshäuschen im Klostergarten baut Pater Justinus Basilikum, Zitrone und Wacholder selbst an. Sechs Wochen muss das Basilikum wachsen, bis er es ernten kann.

Foto: Joachim Hänisch

In seinem Gewächshäuschen im Klostergarten baut Pater Justinus Basilikum, Zitrone und Wacholder selbst an. Sechs Wochen muss das Basilikum wachsen, bis er es ernten kann. Foto: Joachim Hänisch

Hattingen.  Pater Justinus von den Zisterziensern produziert sein Lieblingsgetränk selbst. Die Kräuter baut er im Klostergarten an der Stadtgrenze an.

Dass Mönche im Kloster Bier brauen, ist nicht Neues. Auch das Herstellen von Klosterlikören hat mittlerweile eine jahrzehntelange Tradition. Gin hingegen ist bisher in den Regalen der Klosterläden eher selten zu finden.

Einer, der dies ändern will und dem die traditionellen Klostergetränke zu eintönig sind, ist Pater Justinus. Der Mönch des Zisterzienserklosters an der Stadtgrenze Bochum-Hattingen verlässt sich auf seinen Geschmack und stellt seit einem Gin her. In Eigenproduktion – mit Zutaten aus dem eigenen Klostergarten.

Seine eigene Leidenschaft zum Gin brachte den promovierten Betriebswirt auf die Idee, sein Lieblingsgetränk auch selbst herzustellen. Zudem wolle er etwas herstellen, dass sich von den anderen Likören abhebe und ein Alleinstellungsmerkmal hat – „einmal Unternehmer, immer Unternehmer“, sagt er.

Gin wird ökologisch hergestellt

Und so fing Pater Justinus an, herumzuexperimentieren: Ein halbes Jahr dauerte es, bis er die für sich perfekte Komposition gefunden hatte. „Mein größter Fehler am Anfang war, dass ich den Alkohol nicht selbst hergestellt habe – jetzt nehme ich unseren eigenen Weizen und mache den Alkohol für das Destillieren selbst. Das schmeckt nicht nur besser – das ist auch ökologisch.“ Neben dem Alkohol stellen einige Kräuter die Hauptbestandteile des Gins dar. Ganz typisch ist dabei Wacholder und Zitrone. Auch Basilikum darf in seiner Mischung nicht fehlen.

„Natürlich stecken in meinem Gin noch viele weitere Zutaten, aber die verrate ich nicht“, sagt Justinus mit einem Augenzwinkern. Im Kloster selbst ist es nicht erlaubt, den Gin zu produzieren. „Dafür fehlt mit eine Zolluhr – die ist gar nicht so einfach zu bekommen.“ Also fährt er für die Produktion zu einem Produzenten an der Stadtgrenze und kann dort seinen Gin durch das Kräutersäckchen destillieren. Pro Produktionssatz kann er so bis zu 200 Liter Gin herstellen. „Wenn ich mal 5000 Flaschen im Jahr verkaufen werde, bin ich schon vollkommen zufrieden“, erklärt er.

Produktion liegt in seinen Händen

Mit 42 Prozent ist sein Gin zwar sehr hochprozentig, „aber auch sehr mild und fein auf der Zunge beim Abgang.“ Beim Testen des Gins fällt auf, dass er ein wahrer Ginliebhaber ist: Beim Eingießen geht durch einen besonderen Ausguss kein Tropfen verloren – „wäre ja auch zu schade für den guten Tropfen“.

Die Produktion liegt bis jetzt noch ganz in seinen Händen: Vom Ernten der Kräuter über das Destillieren bis zum Kleben des Etiketts, welches an ein Mönchsgewand erinnert. „Wenn wir arbeiten ist es schließlich wie beim Herrn Gott, da sind wir alle gleich.“

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