Gebühren

Kita-Spitzenpreise für die Betreuung ganz kleiner Kinder

Die Stadt Hattingen hält eine Erhöhung der Kita-Gebühren um 1,5 Prozent für moderat.

Die Stadt Hattingen hält eine Erhöhung der Kita-Gebühren um 1,5 Prozent für moderat.

Foto: Monika Skolimowska/dpa

Hattingen.  Kämmerer hält 1,5-Prozent-Erhöhung angesichts der Unterfinanzierung für moderat. Ennepetal erhöht nicht, rückt aber vom Gratis-Angebot ab.

„Kitaplätze sind unterfinanziert“, sagt Kämmerer Frank Mielke auf die Frage, weshalb Hattingen etwa bei der Betreuung unter Zweijähriger für 45 Stunden im Vergleich mit Nachbarstädten happige Preise nimmt und an der Spitze mitmischt. Er kennt keine Zahlen, wie viel die Betreuung Eltern im Einzelnen kostet, meint aber, dass Hattingen sich bei den Kitagebühren an vielen Stellen im Mittelfeld bewegt. Um die Kosten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen, kündigt er an, die Gebühren für die Eltern um 1,5 Prozent erhöhen zu wollen.

Arbeit an aktuellen Vergleichszahlen

Die Jugendhilfe arbeitet an aktuellen Vergleichszahlen für die Politik. Für den Kämmerer ist es akzeptabel, wenn Hattingen sich bei den Elternbeiträgen auch oberhalb des Mittelfelds bewegt. „Die Elternbeiträge finanzieren die Kitaplätze nicht“, sagt Mielke. Deshalb versucht er die Waage zu halten: zwischen der Belastung für die Nutzer und denen, „die nichts von der guten Arbeit der Erzieherinnen haben“. Eine Gebührenerhöhung um 1,5 Prozent pro Jahr hält er für moderat mit Blick auf die zuletzt stark gestiegene Grundsteuer.

16 Einkommensgruppen

Kinderbetreuung im Revier ist teuer. Sie geht für Eltern um so mehr ins Geld, je jünger die Kinder sind, je mehr Stunden Mütter und Väter für sie buchen und je mehr die Eltern verdienen. Am meisten zahlen Eltern, die ihre Jungen und Mädchen unter zwei Jahren 45 Stunden betreuen lassen. Als die Stadt zuletzt die Elternbeiträge für die Kita mit anderen Städten verglich, war Hattingen Spitzenreiterin. Bochum verlangte dann zum 1. August mit knapp 165 Euro doch noch mehr als vorgesehen.

Ennepetal nimmt 68 Euro. Die Stadt hatte eigentlich vorgesehen, die Gebühren für die Nutzung von Kindertagesstätten jedes Jahr um weitere 20 Prozent zu senken. „Dann wären wir 2017 auf null gewesen“, so Hans-Günter Adrian, in Ennepetal zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Paradiesische Zustände für Eltern. Allerdings hat ein Haushaltssicherungskonzept der Stadt einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass sie aktuell zwar keine Erhöhungen beschlossen, dafür aber den Stand aus dem Jahr 2014 eingefroren hat.

Ober- und Untergrenzen unterschiedlich

Eine Vergleichbarkeit der Städte ist schwierig. Nicht jede Kommune hat 16 Einkommensgruppen wie Hattingen. Und auch nicht jede erhöht die Beitragsgruppen so wie die Ruhrstadt.

Die Ober- und Untergrenzen bei den Einkommen der Eltern werden ebenfalls nicht einheitlich, sondern höchst unterschiedlich gezogen. Wo andere einen Schnitt machen beim höchst heranzuziehenden Einkommen, ist woanders noch Luft nach oben. In Hattingen existieren Einkommensgruppen bis 130 000, bis 150 000 Euro und darüber.

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