Ruhrdeutsch

In Dingenskirchen ist für jeden Schulnotstand was dabei

Asterix auf Ruhrdeutsch präsentiert  Hennes Bender. Foto:Manfred Sander

Asterix auf Ruhrdeutsch präsentiert Hennes Bender. Foto:Manfred Sander

hattingen.   Hennes Bender präsentiert in der Stadtbibliothek Asterix auf Ruhrdeutsch mit Sprachgewalt und in rasantem Tempo.

Mit geballter Sprachgewalt und rasantem Tempo holte Hennes Bender am Dienstagabend in der ausverkauften Stadtbibliothek Asterix ins Ruhrgebiet: „Dingenskirchen“ heißt der vierte Band der Reihe, in der der Bochumer Schauspieler, Komiker und Autor Geschichten um den bekannten gallischen Comicheld in den Pott verlegt hat. Natürlich bringt er auch sprachlich alles im Ruhrpottdeutsch auf den Punkt.

Die Bezüge zwischen Asterix und dem Ruhrgebiet liegen für Hennes Bender auf der Hand, denn schließlich ist das Ruhrgebiet ja von Arnsberg, Düsseldorf und Münster genauso fremdbesetzt und -bestimmt wie Asterix‘ Gallien von den Römern. Und dass sein Freund Obelix insgeheim ein Schalke-Fan ist, wird doch beim ersten Blick auf seine blau-weiß gestreifte Hose klar. Ob er damit wohl hier überall willkommen ist?

Fluchen „zum Dönerwetter“

Die Nachbargegenden von Dingenskirchen heißen Terra Acida und Terra Victoriae – wenn man die letzten Erinnerungen an den Lateinunterricht hervorkramt, kommt man schnell auf die Namen Sauerland und Siegerland. Und in Dingenskirchen tobt sich jetzt der berüchtigte Baumeister Gentrificatus aus, denn den Imperialismus in seinem Lauf hält ja bekanntlich weder Ochs noch Esel auf.

Auch das Bildungswesen nimmt Bender unter die Lupe und stellt fest: „Von de Lehrers lassen sich die Schüler in Dingenskirchen nix sagen, da ist für jeden Schulnotstand jetzt wat dabei – frei nach dem Motto: Allet kann, nix muss – und am Montag geht allet von vorne los.“ Das sei auch in seiner Heimatstadt Bochonum so, versichert er.

In raschem Wechsel parodiert Bender viele Ruhrgebietsklischees und spielt mit der typischen Ruhrgebietssprache, füllt dabei aber die Sprechblasen im Asterix-Band so aus, dass die Texte wie ein Original wirken. „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“ veranlasst ihn zu dem müden Kommentar: „Wie, schon wieder Frühschicht?“

Flüche haben hier auch einen Bezug zur regionalen Küche: „Zum Dönerwetter“ macht man seiner schlechten Laune Luft. Bei Benders kunstvollen und doch urwüchsigen Überfremdungen hat jedoch niemand schlechte Laune, obwohl – oder gerade weil – die Zuschauer sich hier immer wieder erkennen. Allenfalls tut nach der Lesung dem ein oder anderen das Zwerchfell weh – vor Lachen.

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