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Jeder fünfte Hattinger lebt allein

Jeder fünfte Hattinger lebt allein. Die Zahl steigt seit zehn Jahren.

Foto: Speckenwirth

Jeder fünfte Hattinger lebt allein. Die Zahl steigt seit zehn Jahren.

Hattingen.   Die Zahl der Frauen zwischen 35 und 65 Jahren in Ein-Personen-Haushalten wächst. Singles berichten von Problemen und Vorteilen des Alleinlebens.

Die Zahl der Alleinlebenden wächst. Fast jeder Fünfte in Hattingen und im Ennepe-Ruhr-Kreis lebt allein. Das geht aus einer Studie des Landesstatistikamtes hervor. Dass Singles es oftmals nicht leicht haben, wissen auch die Hattinger zu berichten.

Vor allem in der Gruppe der 35- bis 65-Jährigen steigt die Zahl der Alleinlebenden – im Kreis innerhalb von zehn Jahren um 4000 Personen. Im Gegensatz zum Landestrend sind es hier Frauen, die häufiger als früher allein leben. Auch, wenn es dennoch mehr Männer in Single-Haushalten gibt.

Die Stadt Hattingen hat zwar keine aktuellen Daten zu Haushaltsgrößen. Aus der Zensusbefragung 2011 ergibt sich für die Stadt aber ein ähnliches Bild zu den aktuellen Landeszahlen für den Ennepe-Ruhr-Kreis. Gemessen an der Gesamtzahl der Hattinger Haushalte waren danach 39 Prozent Ein-Personen-Haushalte.

Schlechte Erfahrungen schrecken ab

„Die Nachfrage ist da, aber nicht sehr groß. Bei uns ist etwa jede fünfte nachgefragte Wohnung eine ­Single-Wohnung“, weiß Nina Jäger von der HWG. Am stärksten gefragt seien aber Drei-Zimmer-Wohnungen für Paare oder Alleinerziehende mit Kind.

„Je länger man allein lebt, umso schwieriger ist es. Man hat sich sein Leben so eingerichtet, muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Man ist irgendwann nicht mehr so kompromissbereit, der eigene Luxus ist der, dass man tun und lassen kann, was man möchte“, sagt Thorsten Gläser. Er weiß, dass schlechte Erfahrungen abschrecken, sich neu zu binden.

Von Schwierigkeiten bei der Partnersuche berichtet auch Sonja Preuß: „Ich bin 45 und Single. Ich werde oft von Männern angebaggert. Die meisten wollen aber nur den schnellen Sex. Eine Frau ist dann nur Mittel zum Zweck“, bedauert sie. Selbstbewusstsein und der Wunsch nach einer Partnerschaft würden viele abschrecken.

Viel Oberflächlichkeit

Diese Erfahrung hat auch Melanie Tillmann gemacht: In der heutigen Zeit Single zu sein, beschreibt die 36-Jährige als „alles andere als leicht, sofern man noch an alte Werte glaubt“. Online-Dating-Seiten wie Tinder zerstörten sehr viel. Immer wieder begegne ihr Oberflächlichkeit. „Viele möchten keine Verantwortung mehr übernehmen. Wenn es schwierig wird, wird einfach schnell ausgetauscht.“ Sie betont: „Das betrifft aber nicht nur die Männer, Frauen sind nicht unbedingt besser.“

Findet auch Marcel Krieg (32): „Kommunikation scheint heutzutage sehr schwierig zu sein.“ Häufig beschwerten sich Singles online über das andere Geschlecht, Kontakte würden aber allzu schnell wieder abgebrochen.

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