Gesundheit

Jugenduntersuchungen werden in Hattingen kaum genutzt

Nur rund jeder fünfte Teenager im Ennepe-Ruhr-Kreis geht zu den Jugenduntersuchungen J 1 und J 2. 

Nur rund jeder fünfte Teenager im Ennepe-Ruhr-Kreis geht zu den Jugenduntersuchungen J 1 und J 2. 

Foto: hfr / AOK

Hattingen.  Nur jeder fünfte Teenager zwischen zwölf und 17 Jahren nimmt das kostenlose Angebot wahr. Die Zahl der Teilnehmer ist erneut zurückgegangen.

Nur rund jeder fünfte Teenager im Ennepe-Ruhr-Kreis geht zu den Jugenduntersuchung J 1 und J 2. Das geht aus einer aktuellen Auswertung hervor. Danach nutzten im vergangenen Jahr nur 21,3 Prozent der AOK-versicherten Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren die medizinischen Checks, die von der AOK Nordwest für ihre Versicherten kostenfrei angeboten werden. Im Vorjahr waren es 21,4 Prozent.

„Im Vergleich zu den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder werden die Jugenduntersuchungen deutlich weniger genutzt. Dabei sind Gesundheitsangebote im Jugendalter für eine gesunde Entwicklung besonders wichtig“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.

Nach den U-Untersuchungen für Kinder werden die Jugenduntersuchungen angeboten. Die J 1 für Jugendliche zwischen zwölf und 14 Jahren gehört zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.

Bei der J 1 werden Größe, Gewicht, Impfstatus, Blut und Harn überprüft

Während in 2018 noch mehr als 38,2 Prozent der Jugendlichen im EN-Kreis diese Untersuchung genutzt haben, nahmen nur knapp sechs Prozent die J 2 wahr, die die AOK als besondere Mehrleistung für ihre Versicherten im Alter zwischen 16 und 17 bezahlt.

Im Rahmen der J 1 werden Größe, Gewicht und Impfstatus sowie Blut und Harn überprüft. Bei der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt die pubertären Entwicklungsstadien sowie den Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktionen ab.

Beide Untersuchungen bieten die Chance, ausführlich mit dem Arzt zu sprechen

Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten können bei den Jugenduntersuchungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Auch auf Hautprobleme und Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht wird eingegangen. Bei Bedarf empfiehlt der Arzt individuelle Präventionsmaßnahmen.

Die Jugenduntersuchung J 2 zielt zusätzlich auf das Erkennen von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, Haltungsstörungen und Diabetes-Risiko ab. Zu den Terminen sollten die elektronische Gesundheitskarte und der Impfpass mitgebracht werden.

Beide Untersuchungen bieten neben einem Gesundheits-Check auch immer die Chance, ausführlich mit dem Arzt zu sprechen. Denn in dem Alter ist es wichtig, nicht nur die körperliche Entwicklung zu kontrollieren, sondern auch über die geistigen und sozialen Kompetenzen sowie eine gesundheitsfördernde Lebensführung zu beraten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben