Stadtplanung

Investor plant in Sprockhövel großes Seniorenwohnprojekt

So könnte das Wohnprojekt für Senioren des Investors Greif-Hollander an der Hombergstraße nach Fertigstellung aussehen.

So könnte das Wohnprojekt für Senioren des Investors Greif-Hollander an der Hombergstraße nach Fertigstellung aussehen.

Foto: Greif-Hollander

Sprockhövel.  Ein Groß-Investor will in Sprockhövel an der Hombergstraße Seniorenwohnungen bauen. Doch der Bebauungsplan gibt das nicht her.

Der Bauinvestor Greif-Hollander plant, auf dem Grundstück an der Hombergstraße 17 ein Projekt umzusetzen, das als Zielgruppe ältere Menschen in den Fokus stellt. Das Unternehmen aus Paderborn teilt mit, dass das gestufte Gesamtkonzept für die Fläche, wo heute ein maroder Bauernhof steht, aus einer stationären Pflegeeinrichtung mit umfassendem Leistungsangebot für 80 Personen inklusive einer spezialisierten Einheit für Menschen mit Demenz sowie zusätzlich 14 Servicewohnungen und einem ambulanten Pflegestützpunkt besteht.

Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro

„Insgesamt planen wir am Standort Hombergstraße, an dem später in Summe bis zu 80 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, ein Investitionsvolumen von voraussichtlich 15 Millionen Euro“, berichtet Philipp Hollander. Eine eigene GHG Sprockhövel GmbH (eingetragen im Februar diesen Jahres) wurde gegründet, das Grundstück in Niedersprockhövel gekauft. Der Chef des Unternehmens sagt, er habe einen namhaften Betreiber im Markt gewonnen. Die Familien Greif und Hollander haben nach Selbstauskunft in den letzten Jahren knapp 400 Wohneinheiten im Pflegebereich für private und städtische Betreiber in Nordrhein-Westfalen realisiert, sie haben sich dabei spezialisiert auf vollstationäre Pflegeheime, ambulante Wohngruppen und betreute Wohnkonzepte.

Noch keine Bauvoranfrage eingereicht

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem damit verbundenen dringenden und stetig wachsenden Bedarf an Wohnformen aller Art für Senioren auch in Sprockhövel sollten die Chancen auf grünes Licht durch die Verwaltung eigentlich gut stehen. Derzeit ist aber bei der Stadt noch keine Bauvoranfrage für das Großprojekt auf 5700 Quadratmetern eingegangen – also für die erste Stufe jeder Bauplanung.

„Bürgermeisterinnen-Bündnis“ zeigt sich „schockiert“

Der Beigeordnete Volker Hoven informiert, der zugrundeliegende Bebauungsplan für die Region um die Hombergstraße habe eine Festlegung als reines Wohngebiet, ein Seniorenwohnprojekt sei dort unzulässig. „Je nachdem, wie der Bauprüfprozess an der Hombergstraße ausgeht und die Planung aussieht, kann ich mir eine Unterstützung auch als Bürgermeister durchaus vorstellen“, sagt Hoven. Die formale Absage hat offensichtlich CDU und Bündnis 90/Die Grünen auf den Plan gerufen. Das „Bürgermeisterinnen-Bündnis“ mit der Kandidatin Sabine Noll (CDU) an der Spitze bezeichnet „dieses Projekt als große Chance für Sprockhövel, insbesondere für Niedersprockhövel. Diese Chance werde ich als Bürgermeisterin nutzen“, kündigt Noll an. So könne mit diesem Projekt der eklatante Rückstand bei der Einrichtung dringend benötigter Pflegeplätze in Sprockhövel zumindest teilweise aufgeholt werden. Die Absage der Stadtverwaltung bezeichnen CDU und Grüne als „schockierend“, es sei „völlig unverständlich, wie die Verwaltung mit einem Investor umgeht.“

KOMMENTAR

Eine knappe Woche vor dem Kommunalwahl fiebert es gewaltig in der Sprockhöveler Lokalpolitik. Das „Bürgermeisterinnen-Bündnis“ aus CDU und Grünen wittert eine gute Chance, kurz vor Toresschluss dem Bürgermeisterkandidaten Hoven (SPD) mit der 15-Millionen-Seniorenwohnungskeule kräftig eins drüberbraten zu können.

Festzuhalten ist jedoch: Außer bunt bemaltem Papier und wohlformulierten Ankündigungen existiert noch nichts von dem Großprojekt, noch nicht einmal eine Bauvoranfrage wurde eingereicht. Als Verwaltungsverantwortlicher hat Hoven also im jetzigen Stadium keine andere Möglichkeit, als auf die Festlegungen im Bebauungsplan zu verweisen.

Nun kann man Bebauungspläne auch ändern, das macht aber die Verwaltung nicht eigenmächtig im Handstreich. Und das dauert, aber Zeit haben die umtriebigen Wahlkämpfer, seien sie nun von CDU oder Grünen oder auch von SPD, FDP, MiS und WfS, eine Woche vor der Wahl eben nicht.

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