Flüchtlinge

Kleiderkammer in der Alten Feuerwache steht vor dem Aus

Die Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe in der Alten Feuerwache in Hattingen hat an dem Standort keine Zukunft. Darum suchen Ute Kuhlenberg (58) und Werner Koltes (66) neue Räume.

Foto: Volker Speckenwirth

Die Kleiderkammer der Flüchtlingshilfe in der Alten Feuerwache in Hattingen hat an dem Standort keine Zukunft. Darum suchen Ute Kuhlenberg (58) und Werner Koltes (66) neue Räume. Foto: Volker Speckenwirth

Hattingen.   Ehrenamtliche müssen die Räume verlassen. Die Stadt verkauft das Gebäude. Dringend suchen die Engagierten eine neue Bleibe.

Vor dem Aus steht die Kleiderkammer in der Alten Feuerwache, wenn sich nicht schnellstmöglich neue Räume finden lassen. „In der vergangenen Woche haben uns Bürgermeister Dirk Glaser und Dezernentin Beate Schiffer mitgeteilt, dass wir die Räume bis zum 1. Februar 2018 verlassen müssen“, sagt Werner Koltes (66), der sich als Ehrenamtlicher für die Kammer engagiert.

Betreiber der Kleiderkammer, sagt er, sei die Stadt, die aber habe kein Geld – und auch keine Alternativräume. Aber jetzt einfach so aufgeben, das will er ebenso wenig wie Mitstreiterin Ute Kuhlenberg (58), die sich um die Kinderkleidung in besonderer Weise kümmert. Klar ist: Die knapp 25 Ehrenamtlichen möchten gerne weitermachen. Auch wegen des Erfolges. Gut 300 Quadratmeter stehen ihnen derzeit für ihre Arbeit zur Verfügung, sie sind vollgepackt mit Kleidung.

Warteraum im Winter wichtig

Viel weniger Platz darf es darum auch an einem möglichen neuen Ort nicht sein. „Wir brauchen schon 250 bis 300 Quadratmeter“, sagt Koltes. Davon könnten zehn Quadratmeter für einen Warteraum abgehen. „Wir können ja nicht alle Menschen gleichzeitig in die Kleiderkammer lassen, darum wäre es schön, gerade im Winter, einen Warteraum zu haben.“ Ein Aufenthaltsraum mit Teeküche, ein Lagerraum, Damen- und Herrentoilette, ein kleiner Umkleideraum, der Rest Verkaufsraum: So sollten sich die Quadratmeter insgesamt aufteilen. Dazu sollte der Zugang möglichst ebenerdig sein. „Denn wir haben ja immer viel rein- und rauszutragen“, ergänzt Koltes.

Was als Hilfsangebot für Geflüchtete Ende 2014 entstand, ist seit Dezember 2016 auch ein Angebot für Bedürftige generell. Wurde Kleidung anfangs kostenlos abgegeben, so wird jetzt ein geringer Obolus erhoben. Der wiederum geht komplett an ein Spendenkonto. Von dem Geld werden Projekte mit Flüchtlingen finanziert. „Eine Spielgruppe wollte neulich in einen Freizeitpark fahren, hat sich beim Sozialamt gemeldet, das Geld dafür dann bekommen“, sagt Koltes. Einnahmen aus Tagen der offenen Tür hingegen gehen beispielsweise an den Kinderschutzbund und an den Verein Merlin. Schon jetzt gibt die Kammer Kleidung auch an Obdachlose und die Rumänienhilfe ab. Sollten sich keine neuen Räume für die Kleiderkammer finden, dann „gibt es nur einen Plan B, nämlich den Ausverkauf“, weiß Koltes. Die Zeit drängt, denn „wir brauchen ja auch Wochen, um umzuziehen“.

Stadt will bei der Raumsuche helfen

Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger versichert, dass die Stadt bei der Raumsuche helfe. Aber: „Die Kleiderkammer ist das Produkt einer spontanen ehrenamtlichen Hilfe zur Zeit des größten Zustroms. Jetzt hat sich die Situation beruhigt, es wird grundsätzlich – auch wegen der Herausgabe des Integrationskonzeptes 2018 – über die Struktur der städtischen und ehrenamtlichen Angebote für Flüchtlinge diskutiert. Zur Zeit wird die Einrichtung eines Integrationszentrums überlegt. Im Laufe dieser Diskussion wird zu sprechen sein über die Zusammenarbeit mit ehrenamtlicher Hilfe und ihrer Einordnung in das gesamtstädtische Angebot.“ Sicher sei jedoch: Ehrenamtliches Engagement wie das der Aktiven der Kleiderkammer werde zukünftig benötigt.

Kleiderkammer ist immer mittwochs geöffnet

Die Kleiderkammer in der Alten Feuerwache, Friedrichstraße 8, ist mittwochs von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Kontakt zu den Ehrenamtlichen per Mail an helferratFW@t-online.de. Der Obolus, der für Kleider entrichtet werden muss, reicht von 20 Cent bis hin zu acht Euro für einen fast neuen Mantel.

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