Fitness

Körper-Fitness auf dem Prüfstand

Foto: Funke Foto Services

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Hattingen.  Beim Deutschen Sportabzeichen ist die Motorik des Körpers gefragt. WAZ-Mitarbeiter Hendrik Steimann ist Prüfer und blickt auf die Anforderungen.

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Seit vier Jahren sehe ich Sportlern dabei zu, wie sie teilweise an ihre Grenzen stoßen. Nur, um einen bestimmten Wert zu erreichen. Denn ich bin Prüfer für das Deutsche Sportabzeichen bei der SG Welper.

Das Sportabzeichen bietet eine Bandbreite an Disziplinen. Viele davon sind aus der Leichtathletik bekannt, so wie der Weitsprung, Kugelstoßen oder der 100-Meter-Sprint. Doch auch Schwimmer und Turner haben mittlerweile eine gute Auswahl, wobei die Turnübungen nicht ohne weiteres auf einem normalen Sportplatz gemacht werden können. Dazu gibt es mit Seilspringen oder dem Medizinballwurf auch altbekannte Übungen, die der Fitness dienen.

Jeder ab sechs Jahren muss jeweils in einer Disziplin aus den vier Gruppen Kondition, Kraft, Schnelligkeit und Koordination erfolgreich sein und dazu einen Schwimmnachweis erbringen, um das Deutsche Sportabzeichen zu bestehen. Seit der Umstellung der Leistungsanforderungen im Jahr 2012 ist die Auswahl größer geworden und durch die Staffelung der Leistung in Bronze, Silber und Gold auch ein Stück weit leichter, wie ich persönlich finde. Früher gab es nur einen Wert, der über bestanden oder durchgefallen entschieden hat. An diesem orientiert sich nun im Durchschnitt der aktuelle Silber-Wert.

Für Gold muss man sich schon anstrengen. Manche Sportler, die sehr fit sind, schaffen die Anforderungen mit Leichtigkeit. Andere brauchen teilweise einige Wochen, um einen Wert zu erreichen. Allerdings trainieren die wenigsten. Die meisten Absolventen suchen sich gezielt Disziplinen nach ihren Stärken aus. Manchmal sind mehrere Versuche notwendig, um den gewünschten Wert zu erreichen. Beim Schleuderballwurf gibt es viele, die hartnäckig bleiben. Hier kommen wir als Prüfer ins Spiel – mit Tipps für eine bessere technische Ausführung. Schön zu sehen ist in diesem Moment der Ehrgeiz, noch mehr zu schaffen. Schwitzen ist dabei erlaubt.

Schwierig zu meistern sind vor allem nach meinen Erfahrungswerten der Standweitsprung, der 100-Meter-Sprint sowie der Schleuderballwurf. Was daran liegen könnte, dass dies keine alltäglichen Bewegungen sind, ebenso wenig wie der Hochsprung oder der Steinstoß. Eine Bereicherung für den Prüfling sind sie aber, der dadurch ein besseres Körpergefühl bekommt.

Als überflüssig betrachte ich den Zehn-Kilometer-Lauf, da er aufgrund der Distanz abschreckt. 3000 Meter sind schon für viele lang, aber noch gut zu erreichen. Die persönlichen Grenzen dürfte dabei jeder austesten können.

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