Bürgerengagement

Initiative fordert Sozialarbeiter in Hattingen

Sylvia Zimmermann, Martina Kampmann, Ingrid Berkermann und Gabriele von Scheidt (von links) wollen Welper verschönern. Foto: WalterFischer

Sylvia Zimmermann, Martina Kampmann, Ingrid Berkermann und Gabriele von Scheidt (von links) wollen Welper verschönern. Foto: WalterFischer

hattingen.   Vier Frauen aus Welper wollen Problem mit Alkohol nicht nur verschieben. Sie suchen Verstärkung. Ihr Einsatz gilt auch dem Erhalt des Amtshauses.

Eine neue Initiative setzt sich für den Ortsteil Welper ein. Sie hat noch keinen Namen und besteht bisher aus vier Welperanerinnen, die noch Verstärkung suchen. Das Quartett engagiert sich in dem Ortsteil, in dem es wohnt, und fordert den Einsatz eines Sozialarbeiters, eines Streetworkers, statt der Verlagerung des Alkoholproblems innerhalb Welpers. Außerdem setzen sie sich für den Erhalt des alten Amtshauses ein.

Amtshaus kaufen für einen Euro

Ingrid Berkermann, Martina Kampmann, Gabriele von Scheidt und Sylvia Zimmermann treten ein für ein attraktives, freundliches und sauberes Welper und eine bessere Kommunikation mit dem Bürger. Im Stadtumbaubüro treffen sie auf offene Ohren. Generell wollen sie aber mehr gehört werden; möchten, dass der Einsatz eines Streetworkers politisch diskutiert wird; Veranstaltungen stattfinden.

„Solange alles ruhig bleibt und keine Straftaten verübt werden, gibt es keine Handhabe für ein ordnungsrechtliches Eingreifen“, hatte Ordnungsdezernentin Christine Freynik gesagt und gefordert: „Das muss eine Gesellschaft dann auch einmal aushalten.“ Obwohl sie eingeräumt hatte, dass das Alkoholverbot das Problem nicht gelöst, sondern zu einer Verdrängung der Szene geführt habe.

Frauen setzen auf Vorbeugung

Die Welperanerinnen wollen das nicht aushalten, nicht auf Pöbeleien warten, sondern Prophylaxe betreiben. Sie möchten, dass Streetworker sich um die Menschen kümmern, die jetzt im Café neben Netto sitzen statt vorher neben dem Jugendtreff im Park Diepenbeck. Sie regen an, zur Finanzierung eines Sozialarbeiters die Vergnügungssteuer heranzuziehen, und halten ein Café ähnlich dem „Sprungbrett“ in der Innenstadt für sinnvoll. Abgesehen davon, dass sie den Menschen helfen möchten, fürchten die vier Frauen, dass das Stadtbild leidet, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, und fragen sich, wer dann noch nach Welper zieht.

Bürger identifizieren sich mit Haus

Ferner liegt ihnen das alte Amtshaus besonders am Herzen. Stadtführerin Sylvia Zimmermann erinnert daran, dass es von Metzendorf gebaut wurde, und sagt: „Man kann Zukunft nicht gestalten, ohne die Vergangenheit zu erhalten“. Viele Bürger identifizierten sich mit dem Haus. Es sollte erhalten werden. Nach Ansicht von Gabriele von Scheidt könnte man eine Bürgerstiftung initiieren. Dass Ingrid Berkermann auch Kosten und Realisierbarkeit ins Feld führt, bremst sie erst einmal nicht: „Lass mich doch mal rumspinnen, ich bin Künstlerin.“

Das bedeutet nicht, dass die Initiative abhebt vom Boden der Realität. Sie möchte aber erst einmal wissen, was der Bürger will, hofft darauf, dass möglichst viele sich einsetzen. Und will dann sehen, wie sich Pläne umsetzen lassen. „Wir könnten das Haus ja für einen symbolischen Euro kaufen“, ist ein Vorschlag. Die Diskussion zumindest hat die Initiative eröffnet. Sie hofft darauf, dass viele Bürger sich einklinken.

<<<An wen sich Interessierte wenden

Die neue Initiativein Welper, die sich für die Verschönerung ihres Ortsteils einsetzt und helfen möchte, dort auch Probleme zu lösen, sucht noch Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Wer sich den bisher vier Frauen – auch als Mann – anschließen möchte, ist willkommen. Interessenten setzen sich in Verbindung mit Ingrid Berkermann, Tel. 0160/92006480.

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