Analyse

Kommunalwahl in Hattingen: Kursawe holt sich Direktmandat

Sascha Kursawe, der bislang für die Piratenpartei im Stadtrat sitzt, hat am Sonntag in Hattingen-Mitte ein Direktmandat für Bündnis 90/Die Grünen geholt.

Sascha Kursawe, der bislang für die Piratenpartei im Stadtrat sitzt, hat am Sonntag in Hattingen-Mitte ein Direktmandat für Bündnis 90/Die Grünen geholt.

Foto: Olaf Ziegler / FFS

Hattingen.  Die großen Parteien haben verloren, die Grünen ihr Ergebnis fast verdoppelt. Was zudem bei der Kommunalwahl in Hattingen bemerkenswert ist.

Die Kommunalwahl ist vorbei, die Ergebnisse liegen vor: Welper und Winz-Baak bleiben rot, das Hügelland und Niederwenigern schwarz. Doch so einfach ist die Wahlanalyse für die Resultate in Hattingen dann doch nicht, denn es gibt bemerkenswerte Zahlen und Entwicklungen. Sascha Kursawe hat beispielsweise zum ersten Mal ein Direktmandat für Bündnis 90/Die Grünen geholt.

Kursawe, der bislang für die Piratenpartei in der Fraktion Linke-Piraten dem Stadtrat angehört, stand nun für die Grünen auf dem Zettel. Im Wahlbezirk 9 (Innenstadt) holte er 230 Stimmen (28,97 Prozent) und setzte sich damit gegen Klaus Kampmann (SPD/220) und Florian Fackler (CDU/200) durch – Ratsmitglied Kampmann wird somit der neuen Stadtverordnetenversammlung nicht mehr angehören, weil bei den Sozialdemokraten die Reserveliste überhaupt nicht zum Tragen kommt.

Reinhard Korfmann holt das beste Ergebnis in Hattingen

Das beste Ergebnis in einem der 23 Wahlbezirke ist Reinhard Korfmann (CDU) im Hügelland gelungen. Der Christdemokrat stand in Teilen von Bredenscheid, in Oberstüter und Elfringhausen auf dem Wahlzettel und holte 524 Stimmen (52,56 Prozent). Auch Regina Heermann (CDU) sicherte sich im früheren Wahlbezirk ihres Vaters Theo Haske mehr als 50 Prozent der abgegeben Stimmen. Haske scheidet nach 50 Jahren im Stadtrat jetzt aus.

Die FDP ließ unterdessen in Welper aufhorchen: Anna Neumann kam im Wahlbezirk 11 auf 11,79 Prozent der abgegebenen Stimmen. „Das war bei der letzten Wahl unser schlechtester Bezirk“, so Parteichef Robin Thiele. 1,34 Prozent waren es im Jahr 2014 genau. Das Ergebnis mache sie stolz, schreibt die junge Politikerin auf Facebook, für den Einzug in den Stadtrat hat es indes nicht ganz gereicht. Sieger im Wahlbezirk 11 wurde Ortsbürgermeister Thomas Dorndorf-Blömer (SPD) mit 49,33 Prozent.

„Die Partei“ zieht mit drei Stadtverordneten in den Rat ein

„Ich bin sprachlos“, sagte Martin Wagner am Wahlabend, der mit seiner Satirepartei „Die Partei“ drei Sitze im neuen Stadtrat geholt hat. Neben Wagner, der in Winz-Baak gegen den SPD-Fraktionsvorsitzenden Achim Paas (32,81 Prozent) immerhin 7,12 Prozent der Stimmen holte, werden auch Martin Fuchs und Lisa Römer künftig der Hattinger Stadtverordnetenversammlung angehören.

Bleibt der Blick auf die künftigen Ortsbürgermeister. In der Vergangenheit durfte immer die stärkste politische Kraft in den Stadtteilen dieses Amt besetzen, lediglich in der Stadtmitte war es zuletzt immer der Bürgermeister in Personalunion. Nach dieser Wahl ist die SPD die stärkste Partei in Holthausen, Welper und Blankenstein sowie Winz-Baak, die CDU bleibt in Niederbonsfeld, Niederwenigern, Elfringhausen und Oberstüter vorn – und holt sich die Mehrheit in Bredenscheid. Hier kommt die CDU auf 474 Stimmen (33,15 Prozent) und die SPD mit Amtsinhaber Christoph Ritzel auf 473 (33,07 Prozent).

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