Kultur

Klangschön und klar gestaltet

Daniel Ahlert an der Mandoline und Birgit Schwab an der Gitarre spielten in der Kirche St. Georg romantische Musik bei Kerzenschein.

Daniel Ahlert an der Mandoline und Birgit Schwab an der Gitarre spielten in der Kirche St. Georg romantische Musik bei Kerzenschein.

Foto: FUNKE Foto Services

Hattingen.   Daniel Ahlert und Birgit Schwab boten unter dem Titel „Die Ära der Virtuosen“ in der Kirche St. Georg romantische Musik bei Kerzenschein.

„Die Ära der Virtuosen“ war Titel des St.-Georgs-Konzertes am Samstagabend, bei dem Daniel Ahlert an der Mandoline und Gitarristin Birgit Schwab romantische Musik des 19. Jahrhunderts bei Kerzenschein vorstellten.

Nach der hochvirtuosen Sonata concertata von Niccolò Paganini (1782-1840) stellten die beiden Musiker vier Duette des dänischen Komponisten Henrik Rung (1807-1871) vor. Charakteristisch für das perlende, klangschöne Spiel des Duos sind die sehr dezente, dabei aber klar umrissene Formgebung und das wundervoll harmonierende Klangbild. Folkloristische Töne, denen der Klang der Mandoline ein authentisches Flair verleiht, schlagen Daniel Ahlert und Birgit Schwab in „Le Montagnard“ des französischen Gitarrenvirtuosen Napoléon Coste (1805-1883) an: Volkstümlich und voll mediterranen Zaubers ist das Allegro, sehr ausdrucksstark bringen die Künstler selbst feinste Nuancen der Artikulation zum Klingen und entwerfen mit ihrer subtil differenzierten Gestaltung von Tempo und Dynamik ein zart schattiertes, tönendes Panorama des ländlichen Lebens. Flirrende Tremoli der Mandoline bringen dynamische Impulse in die Interpretation ein und unterstreichen den pastoralen Charakter des Werkes.

Lyrisch und gefühlvoll gestaltet das Duo das langsame Andantino; wie selbstverständlich, voll unaufdringlicher Virtuosität, flirren Ahlerts Mandolinentremoli wie dezente Flügelschläge und akzentuieren die Melodie. An ländliche Tänze erinnert das bäuerliche Rondeau.

Die Konzertmazurka Op. 126 von Raffaele Calace (1863-1934) ist vor allem durch prägnante Rhythmen mit verschobenen Taktschwerpunkten gekennzeichnet. Dabei werden aber auch die von ihrem Klangcharakter her etwas schwerblütig wirkenden Steigerungen sehr subtil und verhalten ausgeformt.

Wiegenliedähnliche Elemente prägen den Rhythmus der „Rêverie“ des neapolitanischen Mandolinenvirtuosen Carlo Munier (1859-1911); die Interpretation seines „Capriccio Spagnuolo“ op. 276 zeichnen eine klare Gestaltung des Themas mit rassig-vibrierenden Untertönen und ein ausgeprägter Gestaltungswille aus, der nie den Schönklang um seiner selbst willen sucht, sondern immer dem künstlerischen Ausdruck verpflichtet ist.

Zu dem besinnlichen Charakter des Konzertes passte auch die Ansprache von Pfarrer Polenske, der in einem Gebet zur Solidarität mit den Terroropfern von Paris aufrief.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben