Ruhrumbau

Initiativkreis schlägt Umbau der Ruhr am Henrichspark vor

Seit Jahren wird um den Ruhrbogen bei Hattingen gestritten.

Seit Jahren wird um den Ruhrbogen bei Hattingen gestritten.

Foto: Speckenwirth

Hattingen.   Die Hattinger Gegner eines Umbaus des Ruhrbogens lehnen den Kompromiss-Vorschlag der Bezirksregierung erneut ab. Sie machen den Planern Vorwürfe.

Die Umwandlung der Ruhr bei Hattingen stößt beim Initiativkreis zum Erhalt des Ruhrbogens weiter auf Ablehnung. Auch das letzte Konsensangebot der Bezirksregierung Düsseldorf, die für die Planung zuständig ist, lehnt die 24-köpfige Gruppe ab. Stattdessen schlägt der Initiativkreis vor, einen anderen Hattinger Ruhrabschnitt zu verändern.

Seit fünf Jahren streitet die Gruppe mit der Bezirksregierung und anderen Naturschützern über Sinn, Unsinn und Ausmaß der geplanten Umgestaltung. Immer wieder musste deshalb der avisierte Starttermin für das Planfeststellungsverfahren verschoben werden. Jetzt hat die Bezirksregierung Düsseldorf die Antragsunterlagen für die wasserrechtliche Planfeststellung der Bezirksregierung Arnsberg zur Genehmigung vorgelegt.

Ziel der Umgestaltung

„Die naturnahe Entwicklung der Ruhr bei Hattingen ist eines in einer Reihe von Renaturierungsprojekten, die die Bezirksregierung Düsseldorf im Bereich der Unteren Ruhr plant, die aber schließlich eine durchgehende Kette von der Mündung in den Rhein bis in den Oberlauf bilden sollen“, erklären die Düsseldorfer Planer. Und weiter: „Das Gewässerbett der Ruhr wird abschnittsweise angehoben, um die angestrebte Vielfalt an Strömungs- und Substratverhältnissen zu erreichen. Dies ist der Grundstein für die Renaturierung. Die weitere Entwicklung überlassen wir der Ruhr.“

Die Planer ließen sich in den vergangenen Jahren mehrfach auf Kompromisse ein: Statt alle Buhnen zu entfernen, soll nun ein Teil erhalten bleiben, ein Teil mit Wasserrinnen hinterfahren werden, andere ganz verschwinden. Ziel ist laut Bezirksregierung, flusstypischen anspruchsvolleren Arten wieder einen Lebensraum zu bieten. Die derzeit hier lebenden Arten ­zeigten, dass die Ruhr hier nicht so gesund ist, wie sie sein sollte.

Vorwürfe der Umbau-Gegner

Der Initiativkreis wirft der Bezirksregierung vor, den Ruhrbogen nicht aus ökologischen Gründen ausgewählt zu haben, sondern weil dort mit weniger Widerstand zu rechnen sei, weil ihr „die meisten Anliegergrundstücke gehören“. Im Denkmalschutzverfahren für den etwa sieben Kilometer langen Abschnitt wurden allein auf Hattinger Flussseite 83 Flurstücke gezählt. Dazu kommen die auf der Bochumer Seite. In der Tat sind viele davon in Landesbesitz.

Die Umbau-Gegner machen nun einen Gegenvorschlag: „Befürwortet wird von uns stattdessen eine Renaturierung an Ruhrabschnitten, wo es nachvollziehbar erforderlich ist, wie zum Beispiel am kanalisierten Ruhrabschnitt parallel zum Henrichspark.“ Gleichzeitig erneuert der Initiativkreis in Bezug auf die Neugestaltung des Ruhrbogens, die er ablehnt, seine Befürchtung, es würden „toxische Stoffe, die aus der schwerindustriellen Zeit des Ruhrgebiets stammen und sich abgesetzt haben, wieder die Umwelt schädigend an die Oberfläche gebracht“.

Erfolgreich umgesetzte Projekte

„Wir sind überzeugt“, so Jürgen Klingel vom Dezernat Wasserwirtschaft der Bezirksregierung Düsseldorf, „dass mit dieser Renaturierung die Ruhr sich wieder eigenständig entwickeln wird, so dass Fluss und Aue wieder eine Einheit bilden, wie es sein sollte und wie es in erfolgreich umgesetzten Renaturierungsprojekten, zum Beispiel an der oberen Ruhr, auch heute schon beobachtet werden kann“.

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