Schulpolitik

Kaum Ideen für die Zukunft der Schulen in Hattingen

Gymnasium Holthausen an der Lindstockstraße in Hattingen. Hier befindet sich das Gymnasium. Das Berufskolleg hat hier ein Übergangsquartier gefunden.

Gymnasium Holthausen an der Lindstockstraße in Hattingen. Hier befindet sich das Gymnasium. Das Berufskolleg hat hier ein Übergangsquartier gefunden.

Foto: Hans Blossey

Hattingen.   Mit der Rückkehr zu G9 fehlt der Platz für den Einzug der Realschule ins Schulzentrum. Der Schulentwicklungsplan ist längst überholt.

Die Schulentwicklungsplanung von 2016 ist längst überholt, die nächste muss weit in die Zukunft planen. Vor allem am Schulzentrum ist die Zukunft ungewiss. Denn mit einer Rückkehr zu G9 ist für die Realschule, die laut Beschluss hier einziehen soll, kein Platz. Das steht seit Monaten fest. Wie es weitergehen kann, dazu gibt es bisher aber kaum Ideen.

Die aktuelle Planung gilt noch bis 2020. Allerdings sind Entscheidungen, die vor zwei Jahren getroffen wurden, mittlerweile kaum mehr umsetzbar. Neben dem Gymnasium Holthausen hat das Berufskolleg im Schulzentrum sein Übergangsquartier – und das länger, als ursprünglich geplant. Die Arbeiten in der Südstadt verzögern sich.

In acht Jahren braucht das Gymnasium mehr Platz

Spätestens in acht Jahren benötigt das Gymnasium mehr Platz, wenn eine Klassenstufe hinzukommt. Ebenso übrigens an der Waldstraße. Dort wurden mit dem Übergang zu G8 alte Pavillons abgerissen. Nun wird wieder neu gebaut werden müssen.

In Holthausen ist Platz. Für das Gymnasium allein allerdings zu viel. Damit muss jemand mit einziehen. Für die Realschule Grünstraße, das zeigen die Pläne, reicht der Platz nicht. Eine Grundschule wäre platzmäßig gut geeignet. Dagegen gab es allerdings schon zuletzt massive Proteste der Eltern. „Das wollen wir immer noch nicht“, bekräftigt Ulrike Brauksiepe (CDU) die Entscheidung von damals. Über alternative Ideen berät die CDU noch nicht. „Wir brauchen dafür erst neue Zahlen. Die Geburtenzahlen steigen, das bewirkt auch Veränderungen in der Schullandschaft“, begründet Brauksiepe. Zudem sei abzuwarten, wie sich neue Medienentwicklungskonzepte, die die Schulen erstellen, auf das Raumprogramm auswirken.

SPD hält vorerst an den Beschlüssen fest

Die SPD hält vorerst an den Beschlüssen fest. „Wir haben immer gesagt, es müssen am Schulzentrum Räume hinzukommen“, sagt Dorothea Kiesewetter, Vorsitzende des Schulausschusses. Vorgesehen ist das bisher aber nicht. „Im Grunde brauchen wir neue Räume an allen Schulen“, fügt sie hinzu und kündigt an, man wolle sich direkt nach der Sommerpause mit der Schulplanung beschäftigen.

Konkreter sind die Vorstellungen von Marc Bartrina (FDP). Ein Modell nach dem Vorbild einer Wuppertaler Gesamtschule, die komplett erneuert wurde, wie es FDP und SPD zuletzt für die Hattinger Gesamtschule vorgeschlagen hatten, sei auch für das Schulzentrum denkbar – mit oder ohne den Einzug der Realaschule. Zudem könne er sich einen „Ort des Lernens für alle Altersstufen“ in Holthausen vorstellen, zum Beispiel mit einem integrierten Jugendzentrum, Hausaufgabenbetreuung und mehr. „Vielleicht müssen wir auch ganz neu denken – ein Anbau oder ein Neubau, bei dem auch Inklusion und Integration beachtet werden“, sagt Bartrina.

Dreiviertelmillion Euro soll in Schulzentrum fließen

„Alles neu zu bauen, das sehe ich bei unserem Haushalt nicht. Die Fördermittel sind abgerufen“, hält Brauksiepe dagegen. Beschlossen ist bisher nicht einmal ein Anbau. Stattdessen wird aber noch in diesem Jahr mehr als eine Dreiviertelmillion Euro in die Aufwertung des Schulzentrums gesteckt.

Die städtische Gesamtschule Wuppertal Langerfeld, die der Hattinger SPD und FDP bei ihren Vorschlägen als Vorzeigebeispiel dient, wurde für mehrere Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen umgebaut. In der vergangenen Sitzung hatte der Schulausschuss die Hattinger Stadtverwaltung beauftragt zu prüfen, mit welchen Mitteln das Wuppertaler Projekt realisiert wurde und ob diese auch für Hattingen verfügbar wären.

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