Massentierhaltung

Hühnerhalter will Anlage für 24.000 Freiland-Tiere bauen

24.000 Hühner sollen auf der künftigen Hühnerfarm in Hattingen leben.

Foto: Dirk Bauer

24.000 Hühner sollen auf der künftigen Hühnerfarm in Hattingen leben. Foto: Dirk Bauer

Hattingen.  Ein Hühnerhalter plant in Hattingen die Errichtung einer Hühnerfarm mit bis zu 24.000 Vögeln. Der Investor strebt nach Erkenntnissen des Ennepe-Ruhr-Kreises eine Freilandhaltung an. Doch bei der schieren Masse an Hühnern haben Hattinger Politiker daran starke Zweifel.

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24.000 Hühner soll eine neue Anlage auf Hattinger Gebiet fassen, über deren Antrag auf Genehmigung der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises jetzt in Schwelm beraten hat.

„Die Tiere sollen im Freiland gehalten werden. Es geht eher Richtung Bio“, sagt Kreissprecher Ingo Niemann. Der Hof, der nicht namentlich in Erscheinung treten möchte, liegt in Oberstüter. „Es ist noch nichts sicher. Da möchten wir nichts zu sagen“, heißt es.

„Ab einer Größe von 15.000 Hühnern müssen wir uns als Kreis damit befassen, weil dann auch das Bundes-Immissionsschutzgesetz greift. Darum ist der Beirat mit im Boot“, so Niemann. Planung und Ausgleichsmaßnahmen wie das Setzen von Sträuchern, so habe der Beirat befunden, seien in Ordnung. „Es gibt wohl keine Bedenken“, referiert Niemann weiter. Ob die Anlage kommt, ist noch unklar: Das Genehmigungsverfahren läuft derzeit noch.

Stadt hat das Planungsrecht

Das Planungsrecht für eine solche Anlage liegt bei der Stadt Hattingen. Dort werden nicht nur Aspekte des Immissionsschutzes beachtet. „Wir müssen auch prüfen, ob ein solcher Bau, eine solche Anlage überhaupt an den Ort passt, es fehlen uns außerdem noch Unterlagen. Die müssen vom Antragsteller erst beigebracht werden. Diese gehen dann erst an den Kreis, danach wieder an uns. Das kann also noch dauern“, erklärt Stadtsprecherin Susanne Wegemann. Näher will sich auch die Stadt nicht äußern.

Frank Staacken, Ratsmitglied der Grünen und Fraktionsvorsitzender, hat bisher noch nichts von einem solchen Antrag gehört. „Aber bei der Größenordnung kann man schon von Massentierhaltung sprechen. Da ist immer die Frage, wie dort Krankheiten unterbunden werden. Da kann das Futter so gut sein, wie es will. So große Ställe sehe ich eher skeptisch.“

Erhebliche Zweifel an der Freilandhaltung

Auch Sabine Radtke, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, hörte am gestrigen Freitag erstmals von der WAZ von der Planung.

„Über 20.000 Hühner in Freilandhaltung? Wie soll das laufen?“, wundert sich Alfred Schulte-Stade vom Schultenhof, der selbst einige Hühner im Freiland hält. Die Hof Stock (Gemüsescheune), der als Integrationsbetrieb seit längerer Zeit auf Bio setzt, hat einen mobilen Hühnerstall für 220 Hennen angeschafft. „24.000 Hühner. Das muss eine große Fläche sein, man braucht ja fünf Quadratmeter pro Huhn“, gibt Ina Stock-Tonscheid zu bedenken.

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