Mercedes-Treffen

KGB-Mercedes ist der Glanzpunkt der „Schönen Sterne“

Präsentation der „Schönen Sterne 2019“: Veranstalter Thomas Ebeling, Gunda Otholt (LWL9, Bürgermeister Dirk Glaser und Gilbert Gratzel mit dem russischen Mercedes Benz 600 Pullmann.

Präsentation der „Schönen Sterne 2019“: Veranstalter Thomas Ebeling, Gunda Otholt (LWL9, Bürgermeister Dirk Glaser und Gilbert Gratzel mit dem russischen Mercedes Benz 600 Pullmann.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  „Schöne Sterne“: Das größte Mercedes-Festival Europas steigt wieder auf der Henrichshütte in Hattingen. Höhepunkt ist das russische Staatsmodell.

Bald strahlen sie wieder, die „Schönen Sterne“: Zwischen Stahl und Rost kann man sie übernächsten Wochenende, 24. und 25., August wieder blitzen und blinken sehen.

Zum zehnten Mal kommen Mercedes-Liebhaber an der Henrichshütte auf ihre Kosten, können alte und neue Wagen bewundern, extrem PS-starke Geschosse und gemütliche Ausflugswagen bestaunen und sportliche Schlitten auf früheren Jahrzehnten begutachten. Höhepunkt ist der Mercedes 600, der 14 Jahre lange im Besitz des russischen Geheimdienstes KGB war, und zum Fuhrpark des Staatspräsidenten Leonid Breschnew gehörte.

Manche Besucher fahren 700 Kilometer und mehr nach Hattingen

Der Aufwand ist zum Teil enorm, den die Besucher auf sich nehmen. Manche führen 700 Kilometer und mehr, um die attraktive Glitzerwelt der Mercedes-Wagen zu genießen, berichtet Veranstalter Thomas Ebeling stolz. Im Jahr 2010 fand das Event erstmals auf der Hütte statt, mittlerweile hat es sich als größtes Mercedes-Festival Europas etabliert. „Der anhaltende Reiz liegt eindeutig im Gelände der ehemaligen Stahlhütte mit dem faszinierenden Charme der großen industriellen Vergangenheit“, so Ebeling.

Die Mercedes-G-Klasse feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag. Eng damit verknüpft ist die Gesellschaft für Geländewagen (GfG) in Leinatal, die einer der Spezialisten ist, wenn es um Auf- und Umrüstungen des G-Modell-Fahrwerks ist. „Was die Leintaler anlässlich des Jubiläums zeigen, bleibt aber ein Geheimnis“, erklärt der Veranstalter.

Star unter den Sternen wird der Breschnew-Mercedes sein

Der Star unter den Mercedessternen aber wird der Breschnew-Mercedes sein. „Mit dem legendären Sechshunderter hat Mercedes-Benz in den 1960er-Jahren Autogeschichte geschrieben“, erklärt Gilbert Gratzel, der die imposante Staatskarosse vorstellte. „Dieser Wagen war eine technische Sensation seiner Zeit, das beste und exklusivste Auto der damaligen Welt.“ Alles sei von Hand gefertigt worden. In einer Bauzeit von 17 Jahren – zwischen 1964 und 1981 – wurden nur 2677 Fahrzeuge davon hergestellt.

„Dieser Mercedes-Benz 600 ist Teil dieser Exklusivität und hat eine äußerst spannende Geschichte“, erzählt Gratzel. Erstzulassung: 1968 in Moskau. Halter: KGB. Breschnew fuhr das Auto während seiner 18-jährigen Amtszeit privat. „Es ist ein rollendes Geschichtsbuch. Als ich mich zum ersten Mal hinein gesetzt habe, habe ich den Atem der Geschichte im Nacken gespürt“, schildert Gilbert Gratzel. Gänsehaut gratis.

EN-ZK 66 H – ZK wie Zentralkomitee, 66 das Baujahr

Am 18. Juli 1991 wurde der Wagen aus dem „Zollausland Russland“ von einer Privatperson eingeführt und von dem Berliner Wolfgang H. erworben. Er ließ den Wagen für 390.000 D-Mark mit original Ersatzteilen restaurieren. 1997 zugelassen, wurde er 1998 vom Finanzamt im Zuge eines Vollstreckungsverfahrens gepfändet. In einer spektakulären Aktion ersteigerte Burkhard S. aus NRW des Schmuckstück, das jetzt auf das Kennzeichen EN-ZK 66 H zugelassen ist – ZK wie Zentralkomitee, 66 das Baujahr.

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