Literaturpreis

Literaturpreis in Hattingen soll Mut zum Schreiben machen

Ulrich Land ist Schirmherr des Hattinger Literaturpreises 2019.

Ulrich Land ist Schirmherr des Hattinger Literaturpreises 2019.

Foto: Biene Hagel / Biene Hagel / Funke Foto Services

Schriftsteller-Talenten wird im Museum in Hattingen eine Bühne gegeben. Die Angst zu scheitern sei stets vorhanden, sagt Schirmherr Ulrich Land.

„Eine Hemmschwelle zu schreiben, haben eigentlich alle. Wir wollen Mut machen, es einfach zu probieren“, sagt der Schirmherr der Jubiläumsveranstaltung Hattinger Literaturpreis, Ulrich Land. Am 6. Oktober wird im Blankensteiner Museum zum 25. Mal der begehrte Preis vergeben. Der ehemalige WDR-Moderator und Autor, der zwanzig Jahre „sehr glücklich“ im idyllischen Elfringhausen gelebt hat, kommt für die Preisvergabe gerne zurück nach Hattingen, sagt er.

Newcomer brauchen Gelegenheiten, ihre Werke der Öffentlichkeit vorzustellen

„Newcomer suchen immer nach Möglichkeiten, ihre Werke der Öffentlichkeit vorzustellen.“ So ein Startsignal brauche man bei der Schriftstellerei. Auch ihm sei es nicht anders gegangen, gibt er zu. Er, der ab und zu für eigene Lesungen in seine alte Heimat kommt, freut sich darauf, die Veranstaltung zu moderieren und mitzugestalten.

Schirmherr und Schriftsteller Ulrich Land kennt die eingesandten Texte nicht

Die eingesandten Texte der acht Finalisten kennt er nicht. „Entscheiden wird die Jury“, sagt er. Land, der mittlerweile in Freiburg im Breisgau lebt, aber an der Universität Witten-Herdecke immer noch einen Lehrauftrag als Dozent für kreatives Schreiben hat, sieht nicht, dass sich bei Schriftstellern die Zeiten sehr geändert haben. „Die politische Richtung hat sich geändert, das ist wahr. Früher hat man alles aus dem linken Blickwinkel gesehen, sonst wurde man ja gar nicht ernst genommen“, räumt er ein. Aber dazu stehe er nach wie vor.

Durch Flüchtlinge und Friday for Future sind Schwerpunkte heute anders als vor Jahren

Dann habe es viele Jahre gegeben, in denen die Politik nicht mehr das beherrschende Thema war. „Aber heute sind natürlich durch Flüchtlinge und Aktivitäten wie Friday for Future die Schwerpunkte anders.“ Wirklich schade findet Ulrich Land, dass der Witz und das Augenzwinkern zurzeit auf der literarischen Strecke bleiben. „Ich wünsche mir mehr Erfrischendes und weniger Verbiestertes und Verbittertes“, ist seine Hoffnung.

Wohl auch durch die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen seien heute bei den Schriftstellern, die neu starten, viele Stücke schwer tragend und sorgenvoll. Es werde mit viel Ernsthaftigkeit geschrieben.

Schirmherr vermisst bei seinen Schülern sprachlichen Mut und Experimentierfelder

Dass man von Literatur, vom eigenen Schreiben leben kann, beweist der 1956 in Köln geborene Ulrich Land jetzt schon seit 35 Jahren. Was er bei seinen Schülerinnen und Schülern zurzeit vermisst, ist sprachlicher Mut. Viele Schüler sind viel zu sehr auf den Sprachduktus reduziert. „Ich vermisse die experimentellen Felder, auf die sich die Schüler begeben könnten“, sagt der Schriftsteller, Hörspielautor und Journalist.

Auf die Veranstaltung im Blankensteiner Museum freut er sich. Da wird Schriftsteller-Talenten eine Bühne gegeben. „Die braucht jeder, um Mut zu fassen, sich mit seinen Texten in die Öffentlichkeit zu begeben.“ Denn die Angst, vor großem Publikum zu scheitern, sei bei jedem vorhanden.

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