Tierzucht

Mit diesen Problemen müssen Tierzuchtvereine kämpfen

Luca, 7, posiert mit seinem Zwerg Brahma in der Bürgerbegegnungsstätte Gedulderweg in Sprockhövel. So groß wie bei ihm ist das Interesse an Rassegeflügel nur bei wenigen Jüngeren.

Luca, 7, posiert mit seinem Zwerg Brahma in der Bürgerbegegnungsstätte Gedulderweg in Sprockhövel. So groß wie bei ihm ist das Interesse an Rassegeflügel nur bei wenigen Jüngeren.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Den Hattinger Tierzuchtvereinen fehlt es an Nachwuchs, um ihre Klubs zukunftsfähig zu machen. Einer zieht daraus zum Jahresende Konsequenzen.

Die drei Tierzuchtvereine in Hattingen sehen sich zunehmend größeren Problemen gegenüberstehen. Die Mitgliederzahlen sinken immer weiter. Der Kaninchenzuchtverein Winz-Baak löst sich am Ende des Jahres sogar auf. Derweil trotzen die zwei anderen Vereine in Hattingen den widrigen Umständen – noch.

Nur noch neun Mitglieder, davon sind fünf aktiv

Auch wenn er nur noch wenige aktive Mitglieder hat: Der Rassegeflügelverein Bredenscheid-Stüter veranstaltete jetzt seine jährliche Geflügelausstellung in der Begegnungsstätte Gedulderweg in Sprockhövel. 200 Hühner und Tauben sahen die Besucher bei der 70. Vereinsschau und der elften Stammschau des Vereins. „Wir haben insgesamt noch neun Mitglieder, davon sind fünf aktiv“, sagt Antje Schumann vom Rassegeflügelzuchtverein. „Gerade zur Ausstellungszeit ist es schon eine ganze Menge Arbeit für uns fünf, aber wir sind stolz, dass wir es immer noch hinbekommen.“

Der Altersschnitt der Mitglieder sei aber sehr hoch, so Schumann. Es fehle einfach an Nachwuchs, um den Verein zukunftsfähig zu machen.

Junge Menschen interessieren sich einfach nicht für die Natur und die Tierzucht

Dieses Nachwuchsproblem haben auch die anderen Tierzuchtvereine in Hattingen. Der Kaninchenzuchtverein Winz-Baak, der in diesem Jahr sein 100. Jubiläum feiert, schließt Ende des Jahres aus diesem Grund seine Pforten. „Das hatte sich ja schon seit einigen Jahren abgezeichnet“, sagte der Vorsitzende Thomas Rohde. „Die jungen Menschen interessieren sich einfach nicht für die Natur und die Tierzucht.“ Außerdem stehe den Menschen immer weniger Platz zur Verfügung, um Ställe aufzustellen. Der Faktor Zeit spiele natürlich auch eine Rolle, so Rohde.

Der letzte übrig gebliebene Rassekaninchenzuchtverein in Hattingen ist der Verein in Stüter. Im Vergleich zu vielen anderen Klubs im Ennepe-Ruhr-Kreis geht es den Stüteranern noch recht gut. Man habe noch über 20 zahlende Mitglieder, wovon sieben aktiv züchten, sagt der Vorsitzende Jürgen Vogelbruch. 300 bis 400 Kaninchen des Vereins werden zudem jährlich tätowiert.

Vereinsheim und Internetauftritt

„Unser großer Vorteil ist, dass wir an der Begegnungsstätte Gedulderweg ein Vereinsheim und so die Möglichkeit haben, Ausstellungen zu veranstalten. Daran scheitert es bei vielen Vereinen schon“, erklärt Vogelbruch, der sich noch an eine Zeit erinnern kann, als es in Hattingen gleich neun Kaninchenzuchtvereine gab. Das sei allerdings schon lange her, so Vogelbruch. Die Interessen hätten sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verändert. Man werbe natürlich weiterhin auch um neue, junge Mitglieder, doch wisse man auch um die Schwierigkeiten.

Manchmal aber gebe es bei der Mitgliederwerbung auch Erfolge: „Anfang des Jahres haben wir aber ein Ehepaar hinzugewonnen“, sagt Vogelbruch. „Die kleine Familie ist aufgrund unseres Internetauftrittes, den wir sehr aktuell halten, auf uns aufmerksam geworden.“

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