Verkehr

Mehr Sicherheit für Hattinger Reschop-Kreuzung durch Ampeln

Die Reschop-Kreuzung in Hattingen soll eine neue Ampelschaltung erhalten. Rechtsabbieger in Richtung Nierenhof bekommen ein eigenes Grünlicht. Für die Straßenbahn soll ein Wartesignal dazukommen.

Foto: Svenja Hanusch

Die Reschop-Kreuzung in Hattingen soll eine neue Ampelschaltung erhalten. Rechtsabbieger in Richtung Nierenhof bekommen ein eigenes Grünlicht. Für die Straßenbahn soll ein Wartesignal dazukommen.

Hattingen.   Ein Vorsignal soll ein verspätetes Abfahren der Straßenbahn verhindern. Rechtsabbieger bekommen eine eigene Ampel, um Rückstau zu vermeiden.

An der Reschop-Kreuzung sollen Ampeln verändert werden, um gefährliche Situationen zu entschärfen. Erst vor wenigen Tagen hatten Autofahrer erneut gemeldet, dass die Straßenbahn auf die Kreuzung fuhr, obwohl die Ampel für die Kraftfahrer Grün zeigte. Abhilfe soll nun eine neue Anzeige für die Bahn schaffen.

„Ich hatte erst Rot und stand. Als ich bei Grün angefahren bin, kam plötzlich die Straßenbahn schnell aus der Haltestelle gefahren“, berichtet Autofahrerin Ulla Heldmann. Sie wollte die Kreuzung mit ihrem Auto von der August-Bebel-Straße kommend in Richtung Nierenhofer Straße überqueren. Einen Unfall konnte sie verhindern, kam mitten auf der größten Kreuzung des Ennepe-Ruhr-Kreises zum Stehen. Immer wieder berichten Autofahrer von solchen Situationen.

Kein technischer Defekt

„Einen technischen Defekt können wir ausschließen“, betont Dezernent Jens Hendrix auf Nachfrage erneut. „Aber dort sind doch nicht immer Kamikaze-Straßenbahnfahrer unterwegs“, sagt Hattingerin Ulla Heldmann. Hendrix erklärt, erst kürzlich habe es erneut Gespräche der Stadt mit der Bogestra gegeben. „Wenn der Bahnfahrer grünes Licht bekommt und aus irgendwelchen Gründen möglicherweise auch nur vier Sekunden wartet, ist er womöglich schon zu langsam und muss die Kreuzung noch räumen“, berichtet Hendrix aus den Gesprächen. „Die Straßenbahn ist erst auf die Kreuzung gefahren, als ich schon Grün hatte“, hält Heldmann dagegen. Es sei also nicht so, dass sich nur das Ende der Bahn noch auf der Straße befand.

Der Hattinger Baudezernent und Fachbereichsleiter, in dessen Bereich auch der Stadtverkehr fällt, bedauert: „Wir werden das nie ganz ausschalten können.“ Denn längere Ampelphasen gingen immer zu Lasten der Leistungsfähigkeit der Kreuzung. Staus könnten sich bilden. Dennoch werde derzeit eine Änderung geprüft: Die Bahnfahrer sollen ein Vorsignal bekommen – ähnlich dem Gelb-Signal für Autofahrer – damit sie bei Grün unverzüglich losfahren.

Eigene Ampel für Rechtsabbieger

Auch an einer anderen Stelle soll auf Anregung der Unfallkommission, nach Empfehlung durch die Polizei, eine Ecke entschärft werden. Von der Bochumer Straße kommend sollen die Rechtsabbieger in die Nierenhofer Straße eine eigene geführte Ampelschaltung bekommen. „Derzeit gibt es dort nur ein Blinklicht“, sagt Hendrix. Durch das eigene Grün-Signal, sollen unter anderem Rückstaus bis auf die Straßenbahngleise vermieden werden. Für die Umsetzung der Maßnahme sei der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig, so der Dezernent.

>>> Über „feindliches Grün“

Von „feindlichem Grün“ spricht man, wenn durch einen Fehler kreuzende Spuren ein grünes Ampelsignal erhalten.

Technisch ist das nicht möglich, betont die Stadt. Alle Ampeln an der Kreuzung seien abgestimmt. Ein Notmechanismus sorge dafür, dass sich die Ampel im Falle eines „feindlichen Grüns“ sofort abschalte.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik