Projekt

Jugendliche arbeiten wie der Bürgermeister – für einen Tag

Gehen wird er nicht: Aber für einen Tag übernehmen Jugendliche Aufgaben des Bürgermeisters beim Projekt Bürgermeister für einen Tag in Hattingen. Mit geplant haben das Projekt: (v.l.) Luc Stahlhut, Martha Sonström und Emily Ernst - sie sitzen am und auf dem Schreibtisch von Bürgermeister Dirk Glaser.

Gehen wird er nicht: Aber für einen Tag übernehmen Jugendliche Aufgaben des Bürgermeisters beim Projekt Bürgermeister für einen Tag in Hattingen. Mit geplant haben das Projekt: (v.l.) Luc Stahlhut, Martha Sonström und Emily Ernst - sie sitzen am und auf dem Schreibtisch von Bürgermeister Dirk Glaser.

Foto: Fischer

Hattingen.   Projekt war eine Idee des Jugendparlaments. Es ist schon klar, welche Aufgaben Jugendliche an einem Tag für den Bürgermeister erledigen.

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Nur mit dem Bürgermeister mitgehen und zuschauen: Das wird nichts. Denn die jugendlichen Teilnehmer des Projekts „Bürgermeister für einen Tag“ müssen selbst ran und in Dezernaten Aufgaben bearbeiten, eine kleine Eröffnungsrede auf dem Weihnachtsmarkt halten und sich bei einer rollenden Bürgersprechstunde am Reschop-Carré Sorgen und Wünsche von Bürgern anhören.

Das Jugendparlament hatte die Idee zu der Aktion im vergangenen Oktober – und entwickelte sie weiter. Bei sieben Veranstaltungen erfahren Teilnehmer, wie Verwaltung und Politik verzahnt sind und was es bedeutet, Bürgermeister zu sein.

Neue Wege gehen gegen Politikverdrossenheit

„Es ist nicht selbstverständlich, dass Rathäuser sich so öffnen. Wir wollen neue Wege ausprobieren“, sagt Bürgermeister Dirk Glaser. Neue Wege gegen die Politikverdrossenheit und für politisches Engagement junger Menschen.

Wer zwischen 14 und 18 Jahren alt ist, kann sich anmelden. „Das ist wie ein außerschulisches Praktikum in Politik und Verwaltung“, sagt Ines Ditscheid von der Abteilung Jugendförderung und Jugendkultur.

Jugendliche hören Bürgern bei Sprechstunde zu

2500 Euro kostet das Projekt von Hattinger Jugendparlament und Jugendforum und wird finanziert über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ Dabei soll es durchaus nicht einmalig bleiben, sondern bei Interesse wiederholt werden.

Start ist am Dienstag, 30. Oktober, 16-19 Uhr, mit einem Speed-Debating. Mit einflussreichen Menschen aus der Stadt werden die Teilnehmer sprechen. Über „Politik in meiner Stadt“ wird am Montag, 5. November, 7-19 Uhr, informiert. Beim „Planspiel #Ungerecht“ sollen die Jugendlichen eine eigene Partei gründen, Gesetze für die Stadt beschließen, um dann am Montag, 19. November, an Fraktionssitzungen teilzunehmen.

Die Dezernenten machen mit beim Projekt

Eine Jugendhilfeausschusssitzung steht am Mittwoch, 21. November, auf dem Programm. Bürgermeister für einen Tag sind die Teilnehmer am Tag der Weihnachtsmarkteröffnung, Montag, 26. November, von 10 bis 17 Uhr – und müssen in den Dezernaten ran. Die Dezernenten machen mit. Zudem sollen sie beim Weihnachtsmarkt sprechen und bei der rollenden Bürgersprechstunde parat stehen: Der Tag wird voll. Abschluss ist die Übergabe von Teilnahme-Urkunden bei der Jugendkonferenz am Freitag, 7. Dezember.

„Wir haben an allen Schulen für das Projekt geworben“, sagt Martha Sonström (16) vom Jugendparlament. „Uns war bei der Planung des Programms wichtig, dass viele Eindrücke gesammelt werden können, dass die Teilnehmer verstehen, wie komplex die Vorgänge in einer Stadt sind“, erklärt Emily Ernst (15), ebenfalls vom Orga-Team. Zu dem gehört auch Luc Stahlhut (16). Er freut sich, dass „im Rathaus gleich alle begeistert waren von der Idee und uns wirklich gut unterstützt haben“. Wer noch mitmachen will, meldet sich an bei Ines Ditscheid per E-Mail: i.ditscheid@hattingen.de.

Vertreter aus der Wirtschaft für Debatte gesucht

Für das Speed-Debating suchen die Planer noch Vertreter aus der Wirtschaft, die sich den Fragen der Jugendlichen stellen: am Dienstag, 30. Oktober, 16-19 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Anmeldungen nimmt Ines Ditscheid per E-Mail entgegen: i.ditscheid@hattingen.de. Sie sagt: „Es haben schon sehr viele Politiker zugesagt.“ Übrigens haben sich auch fünf Flüchtlinge zum Projekt angemeldet.

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