ÖPNV

Jusos fordern kostenlosen Nahverkehr zu großen Stadtfesten

Die Jusos fordern einen teilweise kostenlosen ÖPNV im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Die Jusos fordern einen teilweise kostenlosen ÖPNV im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Foto: Volker Speckenwirth / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Neun Tage im Jahr sollen Bus und Bahn im EN-Kreis gratis sein, fordern die Jusos. Fraglich ist die Finanzierung, nötig ein Beschluss der Politik.

Die Jusos fordern einen kostenlosen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu den Stadtfesten der Kreisstädte. Zudem soll der ÖPNV umweltfreundlicher und regelmäßiger – auch zu später und früher Stunde – werden.

Ein großes Anliegen ist den Jusos einen – zumindest unregelmäßigen – kostenlosen Nahverkehr im EN-Kreis anzubieten. Wenn das Land an der Stelle finanziell unterstütze sei dies möglich, erklären die Jungsozialisten im Ennepe-Ruhr-Kreis. Ihre Idee: Neun Tage im Jahr sollen die Bürger kostenlos mit Bus und Bahn fahren dürfen.

Diese Tage sollen sich jeweils an den Stadtfesten in den EN-Kommunen orientieren. „Zu den großen Festen im Kreis mit dem kostenlosen Bus zu fahren – das wäre doch eine tolle Gelegenheit, um die Umwelt zu schonen, für den ÖPNV zu werben und unsere Feste gemeinsam zu feiern“, schwärmt die stellvertretende Vorsitzende der Jusos Ennepe-Ruhr Alina Meuser. Für die Jungsozialisten ist das eine Chance, um mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen.

Zuletzt hatte die Bogestra von sinkenden Nutzungszahlen ihrer Busse und Bahnen berichtet. Mit einem Rückgang von 2,48 Millionen Fahrgästen auf 142,6 Millionen insgesamt fiel der Verlust sogar etwas größer aus, als von dem Verkehrsunternehmen erwartet. Noch vor fünf Jahren war die Rede von einem Rekordhoch mit damals 145,4 Millionen Fahrgästen. Die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) meldet für 2018 etwas weniger als 18,2 Millionen Fahrgäste. Auch hier sind es etwas weniger als im Vorjahr.

Die Jusos versprechen sich von ihrem Vorstoß auch, dass die Straßen zum Beispiel beim Altstadtfest entlastet werden könnten. Die Mobilitätsuntersuchung des Ennepe-Ruhr-Kreises wies auch im Bogestra-Rekordjahr das Auto als Hauptverkehrsmittel aus. Zu 68 Prozent nutzten das die Bürger. Der ÖPNV landete mit 12 Prozent noch hinter den Fußgängern.

Entscheiden können über die Gratis-Fahrtage aber nicht die Verkehrsunternehmen. Nötig wäre für die Idee der Jusos ein Beschluss des Kreistags. Dabei stellt sich vor allem die Frage der Finanzierung. „Würde der Kreis zahlen, würde das über die Kreisumlage im Endeffekt wieder von den Städten gezahlt“, überlegt Kreissprecher Ingo Niemann.

Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) hat unterdessen zuletzt jährlich die Fahrkarten-Preise erhöht. Auch im Januar dieses Jahres hatte er die Preise erneut angehoben. Die nächste Preiserhöhung – geplant zum 1. Januar 2020 – hatten CDU und Grüne im VRR-Kontrollgremium erst vor wenigen Tagen blockiert.

Kürzlich hatten auch die Wittener Grünen und Piraten ebenfalls einen kostenlosen Nahverkehr gefordert – nach Wunsch der Grünen im Speziellen im Advent.

Die Jusos ergänzen ihren Vorschlag noch um die Forderung, Linien – sowohl von der VER, wie auch der Bogestra – dürften nicht weiter eingespart werden. Gerade in den Morgen- und Abendstunden sehen sie sogar noch Ausbaubedarf.

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