WAHLPRÜFSTEINE

L70n: Sprockhövels Politiker sehen Chancen für Hauptstraße

Der Kreisverkehr für die Umgehungsstraße L70n in Sprockhövel in Blickrichtung Hauptstraße.

Der Kreisverkehr für die Umgehungsstraße L70n in Sprockhövel in Blickrichtung Hauptstraße.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Die WAZ hat zur Kommunalwahl am 13. September die sechs Parteien in Sprockhövel zu sieben Themen befragt. Heute geht’s um die Umgehungsstraße.

Für die einen stellt die Umgehungsstraße in Niedersprockhövel lediglich einen „unnötigen Flächenverbrauch“ dar, für die anderen ist die im Entstehen begriffene L70n die Voraussetzung dafür, dass den Bürgern und Gewerbetreibenden entlang der Hauptstraße der Ortskern zurückgegeben werden kann. Jahrzehnte hat es gedauert, bis die von der Ratsmehrheit seinerzeit beschlossene Maßnahme umgesetzt werden kann. Nun hoffen alle politisch Verantwortlichen auf einen Gewinn an Lebensqualität für alle Sprockhöveler. Und das meinen die Parteien und Wählergemeinschaften dazu:

SPD

Die Sozialdemokraten haben nach dem Grünlicht vom Oberverwaltungsgericht Münster schon bald Kontakt zu den Bürgern gesucht, um neue Möglichkeiten für die Hauptstraße zu diskutieren. Sie berichten, viele Ideen und Anregungen aufgenommen zu haben. „Die neue Hauptstraße soll die Straße der Bürger sein“, schreibt die SPD. Verweilbereiche sollen eingerichtet, Begrünung und Wasserspiele geschaffen, Plätze mit schönem Mobiliar ausgestattet werden. Dabei ist es für die SPD von zentraler Bedeutung, dass der Autoverkehr verlangsamt und Autoverkehr, Fußgängerverkehr und Fahrradverkehr voneinander getrennt werden. Alle Generationen sollen sich wohlfühlen, der Einzelhandel aufblühen.

CDU

Auch die CDU betont den wichtigen Entlastungsfaktor Umgehungsstraße für das Leben entlang der „zentralen Geschäftsstraße“. Für die CDU stehen mit Blick auf die Hauptstraße neben einer umfangreichen Bürgerbeteiligung die Belange der Geschäftsleute im Fokus. Die CDU geht von Beginn an auf diejenigen zu, die die Hauptstraße zu dem machen, was sie ist. Sie will die Möglichkeiten schaffen zur weitgehenden Eigeninitiative – „Miteinander statt von oben herab“.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen sagen klipp und klar: „Wir haben die Straße nicht gewollt und bedauern den unnötigen Flächenverbrauch“. Mit Blick auf den Kreisverkehr stellen sie fest, dass die Situation durch eine „zeitgemäße Radverkehrsführung“ bei der Querung der Hauptstraße für den Radverkehr geschaffen werden muss. Sie fordern Tempo 30 für die Lebensader Niedersprockhövels, die zur Gemeindestraße herabgestuft wird. Um langsames Fahren zu gewährleisten, fordern die Grünen „begleitende Gestaltungsmaßnahmen“. Dann könne der Radverkehr sicher auf der Straße geführt werden, es entstünde mehr Platz für Fußgänger und Gastronomie.

FDP

Die Liberalen reklamieren die Umsetzung der Pläne für die Umgehungsstraße für sich, der Landtagsabgeordnete Bodo Middeldorf habe das nach 40 Jahren endlich erreicht. Somit sei die Voraussetzung geschaffen, Anwohnern, Besuchern und Händlern das Ortszentrum zurückzugeben. Die FDP verspricht sie deutlich mehr Aufenthaltsqualität in der Hauptstraße, wenn weniger Autos und Schwerlastverkehr hindurch fahren. Die Liberalen wollen diesen Prozess anstoßen.

MiS „Miteinander in Sprockhövel“

Die MiS hat festgestellt, dass die stockende Verkehrssituation auf der Hauptstraße in erster Linie durch Zulieferfahrzeuge verursacht wird. Die freie Wählergemeinschaft betont, das Potenzial der Hauptstraße hänge von der Zukunftsfähigkeit der Einzelhandelsgeschäfte ab. Die sei auch durch eine „erheblich erweiterte Online-Präsenz“ zu erreichen. Ein Beispiel könne die App „KaufDA“ in Verbindung mit einem Lieferservice sein. Insgesamt sieht die MiS bedingt durch Covit 19 massive Steuereinbrüche für den Handel voraus, weshalb die Umbaumöglichkeiten in den nächsten Jahren nur beschränkt möglich sein werden.

WfS „Wir in Sprockhövel“

Wie SPD, CDU und FDP sieht auch die freie Wählergemeinschaft sehr positiv auf die Umgehungsstraße als Voraussetzung für „attraktive Umgestaltungsmöglichkeiten“ der Hauptstraße. Entspanntes Einkaufen, Verweilen auf Plätzen und gute Kommunikation werde möglich, wenn auf der Hauptstraße die Geschwindigkeit herabgesetzt und Lkw-Verkehr gesteuert werde.

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