Berufsfelderkundung

Jugendliche erkunden Berufsfelder in Hattingen

Ein Herz aus Schieferplatten schlagen: Dachdecker-Auszubildender Abdul Barry (links) zeigt den 14-Jährigen Semi und Onur, wie es geht bei der Berufsfelderkundung im HAZ (Hattingen – Arbeit und Zukunft). Foto:Fischer

Ein Herz aus Schieferplatten schlagen: Dachdecker-Auszubildender Abdul Barry (links) zeigt den 14-Jährigen Semi und Onur, wie es geht bei der Berufsfelderkundung im HAZ (Hattingen – Arbeit und Zukunft). Foto:Fischer

hattingen.   Handwerksbetriebe stellen Achtklässlern verschiedener Schulen im HAZ Ausbildungen für Tischler, Dachdecker, Gebäudereiniger und Elektroniker vor.

„Das Handwerk hat ein deutliches Imageproblem, bietet Jugendlichen aber Chancen“, sind sich die Ausrichter der Berufsfelderkundung im HAZ – Hattingen Arbeit und Zukunft einig. Denn Abitur und Studium seien nicht für alle Jugendlichen zielführend, ist nicht nur Michael Kaiser, Lehrlingswart und Tischler mit eigenem Unternehmen in Bochum überzeugt.

Vom Abitur sind die jungen Leute am Montag altersmäßig und was die Schullaufbahn angeht, ein ganzes Stück weit entfernt. Die 29 Schülerinnen und Schüler nicht nur aus Hattingen, sondern dem gesamten Kreisgebiet, besuchen achte Klassen an unterschiedlichen Schulformen. Julina, die die Realschule Grünstraße vor Ort besucht, stellt fest: „Das geht ganz schön in die Arme“. Sie betätigt sich gerade als Gebäudereinigerin und säubert Fensterscheiben.

Berufsberater: Alle Chancen nutzen

Derweil lassen sich Semir und Onur, beide 14 Jahre alt, von Auszubildendem Abdul Barry aus dem Betrieb Berster in die Geheimnisse der Dachdeckerei einweihen. Sie steigen niemandem aufs Dach, sondern stellen aus einer Schieferplatte, die normalerweise dort hinkommt, ein Herz her. Das können die Schülerinnen und Schüler ebenso mit nach Hause nehmen wie den Würfel, der in der Schreinerei aus einem Kantholz gesägt und gefeilt wird.

Hier gefällt es Julina gut, die wie die anderen auch an einem Tag komprimiert mehrere Berufe im Handwerk kennenlernt. HAZ-Vorstand Armin Stickler hat Vertreter unterschiedlicher Branchen ins Haus geholt. Fachleute reißen ihre Berufsfelder an und stellen vor, was sie selbst tun. Die 13-jährige Julina möchte zwar Psychologie studieren oder Visuelles Marketing, je nachdem, wie es weitergeht nach dem Schulabschluss. Die Schülerin der Realschule Grünstraße interessiert sich aber auch für Technik. Zu Möbeln hat sie einen Bezug, hat ihr Vater doch für den kleinen Bruder aus einem Schrank einen Schreibtisch gebaut.

Viele Jugendliche wissen in dem Alter noch nicht, was sie werden wollen, weiß Berufsberater Rasmus Keichel. Der 50-Jährige rät aber dazu, sich zu interessieren, zu informieren und alle Angebote wie etwa die Berufsberatung zu nutzen, zu der Jugendliche gern mit ihren Eltern kommen sollten. Im HAZ durchlaufen alle Achtklässler alle Stationen, zu denen auch Elektrotechnik gehört. Wichtig sei, mehrgleisig zu fahren, einen Plan B zu haben und alle Chancen zu nutzen, die sich bieten, sagt der Berufsberater. Er selbst hat früher als Industriekaufmann und Bestatter gearbeitet.

<<<Bestandteil der Berufsorientierung

Die Berufsfelderkundungen sind Teil der Landesinitiative NRW „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf“ und damit fester Bestandteil der Berufsorientierung. Die Tage werden in den Schulen vor- und nachbereitet.

Unternehmen lernen ihre Nachwuchskräfte von morgen kennen.

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