St. Mauritius

Kirmesbesucher halten durch in Niederwenigern

Neele Schürmann und Mama Nicole amüsieren sich bei ihrer ersten Fahrt im Hully-Gully auf der Mauritius-Kirmes in Niederwenigern. Gleich wollen sie noch einmal einsteigen. Fotos:Fischer

Neele Schürmann und Mama Nicole amüsieren sich bei ihrer ersten Fahrt im Hully-Gully auf der Mauritius-Kirmes in Niederwenigern. Gleich wollen sie noch einmal einsteigen. Fotos:Fischer

hattingen.   Wetter beschert Umsatzeinbußen bis 80 Prozent. Dauergäste, Familien, Kinder und Senioren nutzen den trockenen Montag für einen letzten Rundgang.

Beim Oktoberfest in München ist letztes Jahr der Kirmesplatz abgesoffen, erzählt Andreas Alexius. Schwacher Trost für die Mauritius-Kirmes, die er veranstaltet. Am Montag kann man trockenen Fußes drüber laufen. Verregnet war sie trotzdem. Und bescherte manchen Beteiligten 60 bis 80 Prozent Umsatzeinbußen. Weshalb Alexius die Frage, wie die Kirmes war, am frühen Montagnachmittag so beantwortet: „Schön, nur das Wetter ließ zu wünschen übrig.“

Anders könne man es nicht sagen. Während der Freitag noch glimpflich verlaufen sei, war der Samstag verregnet, aber gut besucht. Am Sonntag fiel die Prozession zwar nicht ins Wasser. Das Wetter war aber so schlecht, dass sie nicht draußen stattfand, sondern im Dom. Wer geht dann überhaupt noch hin am Abschlusstag? Zum Glück einige, so dass der wetterfeste Montag vielleicht doch noch für einen Sonnenstrahl in der Bilanz sorgt.

Zuschauen oder mitmachen

Hartgesottene sind unterwegs, die sich schon das ganze Wochenende haben sehen lassen. Jede Menge Eltern, Omas und Opas mit Kindern und Enkeln sind auf den Beinen. Ehrenamtliche, die Altenheimbewohner im Rollstuhl von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft schieben.

Renate Hartmann wohnt seit 61 Jahren in Niederwenigern. Früher war ihr kein Fahrgeschäft zu hoch oder zu schnell. Inzwischen schaut die 84-Jährige lieber aus sicherer Entfernung zu. Nicht so Nicole Schürmann und ihre Tochter Neele. Sie setzen mehr auf Geschwindigkeit bei ihrer ersten Fahrt im Hully-Gully. Rückwärts geht’s. Und gleich will das Duo nochmal vorwärts fahren. Dabei sieht die Mutter jetzt schon ganz schön angeschlagen aus. Aber da muss man wohl durch.

Nicht ganz so wild geht es bei Nick und Marco Schürmann zu. Sie bleiben wenigstens auf dem Boden – im Autoscooter. Kinder seien lang in der Schule und müssten Hausaufgaben machen, weshalb es am Montag erst später rundgehe, sagt Andreas Alexius. Mit den Hausaufgaben ist das so eine Sache. Wie mehrere Kinder erzählen, handhaben Lehrerinnen das wohl unterschiedlich.

Am Montag gibt es keine Kontrollen von Sicherheitsdienst und Ordnungsamt wie an den vorangegangenen drei Tagen. Von Auffälligkeiten hat der Veranstalter nichts gehört.

Bis 22 Uhr geht das Spektakel täglich. In anderen Jahren ist es am Sonntag auch schon mal eine Stunde später geworden. Diesmal war um 21 Uhr Schluss.

Beate Pfützenreuter, die Gegrilltes vorbereitet, zuckt die Achseln angesichts des mauen Besuchs. Nach 30 Jahren in der Gaststätte Zum Deutschen hat sie umgesattelt auf Catering, Events und Segway-Touren. Trotz weniger Besuchern freut sie sich, Bekannte zu treffen. Und hält durch – wie die anderen im Dorf auch. Der Kirmesbesuch gehört einfach dazu.

Katrin Mawick war „jeden Tag hier“. Während ihr Dreijähriger eine Runde fährt, schlummert der vier Monate alte Miss an ihrer Brust. Er schläft bestens, obwohl es ziemlich laut zugeht. Max Noway, dessen Familie seit 40 Jahren im Geschäft ist, gibt weitere Chips aus. Nicht jeder nutzt sie für Fahrten in „Kid’s World“. Ein junger Mann sammelt sie.

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