Mein Geschäft

Inhaber vom Fotofachgeschäft setzt auf Service und Nischen

Einzelhandelskaufmann Hans-Peter Schuffert steht an der Tür seines Geschäftes Flash Foto-Technik & Studio in Hattingen.

Einzelhandelskaufmann Hans-Peter Schuffert steht an der Tür seines Geschäftes Flash Foto-Technik & Studio in Hattingen.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Hans-Peter Schuffert, Inhaber von „Flash-Foto-Technik & Studio in Hattingen, berichtet, wie sich die Arbeit im Fotofachgeschäft verändert hat.

Auf zwei sich gegenüberliegende Ladenlokale erstreckt sich das Geschäft von Hans-Peter Schuffert (62). Er ist der Inhaber von „Flash-Foto-Technik & Studio“ an der Großen Weilstraße 10 und 11.

2006 machte er sich selbstständig und ist seitdem „selbst und ständig“ im Einsatz – aber mit Spaß, wie er sagt. Einzelhandelskaufmann hat Schuffert gelernt – schon in einem Geschäft für Fototechnik. Nach der Lehre hätte er sich einen eigenen Laden aufbauen können. „Damals gab es jemanden, der mir sagte, er würde mir dafür das Geld geben.“ Doch der Hattinger lehnte ab. „Ich wollte erst einmal Erfahrungen sammeln.“ Die sammelte er als Angestellter in einem Foto-Fachgeschäft. In Recklinghausen arbeitet er zuletzt, leitete eine Filiale.

Geschäft in Hattingen von Foto-Tischler übernommen

„Das war immer viel Fahrerei. Und da hörte ich, dass Tischler in Hattingen sich zur Ruhe setzt. Da habe ich mal angeklopft.“ Und hat das Geschäft übernommen. Seitdem gab es viele Veränderungen – nicht über alle ist Schuffert glücklich. „Ich selbst habe immer Technikberatung und -verkauf gemacht. Früher haben wir kleinen Händler alles kaufen können. Aber Hersteller wie Canon, Nikon oder Sony beliefern – anders als Panasonic – die Kleinen heute nicht mehr.“ Insgesamt habe sich der Markt verändert. „Seit mit Smartphones fotografiert wird, bricht das Kamerageschäft sowieso sehr weg.“

„Brauchen Sie Hilfe?“ Diesen Satz sagt Schuffert öfter, wenn Kunden in seinem Geschäft vor dem Fotodrucker stehen. Er hilft Kunden, Bilder vom Smartphone zu drucken. Als Service stehen Getränke an der Fotostation. Und die Tür wird den Kunden auch geöffnet.

Neue Anforderungen im Foto-Studio

Früher war das Studio in der ersten Etage. „Vor etwa fünf Jahren gab es gegenüber einen Leerstand. Den habe ich als Studio angemietet, dann müssen auch Ältere nicht mehr hoch in die erste Etage. Dort ist auch alles moderner und attraktiver.“ Bei Schuffert arbeiten zwei Angestellte und zwei Teilzeitkräfte mit.

Auch die Arbeit im Fotostudio habe sich verändert. Selbst Bewerbungsbilder würden teils draußen gemacht, Hochzeitsfotos sowieso. „Früher kam das Paar ins Studio, stellte sich hin, fertig.“ Passbilder laufen bei Flash-Foto-Technik & Studio immer noch gut, auch lassen Kunden nicht selten Dias und Co. digitalisieren. Mit Bestattern sind neue Kunden dazugekommen: „Inzwischen werden auf Staffeleien bei Beerdigungen große Fotos von den Verstorbenen aufgestellt. Wir scannen die Bilder, retuschieren.“ Überhaupt macht er inzwischen viel im Laden, was früher in Großlabore ging – wie ein Bild vom Bild.

Fotoboxen, Bilderrahmen und Sofortbildkameras

Zubehör wie Selfie-Sticks gibt es noch im Geschäft, viele Bilderrahmen – und Sofortbildkameras. „Die sind hipp bei den Jüngeren. Sie sind bass erstaunt, dass da ein Foto rauskommt.“

Schuffert sucht und entdeckt immer wieder auch Nischen. So gibt er individuelle Fotokurse. „Der Vorteil: Der Kunde kommt für ein oder zwei Stunden und bekommt seine Fragen beantwortet – zu Fotos und auch zu seiner Kamera.“

Zudem vermietet er für Hochzeiten, Geburtstage oder Betriebsfeiern so genannte Fotoboxen. „Das ist sehr beliebt, da werden von den Menschen, die sich hinsetzen, in zehn Sekunden vier Fotos gemacht, die dann auf einer individuell gestalteten Karte ausgedruckt werden.“

Hattingen als guter Standort

Hattingen findet Schuffert als Standort für einen Inhaber geführten Laden attraktiv. „Die Wege sind kurz, die Kommunikation gut. Ich stehe in gutem Kontakt zu Cityfoto. Wir schicken uns auch gegenseitig Kunden.“

Die kommen übrigens nicht nur aus Hattingen, sondern auch aus Essen-Burgaltendorf und -Kupferdreh oder Bochum-Linden. „Dort haben die Fotofachgeschäfte geschlossen. Wir sind die letzten Titanen.“

Bisherige Folge von „Mein Geschäft“

SIE FÜHREN EIN HUTGESCHÄFT UND KOSMETIK-INSTITUT IN EINEM

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