PROJEKT

Kinder aus Hattingen bauen ihre Traumstadt – aus Lego

Konzentriert: Diyar (9) und Bünjamin (9) beim Lego-Projekt in der Sporthalle Rauendahl mit dem Titel „Das ist mein Rauendahl in Hattingen“.

Konzentriert: Diyar (9) und Bünjamin (9) beim Lego-Projekt in der Sporthalle Rauendahl mit dem Titel „Das ist mein Rauendahl in Hattingen“.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Bei einem Lego-Bau-Projekt gestalten Heranwachsende aus dem Rauendahl ein Wohnumfeld, das sie für lebenswert halten. Was dabei nicht fehlen darf.

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27 Jungen und Mädchen bastelten jetzt an ihrer Traumstadt – mit Hilfe von Legosteinen. Die Leiterin des Rauendahler Jugendtreffs, Elaine Grüny, hatte das Projekt in den Stadtteil geholt, um den Heranwachsenden zu zeigen, dass sie ihr Rauendahl mitgestalten können. Ihre in der Legowelt enthaltenen Ideen für eine lebenswerte Stadt werden dabei unter anderem auch ins Jugendparlament getragen.

„Was braucht denn so ein Lebensumfeld?“, fragt Projektleiter Frank Rütten zum Projektstart in die Runde. Wege, Häuser, Straßen, ein Kino, eine Schule. „Schule hört man selten“, kommentiert Rütten. Grüny klärt auf, dass es hier tatsächlich keine Grundschule gibt und die nächste im Oberwinzerfeld recht voll sei. Also ein nachvollziehbarer Wunsch.

Hattingen hat gar kein Kino

Auch ein Kino wünschen sich viele Teilnehmer hier, den ein Stadtteil zwar nicht unbedingt braucht. Aber Hattingen hat gar kein Kino, das wissen auch die Mädchen und Jungen. John (15) kann sich aber noch daran erinnern, wie er mit seinem Vater als kleiner Junge ins Hattinger Kino ging. „Heute brauchen wir keins hier“, meint er. „Ich fahr nach Essen.“

Justin (13) sieht das wie viele andere anders: „Ein Kino direkt vor Ort zu haben, wäre toll, dann muss man nicht so weit fahren.“ Rütten greift den Wunsch der Kids auf, will sie ein Kino bauen lassen. „Mit Leinwand, auf der Bilder der Bauarbeiten gezeigt werden.“

Sie bauen all’ das, was eine Stadt braucht

Zuerst müssen die Kinder aber all’ das bauen, was eine Stadt braucht: Innenstadt, Krankenhaus, Feuerwehr, Zug, Baustelle, Polizei. Die Regeln sind klar. Paulina (8) baut zusammen mit ihrer Freundin Luisa (9) das Krankenhaus mit Hubschrauberlandeplatz. Wie sie, haben auch die anderen Kinder hier sichtlich Spaß, sind konzentriert.

Viele kennen Lego von daheim. Rütten weiß dabei aus 14 Jahren Erfahrung als Legobauer: „Mädchen spielen schon, während sie bauen, haben etwa den Hund zwölf Mal gewaschen und ihm drei verschiedene Namen gegeben, bis sie den Hundefriseursalon ausgebaut haben. Jungs dagegen bauen den Hubschrauber, lassen ihn gegen eine Wand fliegen – und bauen was Neues.“

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