Jugend

Jugend fordert grünere, sicherere, plastikfreiere Stadt

Emma, Frida, Viviana und Skrollan zeigen ihre selbst gemachten Bienenwachstücher. Sie nehmen teil an der  3. Jugendkonferenz in Hattingen. Auf dem Blatt im Hintergrund haben sie ihre Forderungen an die Politiker festgehalten.

Emma, Frida, Viviana und Skrollan zeigen ihre selbst gemachten Bienenwachstücher. Sie nehmen teil an der 3. Jugendkonferenz in Hattingen. Auf dem Blatt im Hintergrund haben sie ihre Forderungen an die Politiker festgehalten.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Unerwartet viele Jugendliche beteiligen sich an der 3. Jugendkonferenz in Hattingen über das „Recht auf Zukunft“. Was sie von der Politik fordern.

Weit mehr Kinder und Jugendliche als erwartet tummeln sich bei der 3. Jugendkonferenz im Rathaus – und überreichen Politikern und Bürgermeister nach den Workshops ihre „Akte Zukunft“ mit Forderungen.

„Wir hatten so mit 50 Teilnehmern gerechnet, jetzt sind 89 gekommen“, freut sich Linda (15) vom Jugendparlament, das die Konferenz organisiert hat. Den Grund dafür sieht sie auch in der guten Werbung, die die Jugendparlamentsmitglieder in den Schulen gemacht haben. Und sie glaubt, „dass wir die Themen abgedeckt haben, die Jugendliche interessieren“.

Bei der 3. Jugendkonferenz in Hattingen stellen Jugendliche Forderungen auf

„Recht auf Zukunft – Deine Ideen, Deine Zukunft“ ist der Titel der Konferenz – und es geht viel um Umwelt. Auf einem Flipchart hat die Gruppe „Artensterben? Insekten und Pflanzen – wie geht’s der Umwelt und was kann ich tun“, die der Naturschutzbund (Nabu) Ortsgruppe Hattingen anbietet, rot eingekreist „zu viel Plastikmüll“. Mehr Wald, weniger Gebäude, die Kastration von Katzen und das Halten dieser Tiere in der Wohnung, damit sie draußen nicht Vögeln, Insekten, Reptilien zu Leibe rücken, sind Forderungen.

Im einem anderen Seminarraum riecht es nach Bienenwachs. „Wir haben diese Biobaumwolltücher zu Bienenwachstüchern gemacht. Das Wachs wird eingebügelt“, erzählt Bjarne (10) im Workshop „Ein besonderer Naturstoff – Bienenwachs“, den der Imkerverein Hattingen anbietet. „Darin kann man sogar Lebensmittel einfrieren, braucht die Plastikbeutel nicht mehr“, sagt Emilia (10).

Bienenwachstücher ersetzen Plastik- und Alufolie

Frida (11) ergänzt, dass die Tücher keine Gerüche annehmen, feucht gereinigt, dann wieder gebügelt werden. „Darin kann man auch Schulbrote einwickeln.“ Plastik durch Bienenwachs zu ersetzen, ist so denn auch eine Forderung – neben Respekt vor und Aufklärung über Bienen. „Wir möchten Flächen für Unverpacktläden in Hattingen. Es gibt einen in Witten, aber dahin zu fahren, verursacht wieder CO2“, erklärt Vivienne (15).

Fleischfreie Phasen in Krankenhäusern und beim Schulmittagessen ist eine Forderung, die keine Mehrheit findet im Workshop „Klima im Wandel – Was kann ich tun, um den Klimawandel zu stoppen?“ von Together for Future Hattingen und Fair Trade Gruppe Hattingen. Bei „mehr Informationen und Projekte zum Klimaschutz“ schnellen die Finger dagegen nach oben. Hinsichtlich der Energie setzen die Jugendlichen auf mehr Solaranlagen. Mehr Fair-Trade-Produkte und Bioläden wollen die Teilnehmer – und sicherere Radwege.

Recht auf Bildung und Beteiligung ist für Kinder in Hattingen das wichtigste Kinderrecht

Da stimmen sie überein mit der Gruppe, die sich um Kinderrechte kümmert im Workshop des Kinderschutzbundes. Auf dem Boden liegend basteln Jugendliche Plakate, haben vorher abgestimmt – und dabei entschieden, dass für sie das wichtigste Kinderrecht das auf Bildung und Beteiligung sowie Meinung ist. Dass das Jugendparlament nicht stimmberechtigt ist in Ausschüssen, bemängeln sie.

Mehr Grünflächen und mehr Sicherheit – besonders abends in Hattingen – ist ein Ergebnis dieser Gruppe wie auch der, die sich Ideen macht zum Jugendförderplan für 2020/2025. Weniger Gewalt fordert eine Collage – und zeigt als Zukunftsbild Kinder am Lagerfeuer mit Tassen in der Hand. „Eine Trampolinhalle wäre gut“, meint Carlo (14). Patrick (15) hält dagegen: „Das ist zwar toll, normalisiert sich aber schnell.“ Nachhaltiges wäre ihm lieber. Mina (14) möchte, dass jedes Kind auch einen Platz an der Schule bekommt, die es besuchen möchte. Auch das kommt ab in die „Akte Zukunft“.

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