Hattingen.

Kinder säen vorm Rathaus Weizen

arken auf dem Getreidefeld vor dem Rathaus: Lukas (vier Jahre alt) und Emilia( 5) sind am Donnerstag mit Xenia aktiv. Zu den Beteiligten gehören insgesamt neun Kitas. Fotos:Fischer

arken auf dem Getreidefeld vor dem Rathaus: Lukas (vier Jahre alt) und Emilia( 5) sind am Donnerstag mit Xenia aktiv. Zu den Beteiligten gehören insgesamt neun Kitas. Fotos:Fischer

Hattingen.   Jungen und Mädchen aus Kitas unterstützen Holger Vockert beim Naturprojekt. Sie stellen Vogelscheuchen auf und bemalen Bänke für den Platz.

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Ein Einweiser wie auf großen Parkplätzen ist hier nicht nötig. Die vielen kleinen Füße, die über die ehemalige Wiese vor dem Rathaus stapfen, kommen sich auf dem künftigen Getreidefeld nicht ins Gehege. Sie agieren nicht alle gleichzeitig, sondern nacheinander und an verschiedenen Ecken, in die Holger Vockert, der das Projekt initiiert hat, sie dirigiert mit Anweisungen an andere Beteiligte: „Schick’ mal Kinder rüber aufs Feld.“

Mit Landwirt Peter Oberdellmann hat er schon Sommerweizen gesät. Doch selbstverständlich dürfen auch die Jungen und Mädchen nicht nur ihre selbst gebauten Vogelscheuchen am Rand des Geländes und Bänke aufstellen, sondern auch selbst Getreide säen. Und später bei der Ernte dabeisein und im Herbst sehen, wie Brot aus dem Korn gebacken wird.

Was auf der blauen Plane aussieht wie ein Minisandstrand, ist nicht dazu gedacht, einen Liegestuhl aufzustellen. Vielmehr ist das in Einwegbecher abgefüllter, mit Saatgut vermischter Sand, den die Kinder der neun beteiligten Kitas in die Hand gedrückt bekommen und in die Erde plumpsen lassen. Dass das Wetter hält, hatte sich Vockert gewünscht. Der Wunsch ist mehr als erfüllt worden am Donnerstag mit einem vorgezogenen Super-Sommertag. Kein Wunder, dass der schattige Platz unter dem Baum heiß begehrt ist. Genauso wie die kalten Getränke, die fürsorgliche Erzieherinnen mitgebracht haben. Nicht nur Christopher, der eine Ausbildung zum Kinderpfleger macht, findet die Aktion gut. „Die ganze Stadt ist ein bisschen langweilig und grau“, sagt der 17-Jährige. „Es ist schön, dass sich so viele Menschen für die Umwelt einsetzen“, findet er. Das Treiben vor dem Rathaus ist an diesem Tag alles andere als grau, sondern bunt.

Sogar ein Hochzeitspaar gibt sich die Ehre. Lebende Vogelscheuchen, heißt es hinter vorgehaltener Hand, wollten sich nicht zur Verfügung stellen. Zwischendurch rupfen Kinder Gras aus dem Wiesenteil des Geländes – und retten einen Regenwurm.

Holzhütte für Werkzeug steht

Andere Jungen und Mädchen, deren Einsatz noch nicht gefragt ist, nutzen die Zeit und bemalen ihre selbst gezimmerte Bank mit bunten Blumen und verewigen sich mit ihren Namen darauf. Wenn sie fertig ist, können Besucher künftig auch darauf Platz nehmen und sich mitten ins Geschehen setzen. Eine Holzhütte für Material und Werkzeug steht bereits.

Der Einsatz der Kinder wird von zahlreichen Erwachsenen fotografiert und gefilmt. Ein älterer Herr erinnert sich an seine Kindheit. Er findet es gut, dass auf diese Weise ein Bezug zur Natur hergestellt wird.

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