Kirchenkreis

Kirchenkreis Hattingen-Witten: Kantor bald auf halber Stelle

War viele Jahre Synodaler, Mitwirkender im Finanzausschuss und Landessynodaler für den Kirchenkreis: Frank Hoffmann. Am Freitagabend verabschiedete Julia Holtz den Hattinger.

War viele Jahre Synodaler, Mitwirkender im Finanzausschuss und Landessynodaler für den Kirchenkreis: Frank Hoffmann. Am Freitagabend verabschiedete Julia Holtz den Hattinger.

Foto: Nicole Schneidmüller-Gaiser / Kirchenkreis Hattingen-Witten

Hattingen/Sprockhövel.  Kirchenkreis Hattingen-Witten diskutiert bei seiner Kreissynode über Musik. Trotz sinkender Mitgliederzahl stehen im Etat 9,2 Millionen Euro.

Der Advent ist ja eine Zeit der Traditionen. Auch für die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten, die am Freitagabend in Sprockhövel tagte.

Traditionell geht es auf der „Finanzsynode“ um die Verteilung der Kirchensteuer-Einnahmen. Und fast ebenso traditionell sind die Summen, die es zu verteilen gilt, in den vergangenen Jahren stets höher gewesen als erwartet – trotz sinkender Gemeindegliederzahlen.

„Es ist ja fast schon paradox, dass wir bei den höchsten je verbuchten Einnahmen die niedrigste Zahl Gemeindeglieder haben“, kommentierte Dirk Gellisch, Mitglied der Kirchenleitung, den auch in diesem Jahr noch einmal üppigen Zuschlag. Schon jetzt ist erkennbar, dass die „fetten Jahre“ bald vorbei sein werden. Ein Grund: Die Zahl der Christinnen und Christen sinkt, und die Konjunktur wird schwächer.

63 Synodale aus 17 Gemeinden beraten bei der Kreissynode

Die Synodalen reagierten darauf mit grundsätzlichen Überlegungen und mit einer inhaltlichen Diskussion über die Schaffung einer neuen Stelle für die Kreiskantorei. Denn Musik hat, nicht nur zur Weihnachtszeit, eine zentrale Bedeutung für das kirchliche Leben und ist ein deutliches Erkennungszeichen von Kirche.

Der Zeitpunkt kam eher als gedacht. Nachdem der bisherige Kreiskantor Hans Wilfried Richter auf der Sommersynode 2019 ein Jahr früher als erwartet in den Ruhestand verabschiedet worden war, stellte sich nun für die 63 Synodalen aus 17 Gemeinden die Frage, ob und mit welchem Stundenumfang diese übergemeindliche Arbeit ausgestattet werden soll.

Bei der Diskussion kamen die Gemeindevertreter schnell an Grundsätzliches: Einerseits wurde der Wunsch deutlich, in Zeiten wegbrechender Mittel möglichst keine zusätzlichen Verbindlichkeiten einzugehen, die über das bisherige Maß hinausgehen.

Schaffung einer zweiten halben Stelle ist nicht ausgeschlossen

Auf der anderen Seite brauchte es vermutlich weder die umfangreiche Vorlage des Ausschusses für Gottesdienst und Kirchenmusik noch den leidenschaftlichen Appell des eigens angereisten Landesmusikdirektors Harald Sieger, um die Bedeutung von Musik anzuerkennen.

„Ein Kreiskantorat sichert die Musik in den Gemeinden etwa durch die Ausbildung junger Musiker“, warb der aus Vlotho stammende Sieger mit der Überzeugungskraft eines leidenschaftlichen und erfahrenen Musikers. Am Ende einer intensiven Diskussion beschlossen die Synodalen die Schaffung einer 0,5-Stelle Kreiskantorat für einen B-Kirchenmusiker zum nächstmöglichen Zeitpunkt sowie eine inhaltliche Diskussion über die zukünftigen Schwerpunkte kirchlichen Lebens. Das schließt die Schaffung einer weiteren halben Stelle für Musik ausdrücklich nicht aus.

Der Kirchenkreis betreibt 21 Kindertagesstätten

Im Anschluss an die Landessynode in Bielefeld werden in den Kirchenkreisen die Mittel für das folgende Wirtschaftsjahr vor Ort verteilt. Der Haushalt des Kirchenkreises Hattingen-Witten hat im kommenden Jahr ein Volumen von 9,2 Millionen Euro, denn obwohl die Zahl der Gemeindeglieder landauf, landab sinkt, steigt immer noch konjunkturbedingt die Summe, die die Evangelische Kirche von Westfalen an die Kirchenkreise überweisen kann.

Von diesem Geld werden zunächst die 42 Pfarrerinnen und Pfarrer bezahlt. Nach Abzug einer weiteren Summe für kirchliche Aufgaben in Diakonie, Kinder- und Jugendarbeit sowie in den 21 Kitas des Kirchenkreises bleiben für die Gemeinden in Hattingen, Witten, Wengern und Sprockhövel mehr als 1,86 Millionen Euro, die entsprechend den Gemeindegliederzahlen zugewiesen werden. Das entspricht einem Betrag von 29,80 Euro pro Gemeindeglied.

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