Musik

Mit privatem Klavierunterricht auf dem Weg zum Profimusiker

Anna Golaj, Hannah Wu, Annabell Schäfer, Julia Schlee und Lena Bartsch üben in der Klavierschule von Viktoria Ackermann für den Wettbewerb „Jugend musiziert“.

Anna Golaj, Hannah Wu, Annabell Schäfer, Julia Schlee und Lena Bartsch üben in der Klavierschule von Viktoria Ackermann für den Wettbewerb „Jugend musiziert“.

Foto: VA

Hattingen.  Diplom-Musikerin Viktoria Ackermann gibt in Hattingen Klavierunterricht für Kinder und Erwachsene. Sie übt mit Schülern für „Jugend musiziert“.

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Fünf Mädchen bereiten sich aktuell auf den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ im Januar 2020 vor. Sie alle treten in der Kategorie „Klavier solo“ an. Zwei von ihnen, Julia Schlee (13) und Annabell Schäfer (11), haben schon Erfahrung mit dem Wettbewerb, gewannen im vergangenen Jahr den ersten Preis in ihrer Altersklasse im Klavier-Duo. Sie nehmen Unterricht bei der diplomierten Musikerin Viktoria Ackermann.

Liebe zum Klavier seit der Grundschule

Schon im Grundschulalter entdeckten die zwei Mädchen ihre Liebe zum Klavier. Damals bot Ackermann noch privaten Unterricht während der Offenen Ganztagsbetreuung an der Grundschule Weiltor an. „Eigentlich wollte ich Geige lernen“, gesteht Julia. Durch den Unterricht bei Viktoria Ackermann sei sie dann aber umgeschwenkt und das Klavier wurde zu ihrem Instrument. „Ich fand Geigen immer zu quietschig. Ein Klavier hat einfach einen schönen Klang“, begründet Annabell ihre Wahl.

Eine Kostprobe ihres Könnens demonstrieren die zwei und eine der jüngsten im Bunde, Anna Golai (9), in der Klavierschule in der Südstadt. Annabell spielt aus ihrem knapp zehnminütigen Programm ein Stück von Robert Schumann. Dramatische Töne entlockt sie dem Tasteninstrument. Ihre Finger gleiten vom tiefen Ende der Tastatur in die Mitte, zu den wohligen Tönen. Ganz zart und leise schlägt sie nun die schwarzen und weißen Tasten an, um dann wieder nach links zu schwenken.

Programm individuell zusammengestellt

„Knecht Ruprecht“ heißt das Stück. „Es lebt von den Kontrasten“, erklärt Ackermann. Der böse, mahnende Knecht Ruprecht, der Mann mit der Rute, wird durch die dunklen Passagen symbolisiert. Die hellen, leisen Töne sollen das ängstliche Kind darstellen.

Ackermann hat für jede ihrer Schülerinnen ein Programm für den Wettbewerb zusammengestellt, das sie seit vergangenem Sommer Stück für Stück einstudieren. „Wichtig ist, dass die Stücke zu den Kindern passen und dass nicht alles gleich klingt.“ Deshalb, und so ist es auch in den Regeln vorgegeben, müssen die Programme mehrere musikalische Epochen abdecken.

Schülerinnen wollen Profimusiker werden

Die neunjährige Anna spielt ein Stück des Romantikers Carl Löschhorn vor. Das zierliche Mädchen ist schüchtern, taut jedoch auf kaum dass es auf dem schwarzen Hocker vorm Klavier Platz nimmt. Sie spielt die Etüde Nr. 25 Op.65. Das Stück übt sie seit einem halben Jahr. Jeder Ton sitzt, Annabell bewegt im Rhythmus ihre Finger und ihr Fuß wippt im Takt der Melodie.

Alle drei Schülerinnen haben das Ziel Profimusikerinnern zu werden, genau wie Viktoria Ackermann, die ihre Ausbildung am Musikkonservatorium in der damaligen Sowjetunion absolvierte. Dafür kommen sie zwei Mal die Woche für eine Dreiviertelstunde ins Klavierstudio an der Bruchstraße und üben zusätzlich täglich zu Hause.

Stücke ohne Noten spielen

Jetzt wird an den Details gefeilt. „Solo stehen die Mädchen alleine wie ein Baum im Feld auf der Bühne. Man hört jeden Fehler“, weiß die Expertin. Wichtig ist der Lehrerin außerdem, dass die Mädchen die Stücke so sehr verinnerlichen, dass sie beim Auftritt kein Notenbuch brauchen. „Das Buch ist nur zum Lernen. Die Gefühle werden nur frei, wenn sie ohne den Blick aufs Blatt spielen“, findet sie.

Dass einige Klavierlehrer ihren Schülern während eines Auftritts sogar beim Umblättern helfen, kann Ackermann nicht verstehen.

Der Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ wird am Samstag, 25. Januar, in Iserlohn-Letmathe stattfinden. Vom Klavierstudio Ackermann werden außerdem Lena Bartsch (13) und Hannah Wu (9) teilnehmen.

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