Energieversorgung

Immer mehr Firmen in Hattingen steigen auf Ökostrom um

Tasha Peryschkin, Geschäftsführerin der Firma Edelstahl Schneidetechnik Rhein-Ruhr, sowie Christian Hoyer (links) und Joachim Kludt (rechts), Gesellschafter des Ruhr Inn Hotels, beziehen Strom aus erneuerbaren Energien. Dafür gab’s ein Zertifikat von Steven Scheiker von den Stadtwerken.

Tasha Peryschkin, Geschäftsführerin der Firma Edelstahl Schneidetechnik Rhein-Ruhr, sowie Christian Hoyer (links) und Joachim Kludt (rechts), Gesellschafter des Ruhr Inn Hotels, beziehen Strom aus erneuerbaren Energien. Dafür gab’s ein Zertifikat von Steven Scheiker von den Stadtwerken.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Die Zahl der Gewerbekunden in dieser Sparte hat sich bei den Stadtwerken Hattingen in einem Jahr verdoppelt. Auch Privathaushalte steigen um.

Spannende Nachrichten kommen von den Stadtwerken. Die Zahl der Hattinger, die den sogenannten grünen Strom beziehen, steigt rasant. „Während wir im vergangenen Jahr 176 Kunden hatten, die sich für Ökostrom entschieden haben, sind es in diesem Jahr bereits 322“, erklärt Steven Scheiker, Prokurist der Stadtwerke.

Darunter sind mittlerweile 15 Gewerbekunden, 2018 waren es noch sieben gewerbliche Abnehmer. „Offenbar setzt sich das Umweltbewusstsein immer mehr durch und die Bürger sind bereit, ein wenig mehr für den grünen Strom auszugeben“, sagt Scheiker. Für einen normalen Haushalt bedeute das einen Euro mehr an Kosten im Monat.

Ab 2020 kommt zum ersten Mal ein großer Industriekunde hinzu. Es ist die Edelstahl Schneidtechnik Rhein-Ruhr aus Hattingen. „Wir haben uns dazu entschlossen, weil wir davon ausgehen, dass Strom wegen des Co2-Ausstoßes in Zukunft ohnehin teurer wird. Dann wollen wir gleich etwas Gutes für das Klima tun und nehmen die Mehrkosten jetzt schon in Kauf“, sagt Geschäftsführerin Tasha Peryschkin.

Hotel investiert Mehrkosten von 700 Euro im Jahr

Für das Unternehmen werden durch die Umstellung zwischen hundert und zweihundert Euro im Monat mehr an Stromkosten anfallen.

Schon lange klimabewusst unterwegs sind die beiden geschäftsführenden Gesellschafter des Ruhr Inn Hotel & Hostel, Christian Hoyer und Joachim Kluth. Sie haben das ganze Hotel bereits in Richtung eines schonenden Ressourcenverbrauchs ausgerichtet und beziehen auch Ökostrom. „Für uns bedeutet das Mehrkosten von ungefähr 700 Euro pro Jahr“, sagt Joachim Kluth. Für die beiden Geschäftsführer steht es allerdings außer Frage, dass sie aus eigenem Antrieb in Sachen Umweltschutz so intensiv weitermachen werden wie bisher.

Firma kompensiert rund 750 Tonnen Co2 pro Jahr

„Das Hotel Ruhr Inn ist seit Eröffnung Ökostromkunde der Stadtwerke Hattingen und reduziert den Co2-Ausstoß um rund 23.000 kg pro Jahr bezogen auf den Energieträger-Mix der Stadtwerke Hattingen. Durch Einsatz einer Photovoltaik- sowie einer Solarthermieanlage werden zusätzlich lokal die Emissionen vermindert“, so Scheiker. Die Edelstahl Schneidtechnik Rhein-Ruhr kompensiere durch ihren Wechsel auf Ökostrom rund 750 Tonnen Co2 pro Jahr.

Der Energieträger-Mix macht auf einen Blick deutlich, aus welchen Quellen der gelieferte Strom stammt: „Jeder Stromanbieter muss seinen spezifischen Energieträgermix bis zum 1. November eines Jahres für das Vorjahr veröffentlichen. Dieser spiegelt die Zusammensetzung des tatsächlich gekauften und an Endkunden gelieferten Stromes wider“, so Scheiker.

Im Verhältnis dazu gebe es durchschnittlichen Deutschland-Mix. „Verglichen mit anderen Stromanbietern ist selbst der konventionelle Grau-Strom der Stadtwerke Hattingen grüner, da knapp 15 Prozent der Kunden Ökostromkunden sind.“

Überprüfungen schließen Doppelvermarktungen aus

Damit die umweltbewussten Kunden auch eine Gewissheit haben, dass ihr Strom tatsächlich aus umweltfreundlichen Anlagen kommt, zum Beispiel aus Wasserkraft, erhalten sie ein Zertifikat mit dem TÜV-Rheinland-Stempel für „Strom aus erneuerbaren Energien“. Es wurde überprüft, dass der von den Stadtwerken Hattingen gelieferte Strom vollständig aus Anlagen regenerativer Stromerzeugung stammt.

Das muss mit Herkunftsnachweisen belegt werden. „Eine Doppelvermarktung wird ausgeschlossen“, ist auf dem Zertifikat vermerkt. Und weiter: „Die Produktionsanlagen und deren Eigentümer sind eindeutig identifizierbar, es erfolgt eine zumindest jährliche Überprüfung der Einhaltung der Kriterien.“

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