Schreibwerkstatt

Junge Hattinger Autoren stellen ihre kreativen Texte vor

Vor Publikum präsentierten die Nachwuchs-Schriftsteller ihre Texte in der Stadtbibliothek Hattingen.

Foto: Manfred Sander

Vor Publikum präsentierten die Nachwuchs-Schriftsteller ihre Texte in der Stadtbibliothek Hattingen. Foto: Manfred Sander

Hattingen.   Drei Monate arbeiteten Jugendliche in der Hattinger Schreibwerkstatt an außergewöhnlichen Geschichten. Jetzt präsentierten sie das Ergebnis .

Vierzehn Kinder erprobten drei Monate lang in der Schreibwerkstatt ihr Talent. Jetzt lasen sie ihre dort entstandenen Texte vor Publikum in der Bibliothek vor.

Die Schreibwerkstatt findet das dritte Mal in der Stadtbibliothek statt und ist so beliebt, dass nicht alle einen Platz bekamen. Doch Nisa hatte Glück. Die Zehnjährige liest gern Harry Potter, deshalb trägt sie einen Text vor, in dem Harry, Ron, Hermine und Ginny vorkommen. Die Leiterin der Schreibwerkstatt, die freie Autorin Pia Helfferich, erklärt die Schreibaufgabe, aus der Nisas Text entstand. Es sollten verschiedene Sinneseindrücke in die Erzählung eingebracht werden. Da der Tastsinn häufig vernachlässigt wird, sollten die Kinder Gegenstände in einem Beutel ertasten, sie beschreiben und in eine Geschichte einbauen. In Nisas Text „Harry Potter und der dunkle Keller“ müssen die Zauberschüler eine Prüfung bestehen und in einem dunklen Keller ihre Zauberstäbe wiederfinden.

Auch Pia Jakobs (14) liest einen Text vor, der bei dieser Aufgabe entstanden ist. Sie beschreibt aus der Ich-Perspektive, wie die Figur versucht, den Weg aus einem stockfinsteren Verlies zu finden. „Ich tapste Schritt für Schritt voran“, liest Pia. Die Geschichte ist spannend bis zum Schluss und endet mit dem Fall ins Bodenlose.

Genau wie Pia ist Jule Greb (10) das zweite Mal bei der Schreibwerkstatt dabei. Jule liest aus dem „Tagebuch einer Peacianerin“. Ihr Text hat Witz und fühlt sich in das Empfinden eines Mädchens ein, das sich nicht mehr zur Weißglut treiben lassen will – das gelingt nicht immer.

Jule hat einen zweiten Text mitgebracht, der bei der Aufgabe entstand, einen besonderen Charakter zu bilden und aus dessen Erzählperspektive zu schreiben. „Ich wollte nicht aus der Perspektive eines Menschen schreiben. Da ich gerne Erdbeeren esse, dachte ich mir, ich schreibe aus der Perspektive einer Erdbeere“, erklärt Jule ihre Idee für „Das Marmeladenkomplott“.

Es durften auch Texte vorgestellt werden, die die Teilnehmer außerhalb der Schreibwerkstatt verfasst haben. Paul Melzer (12 ) las das siebte Kapitel aus seinem Roman „Die Welt von Nivola“. Der Fantasieroman ist von Herr der Ringe inspiriert, erzählt Paul. Im Winter hat er mit dem Schreiben des Romans begonnen. „Dreiundzwanzig Seiten sind es bis jetzt und es sollen um die 600 werden“, verkündet Paul.

Luisa Exner (10) wollte lernen, Ideen für Geschichten zu entwickeln. Ihre Lieblingsaufgabe war es, aus vorgegebenen Begriffen einen Text zu schreiben. Enstanden ist „Getroffen, gefunden“.

Auch Lukas Kurzok (11) wollte sein Schreiben verbessern. „Ich bin kein kreativer Schreiber und der Workshop hat mir geholfen, besser zu werden.“ Sein spannender Text handelt von einem Mann, der sich in der Bibliothek im Reschop Carré vor der Polizei versteckt.

Heike Bein, stellvertretende Leiterin der Bibliothek, ist begeistert von den Ergebnissen: „Jetzt hat Hattingen ein paar Schriftsteller mehr.“

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